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Menschen des Jahres

Ein ziemlich normaler Held

Aus dem Status der Sänger-Hoffnung ist er längst heraus: Klaus Florian Vogt ist in der Welt unterwegs - eher auf leisen Sohlen.

Der Sänger Klaus Florian Vogt als Parsifal in der Deutschen Oper in Berlin.

Berlin. Es war das Jahr des Klaus Florian Vogt: Nach seinem Auftritt in seiner Paraderolle als „Lohengrin“ in Bayreuth hat der Tenor zur Weltkarriere angesetzt. Einen Echo-Klassik als „Sänger des Jahres“ hat er im Oktober gewonnen, auf seiner ersten Solo-CD, die im Januar erschien, steht er mit Schwert und Rüstung auf dem Cover als blonder Recke. „Helden“ heißt die CD mit vielen Wagner-Arien, aber auch Stücken von Mozart und Flotow.

Dabei geht Vogt alles Heldische ab. Der Versuch, den realen Künstler mit den gespielten Gestalten in Verbindung zu bringen, greift bei ihm nicht. Der einstige Hornist beim Philharmonischen Staatsorchester Hamburg lebt mit seiner Familie in Brunsbüttel und ist ziemlich bodenständig.

Vogt hat eine ungewöhnliche Sängerkarriere hinter sich. Bei einer Familienfeier sollte er mit seiner damaligen Freundin und heutigen Frau, einer professionellen Sängerin, ein Ständchen anstimmen. „Das hat mir und den Zuhörern Spaß gemacht“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Seine Frau drängte Vogt, die Stimme ausbilden zu lassen.

An der Lübecker Musikhochschule schaffte er es dann bis zur Konzertreife. Nach einem ersten Engagement in Flensburg folgte die Semperoper in Dresden. 2003 entschied sich Vogt, es als freischaffender Sänger zu versuchen. 2007 debütierte er bei den Bayreuther Festspielen als Stolzing in Richard Wagners Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“. Das war der Durchbruch.

Heute ist er einer der führenden Wagner-Tenöre weltweit, singt an der Metropolitan Opera in New York, in Dresden und Baden-Baden, in Paris und Tokio. Der Norddeutsche verfügt über einen glockenklaren Klang, die Stimme trumpft nicht auf, selbst in den hohen Lagen hört sie sich wie gehaucht an.

Dabei half Vogt die Erfahrung im Orchestergraben. „Als Orchestermusiker hat man einen anderen Zugang zum Klang. Wenn man weiß, wo der lauteste Ort im Orchester ist, kann einen als Sänger auf der Bühne auch nicht mehr viel schrecken.“

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