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Fernsehen

Der Komiker und sein Nilpferd

Bald läuft der Quotenhit „Fastnacht in Franken“ wieder im TV. Bauchredner Sebastian Reich tritt mit seiner Amanda auf.
Daniel Staffen-Quandt, epd

Sebastian Reich und seine Nilpferddame Amanda: „Fastnacht in Franken“ war das Karrieresprungbrett für den Bauchredner. Foto: Daniel Karmann/dpa

Erinnern Sie sich noch, wie es dazu kam, dass Sie zum ersten Mal bei der „Fastnacht in Franken“ auftreten durften?

Oh ja, definitiv! Ich war schon mehrere Jahre bei der „Närrischen Weinprobe“ des Bayerischen Rundfunks mit am Start, was ja unter Fastnachtern als „Vorstufe“ zur „Fastnacht in Franken“ gilt – nach Ende der Aufzeichnung im Herbst 2010 standen die Leute vom Team noch ein bisschen zusammen, als der fränkische Fastnachts-Präsident Bernhard Schlereth kam und sagte, er will meine Nummer in Veitshöchheim sehen. Das konnte ich erst gar nicht glauben, das war schon ein Ritterschlag!

Wie haben Sie dann Anfang 2011 Ihre und Amandas Premiere in den Veitshöchheimer Mainfrankensälen erlebt?

Der Auftritt an sich war ein fürchterlich aufregender Moment. Zwar hatte ich durch die „Närrische Weinprobe“ schon TV-Erfahrung, aber das ist eben keine Live-Sendung wie „Fastnacht in Franken“ mit vielen Millionen Zuschauern. Diesen Moment, als ich auf die Bühne raus bin, den werde ich nie vergessen. Amanda hatte ein Gardekostüm an, mit einem Hütchen auf dem Kopf. Da waren ein paar Federn dran – die haben gezittert und gewackelt. Unglaublich!

War „Fastnacht in Franken“ für Ihre Bekanntheit und Ihre Karriere so eine Art Katalysator?

Da muss ich gar nicht lange überlegen, das war zweifelsohne so. Wenn man das erste Mal bei „Fastnacht in Franken“ auftreten darf, wird man einem Millionenpublikum vorgestellt – wenn man gut rüberkommt, ist das für die eigene Karriere natürlich ein Kick. Bei mir kamen damals viele Anfragen, wo man mich denn mal live sehen kann. Und als Reaktion auf diese vielen positiven Rückmeldungen bin ich im Jahr darauf erstmals auf Tour gegangen. Mir hätte wirklich nichts Besseres passieren können!

Aber ein Auftritt alleine ist doch nicht für das Wohl oder Wehe des späteren Künstlerlebens verantwortlich.

Nein, natürlich nicht. Gerade im Live-Geschäft muss man sich sein Publikum hart erarbeiten. Nur die wenigsten füllen vom Fleck weg riesige Hallen. Aber die TV-Präsenz ist für Comedians, für Kabarettisten und für Bauchredner wichtig. Wenn die Leute jemanden schon im Fernsehen gesehen haben, kommen sie eher zu einer zweistündigen Show, weil sie eine Vorstellung davon haben, was man macht. Ich habe der „Fastnacht in Franken“ als Künstler jedenfalls viel zu verdanken.

Muss man nicht ein bisschen aufpassen, dass man als Künstler nicht nur in die Faschings-Schublade gepackt wird?

Grundsätzlich finde ich die Faschings-Schublade mal gar nicht schlimm. Ich bin auch schon vor den BR-Sendungen bei Prunksitzungen als Bauchredner aufgetreten, mit dem fränkischen Fasching gab es also immer Berührungspunkte. Seit ich meinen Beruf als Bäcker und Konditor an den Nagel gehängt habe und hauptberuflich Bauchredner bin, trete ich das ganze Jahr über auf – und nie hat mich jemand nur auf Fasching reduziert. Ich denke, die Leute können das ganz gut unterscheiden.

Und was unterscheidet dann Ihren Auftritt in Veitshöchheim von Ihrer Tour oder Auftritten bei Firmen-Galas?

Der Auftritt bei „Fastnacht in Franken“ ist der „politischste“, den Amanda und ich im ganzen Jahr haben – obwohl er ja gar nicht zu den politischen Auftritten in Veitshöchheim gehört. Aber unterm Jahr lassen wir die Politik bei unseren Auftritten völlig außen vor, da wollen wir die Zuschauer nur unterhalten. Die Politik überlassen wir den Kabarettisten und Satirikern. Bei „Fastnacht in Franken“ ist die Besonderheit, dass die Politiker im Publikum sitzen und man sie gar nicht ignorieren kann.

Ihre Amanda kann vor allem einen Politiker nicht ignorieren, wenn man es genau nimmt.

Ja, wenn sie Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) erblickt, ist es immer völlig aus. Das wird jetzt eine harte Zeit für sie, wenn ihr Horst bald nicht mehr Bayern regiert – aber sie wird ihm treu bleiben, da bin ich mir ja ganz sicher. Vor allem weil er ja CSU-Vorsitzender bleibt und nicht von der politischen Bühne verschwindet. Sie wird seinen Weg weiter mit großem Interesse verfolgen. Eines würde Amanda jedenfalls sicher nicht tun: den Horst gegen Markus Söder austauschen. Das ginge gar nicht.

Würden Sie dem komödiantischen Nachwuchs in Bayern raten, die Fastnachtssendungen als Sprungbrett zu nutzen?

Ja, sowohl denen, die schon in jungen Jahren als Büttenredner aktiv sind, aber auch all jenen, die so wie ich als Bauchredner oder als Komiker unterwegs sind und vielleicht ein bisschen Berührungsangst mit Fasching haben. Der Fränkische Fastnachtsverband macht eine hervorragende Jugendarbeit, das sieht man beispielsweise auch in der vom BR produzierten Nachwuchs-Sitzung „Wehe, wenn wir losgelassen“. Da kann man als Jungspund viel lernen und seine Karriere starten.

Sie gehören bei „Fastnacht in Franken“ schon fast zum Inventar. Wann wechseln Sie zu „Mainz bleibt Mainz“?

Puh, nein. Es gab schon Anfragen von überregionalen Sendern, ob ich nicht auch dort in einer Faschingssendung auftreten will, aber ich hab‘ das bisher immer abgelehnt – und dabei bleibt es auch. Es gibt wenig Faschingssendungen im Fernsehen, die mit so viel Hingabe und Liebe zum Detail gemacht werden wie „Fastnacht in Franken“. Wer mal dort ist, will nicht wieder weg. Wir stellen uns in Veitshöchheim auf die Bühne, so lange die Zuschauer und wir Spaß daran haben!

Die Inhalte der Auftritte bei „Fastnacht in Franken“ werden ja bis zuletzt geheim gehalten – ein Tipp, was Amanda machen wird?

Ich sag mal so: Der Ball ist rund, es wird sportlich. Alles Weitere dann am 2. Februar live im BR-Fernsehen.

Lesen Sie außerdem unseren Bericht über „Fastnacht in Franken“ im vergangenen Jahr!

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