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Ein Krimi, in dem die Geldgier regiert

Wenn nach dem Tod das große Geld ausgezahlt wird, wollen viele Erben etwas abhaben. Vor allem, wenn es um Millionen geht.
Von Fabian Nitschmann, dpa

Karen (Corinna Harfouch) lernt bei Bruno (Ulrich Matthes) das Schießen in einer Szene des TV-Thrillers „Die vermisste Frau“. Foto: Conny Klein/ARD Degeto/dpa
Karen (Corinna Harfouch) lernt bei Bruno (Ulrich Matthes) das Schießen in einer Szene des TV-Thrillers „Die vermisste Frau“. Foto: Conny Klein/ARD Degeto/dpa

Berlin.Lebensversicherungen sind eine heikle und mitunter gefährliche Angelegenheit, wenn zu viele davon wissen. Es ist die Wette auf das eigene Überleben oder der Todesfall, von dem jemand anderes profitiert. In dem Film „Die vermisste Frau“, den das Erste am Freitag (2. Februar) um 20.15 Uhr zeigt, haben beide Partner eine solche Versicherung abgeschlossen, der jeweils andere könnte eine Million Euro bekommen. Blöd nur, dass diese Partnerschaft nicht mehr von tiefer gegenseitiger Liebe geprägt ist.

Georg (Jörg Hartmann, 48, „Tatort“ Dortmund) plagen finanzielle Sorgen – die er mit der Versicherungs-Million schnell hinter sich lassen könnte. Ein Auftragskiller (Ulrich Matthes, 58, „Der Untergang“) soll daher seine Frau Karen (Corinna Harfouch, 63, „Viel zu nah“) umlegen. Auch sie sieht in einem Todesfall die Lösung vieler Probleme – und will sich selbst zum Wohle Georgs das Leben nehmen. Doch sie bricht ihren Suizidversuch ab, läuft orientierungslos durch die Gegend – und ihrem Killer direkt in die Arme.

Ein Killer wechselt die Seiten

Als der erfährt, dass sein Klient kräftig abkassieren würde, wenn Karen stirbt, beginnt das Chaos. Der Killer killt nicht und wechselt die Seiten. Georg geht fremd und lügt sich durchs Leben. Zwei stumpfsinnige Geldeintreiber („Mach keinen falschen Fehler!“) bringen als Warnung einen Hund um und erfahren von der Versicherungssumme. Jeder ist irgendwie mit jedem verbandelt – und alle wollen die Kohle.

Es ist schwierig, bei diesem Film von Regisseur und Drehbuchautor Horst Sczerba den Überblick zu behalten. Denn vor allem Lügner Georg flüchtet sich alle paar Minuten in eine neue Ausrede. Dazu kommt ein perfider bis abstruser Plan, den Karen mit dem ihr inzwischen sehr wohlgesonnenen Killer austüftelt.

Getragen wird der Spielfilm dabei vom Darstellertrio Hartmann, Harfouch und Matthes, die ihre Rollen überzeugend verkörpern. Vor allem Hartmann trifft den richtigen Ton und gibt dem notorischen Lügner Georg immer wieder eine neue Fassade, von traurig über heuchlerisch bis großspurig und abgezockt. Ulrich Matthes spielt den Auftragsmörder mit Stil ¨– charmant und kühl zugleich.

Schwächen im Detail

In den Details aber hat die Geschichte oft Schwächen, etwa wenn es Georg gleich zwei Mal gelingt, eine achtlos weggeworfene Pistole in einem trüben See zu finden. Die gesamte Handlung bewegt sich eng an der Grenze der Glaubwürdigkeit.

Deutlich besser gelingt es Regisseur Sczerba dagegen, die richtige Stimmung einzufangen. Viele Szenen spielen im Wald oder am See, oft geht es düster zu, in den richtigen Moment aufgelockert vor allem durch die Musik, etwa mit Ben E. Kings Ohrwurm „Stand by me“. „Eine Tragödie ohne Komik ist ein Trauerspiel, und eine Komödie ohne Tragik ist eine platte und witzlose Klamotte“, sagt Sczerba.

Die komische Seite bekommt vor allem gegen Ende des Films viel Raum. Denn wer am Ende reich und wer arm ist, das bleibt lange unklar. Mal ist das Geld hier, mal dort. Aber weg ist es nie – schließlich hat es immer nur ein anderer.

Eine Vorschau zum ARD-Film sehen Sie hier:

Das Erste zeigt „Die vermisste Frau“ am Freitag, 2. Februar, um 20.15 Uhr.


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