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Homeoffice: Risiko für die Wirbelsäule

Beschwerden nehmen aktuell stark zu. Experten geben Tipps, was jeder am eigenen Schreibtisch für seine Gesundheit tun kann.
Von Gabi Hueber-Lutz

Professor Joachim Grifka
Professor Joachim Grifka Foto: Hueber-Lutz

Bad Abbach.Arbeiten im Homeoffice erspart die tägliche Fahrt in die Firma. Für die Wirbelsäule aber kann das Arbeiten zuhause gefährlich werden. „Wir registrieren eine sprunghafte Zunahme von Patienten mit Schulter- und Nackenbeschwerden“, stellt Professor Joachim Grifka, Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik Regensburg Asklepios in Bad Abbach, fest.

Ursache sei vor allem die wachsende Zahl von Homeoffice-Arbeitsplätzen seit Beginn der Corona-Pandemie – mit oft schlechter Ausstattung und falscher Haltung vor dem Computer. Häusliche Arbeitsplätze seien oft wenig professionell und vielfach vor allem nach Gesichtspunkten der Bequemlichkeit eingerichtet, so der Klinikdirektor.

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Der Küchenstuhl tut es nicht

Konstante Schreibtischarbeit belastet die Wirbelsäule enorm. Selbst ansonsten sportlich aktive Menschen mit starker Muskulatur sind gegen Folgeschäden nicht gefeit. Der Einzelne kann aber einiges tun, damit seine Wirbelsäule die Zeit im Homeoffice gut übersteht. Schreibtisch, Stuhl und Monitor spielen hier eine wichtige Rolle. Es muss kein Luxus-Bürostuhl sein, aber der normale Küchenstuhl tut es auch nicht. Mindestanforderung ist eine Sitzgelegenheit, die sich auf die Körpergröße einstellen lässt, so die Experten vom Asklepios-Klinikum. Die Unterarme sollten dann beim normalen Sitzen horizontal und die Hände locker auf Tischplatte und Tastatur aufliegen.

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Die Sitzfläche des Bürostuhls sollte so eingestellt sein, dass zwischen Kniekehle und vorderer Sitzflächenkante noch eine Handbreit Platz bleibt und die Füße Bodenkontakt haben. Bei Bedarf hilft hier eine kleine Fußbank.

Oft gehört aber falsch ist der Ratschlag, Bildschirm-Oberkante und Augen auf gleiche Höhe zu bringen. „Gerade diese Stellung kann zu massiven Beschwerden im Schulter-Nacken-Bereich führen“, warnt Dr. Daniel Boluki, Sektionsleiter Wirbelsäule in der Orthopädischen Uniklinik. Der Grund: Bei längerem Sitzen sackt der Oberkörper zusammen. Der Kopf muss dadurch beim Blick auf den Bildschirm immer stärker angehoben werden. Besser sei es, die Stuhlrückenlehne auf Brustkorbhöhe einzustellen und so die Lehne zum Abstützen des Rückens für eine aufrechte Sitzposition zu nutzen. Auf keinen Fall dürfe man den Monitor auf den Rechner stellen. Der Bildschirm sollte vielmehr so tief wie möglich auf der Tischfläche stehen. Wichtig seien eine leicht nach unten geneigte Sichtrichtung und rund 50 Zentimeter Abstand zum Bildschirm.

Pause für die Wirbelsäule

Der Ratschlag von Professor Grifka: „Monotones Sitzen ist grundsätzlich Gift für den Rücken. Gönnen Sie Ihrer Halswirbelsäule deshalb beim Arbeiten gelegentlich eine Pause, am besten verbunden mit Halswirbel- und Schulterübungen.“ Hilfsreich seien hierbei auch Bildschirmschoner, die man kostenfrei aus dem Internet downloaden kann. Sie erinnern automatisch in einstellbaren Zeitabständen daran, Pausen zu machen, und manche liefern auch gleich Anregungen für geeignete Entspannungsübungen.

Mehr Infos zum Thema gibt es auch in dem von Professor Grifka verfassten Patientenratgeber „Rücken“ mit den zehn wichtigsten Regeln zum Schutz der Halswirbelsäule speziell für langes Arbeiten am Computer.

Die wichtigsten Informationen direkt auf das Mobilgerät: Mit MZ und ihrem Messenger bleiben Sie stets auf dem Laufenden.

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