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Musik

Deutsche Künstler räumen 2012 ab

Rapper Cro startet durch, die Toten Hosen feiern ihre größten Erfolge und Unheilig landen an der Spitze der Charts. 2012 war das Jahr der deutschen Künstler.
von Marco Krefting, dpa

Erzählt zu den Abräumern des Jahres: Rapper Cro Foto: dpa

Mannheim. Dank guter Qualität und Professionalität sind viele deutsche Künstler aus Sicht eines Experten im Musikjahr 2012 durchgestartet. Die deutsche Popmusikszene habe mittlerweile einen so hohen Standard erreicht, dass sie sich in „keinster Weise“ vor der internationalen Konkurrenz verstecken müsse, sagte der Chef der Popakademie Baden-Württemberg, Udo Dahmen, der Nachrichtenagentur dpa. „Den Konsumenten interessiert nicht so sehr, woher die jeweilige Musik kommt. Sondern da geht es darum: Gefällt mir das und hat es die Qualität, die ich wünsche, und bin ich persönlich angesprochen?“

2012 sei zudem ein „sehr besonderes Jahr“ für deutsche Künstler gewesen, weil sich viele ganz neu entwickelt und sofort erste Plätze belegt haben. „Denken wir nur mal an Cro“, sagte Dahmen mit Blick auf den Stuttgarter Rapper mit der Pandamaske. In den Jahrescharts lande dessen Album „Raop“ auf Platz 8. Philipp Poisel sei ebenfalls zum ersten Mal in den Charts wochenweise Nummer eins gewesen.

„Es gibt das immer alle paar Jahre, dass neue Musik für ein neues, junges Publikum entsteht. Das würde ich für Cro ganz deutlich sagen wollen“, erklärte der Leiter des Fachbereichs Populäre Musik der Akademie in Mannheim. Gründe dafür seien der Zeitgeist einer Generation und dass sich diese gegen eine oft nur vier oder fünf Jahre ältere abgrenzen wolle. Bei Cro habe sie „den Hip-Hop als Popmusik für sich neu entdeckt“.

Erstaunt zeigte sich der Professor, dass viele internationale Stars in diesem Jahr kaum punkten konnten. So landete nach seinen Angaben Rihanna in den Albumjahrescharts auf Platz 44, Robbie Williams auf 37. „Unter den ersten zehn sind nur drei Internationale. Das ist schon spannend.“ So folge auf Unheilig und die Toten Hosen erst an dritter Stelle die britische Sängerin Adele.

Den anhaltenden Erfolg von Altstars wie Udo Lindenberg oder den Toten Hosen, die dieses Jahr ihr 30. Bandjubiläum feierten und mehrere Wochen an der Spitze der Album- und Single-Charts standen, führt Dahmen ebenfalls auf eine treue Fangemeinde zurück. Diese habe sich etwa bei den Toten Hosen aus der Punkszene in eine Art Mainstream mitbewegt. „Die lassen natürlich nicht davon ab, die Band weiter gut zu finden. Vor allem, wenn die sich selbst weiterentwickelt.“ In Deutschland habe sich viel bewegt in den vergangenen Jahren. „Da ist Pop- und Rockmusik ein Dreigenerationenprogramm geworden.“

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