MyMz

Neustart fürs Gehirn: Wege aus der Depression - Do. 13.02. - 3sat: 20.15 Uhr

Alternativen zur Psycho-Pille

Weltweit sind mehr als 300 Millionen Menschen von Depressionen betroffen. Viele der Erkrankten schlagen nicht auf die angewandten Therapien an. Die Medizin sucht nach neuen "Wegen aus der Depression".

  • Die Journalistin Julia Zipfel leidet seit Jahren an Depressionen. Mit ihrem Film über die sich weiter verbreitende Erkrankung macht sie sich auf Spurensuche durch den Therapiedschungel. Foto: ZDF / Micha Bojanowski
  • Die Elektrokrampftherapie ist die älteste Therapieform bei Depressionen. Mittlerweile wurde die Anwendung weiterentwickelt und und gilt schonender als noch in früheren Zeiten. Foto: ZDF / Micha Bojanowski
  • Bei der transkraniellen Magnetstimulation(TMS) werden einzelne Hirnareale gezielt angesteuert und stimuliert. Foto: ZDF / Micha Bojanowski
  • Hoffnung Esketamin: Seit 2019 ist in USA ein Nasenspray mit einem antidepressiven Wirkstoff zugelassen. Foto: ZDF / Micha Bojanowski
  • Zu viel des Gutgemeinten? Allein in Deutschland sind mehr als 40 Antidepressiva auf dem Markt. Foto: ZDF / Micha Bojanowski

Noch immer gilt die Erkrankung als Stigma. Doch sie kann unvorhergesehen beinahe jeden treffen. Aktuelle Erhebungen belegen das. Rund jeder Fünfte erkrankt einmal in seinem Leben an einer Depression. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht sogar davon aus, dass sie der zweithäufigste Grund für Erwerbsunfähigkeit werden wird. Julia Zipfel leidet seit ihrer Kindheit an Depressionen. Und sie ist die Autorin des Films "Wege aus der Depression", der nun bei 3sat zu sehen ist.

Aus erster Hand kann die Filmemacherin die Hintergründe der Krankheit sehr nachvollziehbar und authentisch beleuchten. Doch Zipfel nutzt ihre Dokumentation nicht etwa für einen Therapieversuch in eigener Sache. Sie verlässt klug ihre persönliche Geschichte und wendet sich vielmehr neuen durchaus alternativen Therapiemöglichkeiten zu. Hintergrund ist, dass die Versuche, Depressionen wie andere Krankheiten mit Medikamenten zu behandeln mittlerweile vielen Experten fragwürdig erscheinen.

Der US-amerikanische Psychiater Dr. Irving Kirsch von der Harvard Medical School beispielsweise hat Studien über neue, noch nicht offiziell zugelassene Psycho-Präparate ausgewertet. Er kommt zu einem erstaunlichen Ergebnis und belegt, dass ein Placebo in allen Studien fast genauso wirksam gewesen sei wie das eigentliche Medikament. Weitere Hoffnungen ruhen auf Therapieversuchen wie der transkraniellen Magnetstimulation des Gehirns oder der Verabreichung des auch als Partydroge bekannten Narkosemittels Ketamin als Nasenspray.

Nach der Wissenschaftsdokumentation am Donnerstagabend bei 3sat diskutiert Gert Scobel ab 21 Uhr ein verwandtes Thema. Seine Sendung steht diesmal unter der Titel "Depression - alte Mythen, neue Wahrheiten". In dieser ist unter anderem zu erfahren, dass auch Entzündungen und Störungen der Darmflora Depressionen verursachen können.

Andreas Schoettl

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht