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"Tatort: Angriff auf Wache 08"

"Augsburger Puppenkiste war spannender": Til Schweiger wettert gegen Tukur-"Tatort"

Über Geschmack lässt sich streiten - über die "Tatorte" mit Ulrich Tukur allemal. Nach der Ausstrahlung von "Angriff auf Wache 08" gab es viel Lob und auch viel Tadel - Letzeres überraschenderweise in Form einer saftigen Kollegenschelte.

  • Til Schweiger ist ein "Tatort"-Schauspieler, der selbst polarisiert. Das hindert nicht, die Arbeit der Kollegen kritisch zu kommentieren. Foto: 2017 Getty Images/Dominik Bindl
  • Ist der Rechtsstaat am Ende? Im dystopischen "Tatort: Angriff auf Wache 08" werden Kommissar Murot (Ulrich Tukur) und eine zufällig zusammengewürfelte Gruppe Menschen, zu der auch das Mädchen Jenny (Paula Hartmann) gehört, von einer Horde blutrünstiger Verbrecher belagert. Foto: HR / Bettina Müller
  • Tolle neue Paraderolle für Peter Kurth ("Babylon Berlin"): Im neuen Tukur-"Tatort" darf er eine Hommage an den älteren John Wayne spielen. Foto: HR / Bettina Müller
  • Murot (Ulrich Tukur, links) will Jenny (Paula Hartmann) vor Serienmörder Kermann (Thomas Schmauser) schützen. Foto: HR / Bettina Müller
  • Zwei alte Freunde treffen sich in cineastisch auswegloser Situation wieder: Felix Murot (Ulrich Tukur, rechts) wollte seinen 80er-Jahre-Buddy Walter Brenner (Peter Kurth) in dessen Polizeimuseum besuchen. Foto: HR / Bettina Müller

Jedermanns Sache sind die "Tatorte" mit Ulrich Tukur nicht. Die HR-Krimis, in denen der Wiesbadener LKA-Beamte Felix Murot ermittelt, sind stets aufs Neue künstlerisch gewagt - und hochgradig polarisierend. In der Episode "Angriff auf Wache 08", die am Sonntagabend im Ersten lief, wurde nur knapp der eigene "Tatort"-Leichenrekord verfehlt. Dazu gab es Filmzitate satt von Howard Hawks bis John Carpenter sowie ein Krimi-Setting zwischen Western und Zombie-Gemetzel. Für die meisten Kritiker ein echter Filmkunst-Leckerbissen, so auch für den Rezensenten der "FAZ". Damit provozierte der Autor prominente Widerrede - Til Schweiger höchstpersönlich meldete sich auf Facebook zu Wort.

Zu einer Verlinkung der rundheraus lobenden "Tatort"-Kritik der "FAZ" schimpfte Schweiger nicht nur auf den Verfasser des Artikels, sondern ebenso knapp wie deutlich auch auf den Film. "Was hast du genommen, bevor du diese 'Kritik' geschrieben hast?!I", ereiferte sich der Star, der mit dem Hamburger Kommissar Nick Tschiller selbst einen hochgradig polarisierenden "Tatort"-Ermittler verkörpert. Schweiger amüsiert: "lch werf mich weg." Garniert mit vielen Lach-Emojis gipfelt die beim "Tatort" eher unübliche Kollegen-Schelte des Schauspielers in einem wenig vorteilhaften Vergleich: "Jede Folge der Augsburger Puppenkiste war glaubwürdiger, besser gespielt und vor allem spannender!"

Der Facebook-Post des 55-Jährigen wurde über Nacht mehr als 600-mal kommentiert - wie sich denken lässt, fielen auch bei den Social-Media-Nutzern die Reaktionen unterschiedlich aus. "Selten so einen schlechten Tatort gesehen - es wird immer schlimmer!", gaben viele Schweigers Beobachtung Recht. Etliche andere schlugen sich jedoch auf die Seite des begeisterten Kritikers: "Großartige Schauspieler in einer völlig grotesken Reminiszenz-Story. Beste Unterhaltung, wenn man Kino kennt."

Auf der offiziellen "Tatort"-Präsenz bei Facebook urteilte sogar eine deutliche Mehrheit lobend über "Angriff auf Wache 08", eine Hommage an den Thriller-Klassiker "Assault - Anschlag bei Nacht" aus dem Jahre 1976. Mit 7,98 Millionen Zuschauern lag die Publikumsreichweite dennoch leicht unter dem üblichen Niveau des ARD-Sonntagskrimis. Im Schnitt schalteten den "Tatort" im laufenden Jahr 8,85 Millionen Zuschauer ein.

teleschau

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