MyMz

Bayern beschließt Corona-Tests für alle

Freistaat stellt 200 Millionen Euro für das Programm bereit. Bis zu 30 000 Tests pro Tag sollen damit ermöglicht werden.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gibt die Corona-Tests für alle bekannt.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gibt die Corona-Tests für alle bekannt. Foto: Sven Hoppe/dpa

München.Ungeachtet vieler kritischer Stimmen hat die bayerische Staatsregierung kostenlose Corona-Tests für die gesamte Bevölkerung beschlossen. Das Testkonzept laute „schneller, kostenlos und für jedermann“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München.

Er kündigte an, dazu die Kapazitäten von aktuell 20 000 auf 30 000 Tests pro Tag zu erhöhen. Der Freistaat übernimmt die Kosten in all den Fällen, in denen nicht ohnehin Krankenkassen in der Pflicht sind. Man stelle dafür aufs Jahr gerechnet 200 Millionen Euro bereit, sagte Söder.

Meinung

AfD zerlegt sich im Machtkampf selbst

Landtagsfraktionschefin Katrin Ebner-Steiner spaltet. Björn Höckes Blitzauftritt im Landtag ist nur die jüngste Provokation.


Corona-Tests nur für Bayern

Die kostenlosen Coronatests in Bayern sind in erster Linie nur für die im Freistaat gemeldeten Einwohner gedacht. Es sei nicht gewollt, dass nun „sämtliche Bundesbürger nach Bayern reisen und sich hier testen lassen“, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU).

Ausnahmen seien sicher denkbar, etwa wenn sich jemand aus beruflichen Gründen viel in Bayern aufhalte oder hier trotz Wohnortes in einem anderen Bundesland schon lange einen Arzt habe.

Söder: Andere werden es Bayern nachmachen

Kritik an der bayerischen Strategie wies Söder erneut zurück. Die Kosten könnten kein Argument sein. Man dürfe nicht auf Kosten der Sicherheit der Bürger sparen. „Testen ist auch Vorbeugung“, betonte er.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder ist überzeugt, dass auch andere Bundesländer trotz ihrer teils heftigen Kritik bald dem bayerischen Vorbild von freiwilligen Corona-Tests für jedermann folgen werden. „Ich glaube schon, dass das eine Wirkung hat weit über Bayern hinaus“, sagte der CSU-Chef der „Augsburger Allgemeinen“ (Dienstag).

Jens Spahn kritisiert Bayerns Vorgehen

„Ich wurde, als wir über Schulschließungen geredet haben, angegriffen, danach hat es jeder gemacht.“ Auch bei den bayerischen Ausgangsbeschränkungen habe es am Anfang Kritik gegeben, kurz darauf habe jedes Bundesland Kontaktsperren verhängt. Ebenso seien inzwischen alle Bundesländer Bayern bei den Beschränkungen für Urlauber aus Corona-Risikogebieten gefolgt.

Bayern trifft mit seinem Vorstoß zu Corona-Tests für jedermann auch ohne Symptome auf breite Skepsis. Mehrere andere Länder hatten am Montag eine solche Ausweitung ohne konkrete Anlässe für Massentests abgelehnt. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zählte zu den Kritikern und sagte: „Einfach nur viel testen klingt gut, ist aber ohne systematisches Vorgehen nicht zielführend.“

Söder: Kosten-Kritik zählt nicht

Söder sagte der „Augsburger Allgemeinen“, die Kritik an dem bayerischen Vorgehen sei nicht medizinisch begründet. „Der eigentliche Hintergrund ist etwas ganz Anderes: Das sind die Kosten.“ Er habe die gleich Debatte schon vor Wochen auf der Ministerpräsidentenkonferenz geführt, als er den bayerischen Weg angekündigt habe. „Das Hauptargument war von dem ein oder anderen Kollegen, das koste uns zu viel, wer soll denn das alles bezahlen“.

Testen sei jedoch das wichtigste medizinische Angebot nach dem Aufbau von Intensivbetten und der Produktion von Schutzmaterial. „Das ist die einzige ernsthafte medizinische Leistung, die der Staat an dieser Stelle erbringen kann.“ (dpa)

Gesundheit

Was man zum Corona-Test wissen sollte

Bin ich positiv? Habe ich die Infektion vielleicht unbemerkt schon durchgemacht? Ein Test soll endlich Klarheit geben.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht