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Noah - So. 04.08. - SAT.1: 20.15 Uhr

Biblisches Spektakel

Russell Crowe befehligt als "Noah" die Arche und rettet die Schöpfung vor Gottes biblischem Zorn.

  • Wenn der Regen kommt: Russell Crowe beordert als Noah seine Familie auf die Arche. Foto: SAT.1 / 2014 Paramount Pictures Corporation
  • Naameh (Jennifer Connelly) gibt ihrem Mann Noah (Russell Crowe) Kraft, Hoffnung und Liebe. Foto: SAT.1 / 2014 Paramount Pictures Corporation
  • Ila (Emma Watson) spielt eine ganz besondere Rolle in der Planung des Schöpfers. Foto: SAT.1 / 2014 Paramount Pictures Corporation
  • Mit Tubal-Kain (Ray Winstone, rechts) hat Noah (Russell Crowe) einen fiesen Widerpart, der die Rettungsmission torpedieren will. Foto: SAT.1 / 2014 Paramount Pictures Corporation
  • Auch Noahs Sohn Shem (Douglas Booth) und Adoptivtochter Ila (Emma Watson) können sich dem blutigen Kampf zwischen ihrem Vater und Tubal-Kain nicht entziehen. Foto: SAT.1 / 2014 Paramount Pictures Corporation
  • Noahs Großvater Methusalem (Anthony Hopkins, Mitte) eröffnet Noah (Russell Crowe, links) und dessen Sohn Shem (Gavin Casalegno) Gottes Plan, die Welt durch eine Sintflut von dem Bösen zu befreien. Foto: SAT.1 / 2014 Paramount Pictures Corporation

Seit Kindestagen, sagt Darren Aronofsky, sei er von der "Noah"-Geschichte fasziniert. 2014 schickte der New Yorker den biblischen Weltenretter in einen großen Film - mit Blockbuster-Budget und prominenten Darstellern: Russell Crowe in der Titelrolle und Jennifer Connelly als Noahs Frau Naameh müssen nicht nur die Arche bauen, sondern ihre Familie auch vor dem von Ray Winstone gespielten Bösewicht Tubal-Kain beschützen. In weiteren Rollen sind Emma Watson, Logan Lerman und Sir Anthony Hopkins als Methusalem zu sehen. SAT.1 zeigt den Blockbuster mit Starbesetzung in einer Wiederholung.

Dass der Film 130 Millionen Dollar gekostet hat, sieht man ihm an: "Noah" ist ein gewaltiges, ein tosendes Spektakel, in dem leise Töne keine Chance haben. Darren Aronofsky interpretiert die relativ kurze Noah-Episode aus dem Buch Genesis frei, erfindet eine große Schlacht, fantasiert sich einen Erz-Bösewicht dazu und schwelgt in visuellen Spielereien, die teilweise beeindruckend sind und teilweise so kindlich und naiv, dass man sich verwundert die Augen reibt.

Überhaupt ist "Noah" ein wundersamer Film, der im vornehmen Gewand eines staatstragenden Epos' sowohl Actionspektakel ist als auch eine spirituelle Lehrstunde. Russell Crowe ist in dieser Rolle zugleich hemdsärmliger Schiffsbauer, fürsorglicher Familienvater und gottesfürchtiger Umweltaktivist. Und nebenbei muss er sich noch des mordlüsternden Königs Tubal-Kain und seiner finsteren Heerscharen erwehren.

Sind die Menschen der Rettung würdig?

Parallelen zur heutigen Zeit sind in "Noah" unübersehbar und mit aller Macht gewollt, nicht nur, was Umweltzerstörung und menschliche Grausamkeiten angeht. Sondern auch, was die Interpretationshoheit über Gottes Willen betrifft: Der hatte Noah beauftragt, die Arche zu bauen, um die Schöpfung zu retten. Ob allerdings die Menschen der Rettung würdig sind, müssen der verbitterte Patriarch und seine hoffnungsvolle Familie nach heftigen, blutigen und tränenreichen Auseinandersetzungen selbst entscheiden. Dieser mit einer gehörigen Portion Pathos aufgeladene Konflikt ist der Kern des Films, hier erkundet Aronofsky, was den Menschen ausmacht. Hier geht es um Barmherzigkeit und die Freiheit des Willens, vor allem aber um die Frage, ob die Menschheit eine Zukunft hat.

Man muss Aronofskys Vision nicht teilen. Sie ist ziemlich ungestüm und lässt keinen Platz für eigene Interpretationen. Aber bei allem Kopfschütteln kann man sich dem laut dröhnenden Film einfach nicht entziehen. "Noah" ist ein fesselndes Stück Unterhaltungskino, das sich sehr ironiefrei der Mechanismen moderner Fantasy-Blockbuster bedient: mit epischen Schlachten in "Herr der Ringe"-Optik, computer-generierten Wirklichkeiten, einem zweifelnden Helden und einem finsteren Erzfeind.

Andreas Fischer

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