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Geld

Erfolgreiches Jahr für Pfandleiher

Viele Menschen stecken in so großer Geldnot, dass sie bei Banken keinen Kredit mehr bekommen. Für sie ist der Gang ins Pfandhaus häufig der einzige Weg, um flüssig zu bleiben.

Der hohe Goldpreis hat den Pfandleihern in diesem Jahr mehr Kunden gebracht und die Kassen klingeln lassen.

Berlin. Der hohe Goldpreis hat den Pfandleihern in diesem Jahr mehr Kunden gebracht und die Kassen klingeln lassen. Sowohl die ausgezahlten Darlehen als auch die Kundenzahl hätten in den ersten drei Quartalen deutlich zugelegt, sagte Wolfgang Schedl vom Zentralverband des Deutschen Pfandkreditgewerbes der Nachrichtenagentur dpa. „Das Jahr 2012 ist ein sehr erfreuliches Geschäftsjahr“, so der Geschäftsführer. Sollte sich die Tendenz aus den ersten neun Monaten im Schlussquartal fortsetzen, dürfte unterm Strich ein Plus von etwa 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr bei der Darlehenssumme stehen.

Die genaue Summe steht nach seinen Worten noch nicht fest. In den vergangenen Jahren lag die Darlehenssumme Schätzungen zufolge aber pro Jahr bei rund einer halben Milliarde Euro.

Hintergrund für die aus Verbandssicht erfreuliche Entwicklung bei den rund 200 Mitgliedsunternehmen auch in diesem Jahr ist vor allem der anhaltend hohe Goldpreis: Denn Pfandleiher können für Schmuckstücke deutlich mehr Geld auszahlen, was eine Pfandleihe attraktiver macht. Sehr häufig wird Schmuck verpfändet, aber auch technische Geräte, die wegen des raschen Wertverfalls jedoch häufig kein hohes Darlehen einbringen. Auch Autos können beliehen werden.

Und so funktioniert die Pfandleihe, die in Deutschland per Gesetz geregelt ist: Der Kunde bringt den Wertgegenstand zum Leihhaus und bekommt vom Pfandleiher ein Darlehensangebot. Ob Uhr, Laptop oder Gemälde angenommen wird, entscheidet der Pfandleiher. Festgeschrieben ist der Zins, den ein Pfandleiher dafür nehmen darf. Er liegt bei höchstens einem Prozent pro Monat. Hinzu kommen Gebühren, die bis zu einem Darlehensbetrag von 300 Euro ebenfalls festgeschrieben sind: Bei einem Betrag von 30 Euro fallen pro Monat 2 Euro Gebühren an, bei 300 Euro sind es 6,50 Euro monatlich. Ist das Darlehen höher, darf über die Gebühren frei verhandelt werden.

Entscheidender Unterschied zwischen Bank- und Pfandkrediten ist, „dass der Kunde beim Pfandkredit ausschließlich mit seinem verpfändeten Gegenstand haftet und nicht persönlich mit seinem sonstigen Vermögen, weshalb auch keine Prüfung der persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Kunden erforderlich ist“, betont Schedl.

Verbraucherschützer beobachten mitunter große Unterschiede bei den ausgezahlten Darlehen und raten dazu, genau zu vergleichen. „Häufig ist der Pfandkredit ein schneller, aber auch ein sehr teurer Kredit“, gibt Claudia Kurzbuch, Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung, zu bedenken. Dies sieht auch Stefanie Laag von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen so: „Natürlich ist es ein einfacher Kredit, aber gerade bei längeren Laufzeiten kann der effektive Jahreszins weit über dem eines üblichen Bankkredits oder eines Dispo-Kredits liegen.“

Möchte der Kunde seinen Gegenstand wiederhaben, muss er die Kreditsumme samt Zinsen und Gebühren zurückzahlen. Holt er ihn nicht ab, ist das Geschäft für ihn im Grunde erledigt. Es kommt frühestens nach vier Monaten zu einer öffentlichen Versteigerung. Mehrerlöse stehen dem Kunden zu, die er zwei Jahre lang abholen kann. Ansonsten fallen sie dem Fiskus zu.

Bei der Festlegung des Darlehens müssen die Kunden einen Sicherheitsabschlag vom tatsächlichen Wert in Kauf nehmen. „Denn der Pfandleiher trägt das Risiko, dass in der Versteigerung kein das Darlehen sowie die Zinsen und Gebühren deckendes Gebot abgegeben wird“, so Schedl. Allerdings komme es nur in zehn Prozent der Fälle zu einer Versteigerung. Nach seinen Worten suchen auch vermehrt Mittelständler Leihhäuser auf, um mit dem Einsatz eines privaten Pfandgegenstands einen Kredit für eine Zwischenfinanzierung zu bekommen.

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