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Wilsberg: Samstagskrimi ohne Krimi

Im 57. Fall von Georg Wilsberg gibt es Weihnachtsstimmung statt Leichen. Auch wenn der Detektiv zu Beginn noch verärgert ist.
Von Carsten Linnhoff, dpa

Schauspieler Leonard Lansink verriet, dass die Folge „Oh du tödliche“ seine Lieblingsfolge ist. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Münster.Verkehrte Welt: Keiner will mit dem grummeligen Einzelgänger Georg Wilsberg Weihnachten feiern. An Heiligabend hagelt es Absagen für das gemeinsame und lang geplante Abendessen. Dem Buchhändler und Privatdetektiv verhagelt’s die Stimmung. Der Einzelgänger ist beleidigt. Zumal er merkt, dass die Absagen wohl eher faule Ausreden sind. Nur bei seinem Freund Ekki (Oliver Korittke) scheint alles ganz real. Der will eigentlich zum Skifahren in den Süden. Aber der Zug fällt aus und jetzt ist nicht nur Wilsberg (Leonard Lansink) sauer, sondern auch seine Kumpels im Schnee. Die Bahn lässt grüßen.

Verschiedene Handlungsstränge werden verknüpft

Wilsberg-Fans ahnen spätestens an dieser Stelle: Der 57. Fall des ZDF-Ermittlers Georg Wilsberg (Samstag, 20.15 Uhr) wird kein einsamer Kampf. Was mit vielen Absagen begann, entwickelt sich doch noch zu einer Teamleistung. Die verschiedenen Stränge mit Kommissarin Anna Springer (Rita Russek) beim Banküberfall, Rechtsanwältin Alexandra Holtkamp (Ina Paule Klink) bei einer Entführung und natürlich Roland Jankowsky als Springers Assisstent Overbeck werden von Drehbuchautor Stefan Rogall und Regisseur Dominic Müller munter durcheinandergewirbelt und am Ende lustvoll miteinander verknüpft.

Soviel sei verraten: „Alle Jahre wieder“ ist mehr Komödie als Krimi. Es gibt keine Leiche und keinen künstlichen Thrill. Fernsehspaß wie gemacht für einen Samstagabend. Aber diesmal muss es doch etwas besonders sein. Denn das ZDF strahlt den Fall am 23. Dezember aus. Also am Tag vor Heiligabend. Und zum Fest sollte es schon ein Festtagskrimi sein. Gelungen ist dies den Machern, weil in dem Ränkespiel um Liebe, verpassten Sex, Geld und Eitelkeiten die Nebenrollen auch exzellent besetzt sind.

Am Ende geht alles gut aus

Carolina Vera (Staatsanwältin im Stuttgart-“Tatort“) spielt Richter-Gattin Franziska Rudolph, die eine Entführung vorgaukelt und dann überraschend über ganz viel Geld aus einem Banküberfall stolpert. Ihr Mann ist Richter-Gnadenlos in Münster und hat wohl in der Vergangenheit das Recht etwas zu streng ausgelegt. Der Österreicher Bernhard Schir („Vorstadtweiber“) spielt diese Rolle so überzeugend und frauenfeindlich, dass sich einige ZDF-Zuschauer kurz wie bei den ARD-“Vorstadtweibern“ vorkommen dürften.

Am Ende muss alles gut ausgehen – es ist halt Heiligabend, auch bei Wilsberg. Da darf selbst der trottelige Overbeck zur Bescherung kommen. Hauptdarsteller Leonard Lansink hat 2016 zu seinem 60. Geburtstag verraten, dass die Nummer 28 mit dem Titel „Oh du tödliche“ seine Lieblingsfolge ist. Der Hauptdarsteller wünschte sich, dass die Weihnachtsfolge mit Tannenbaum und Feier im Finanzamt Kult wird. Mit „Alle Jahre wieder“ legt das Team in Sachen Komödie noch einen drauf. Wem das alles zuviel Weihnachten ist: Bereits am 6. Januar 2018 folgt Folge 58 mit dem Titel „Morderney“ – dann auch wieder mit Leiche.

Die neue Wilsberg-Folge „Alle Jahre wieder“ wird an diesem Samstag, den 23. Dezember, um 20.15 Uhr im ZDF ausgestrahlt.

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