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Unsere wunderbaren Jahre (2) - Sa. 21.03. - ARD: 20.15 Uhr

Deutschland, deine Wunden

Teil zwei des ARD-Eventfilms über die deutsche Nachkriegszeit legt weitere Verletzungen der Nazi-Zeit frei: Hat Familien-Patriarch und Fabrikant Eduard tatsächlich Stacheldraht für das KZ Bergen-Belsen geliefert? Und wie kam Jürgens Vater an seine Apotheke, die zuvor einem Juden gehörte?

  • Nachkriegs-Saga "Unsere wunderbaren Jahre": Ulla Wolf (Elisa Schlott) und Tommy Weidner (David Schütter) haben eine gute Zeit auf dem Motorrad. Foto: WDR / UFA Fiction / Willi Weber
  • Ulla (Elisa Schlott) hat es geschafft - sie studiert Medizin an der Uni Tübingen. Foto: WDR / UFA Fiction / Stanislav Honzik
  • Der zwielichtige Walter Böcker (Hans-Jochen Wagner) will selbst die Verantwortung im Metallbetrieb der Familie Wolf übernehmen - und die neuen D-Mark-Münzen produzieren. Foto: WDR / UFA Fiction / Willi Weber
  • Christel Wolf (Katja Riemann, rechts), ihre Tochter Gundel (Vanessa Loibl) und deren Verlobter Benno Krasemann (Franz Hartwig) müssen bei einer Beerdigung Abschied nehmen. Foto: WDR / UFA Fiction / Wolfgang Ennenbach
  • Nachkriegsträume im westdeutschen Provinzstädtchen Altena: Benno (Franz Hartwig, links) präsentiert seine Vision eines Ladens, Jürgen (Ludwig Trepte, zweiter von links) macht sich Notizen, sein Onkel (Anthony Arndt) hört zu. Foto: WDR / UFA Fiction / Stanislav Honzik
  • Arbeiten für den Sozialismus: Tommy (David Schütter) hackt Steine auf der Baustelle an der Stalinalle. Foto: WDR / UFA Fiction / Willi Weber
  • 40 D-Mark gab es im Sommer 1948 für jeden: Ulla (Elisa Schlott, Mitte) und Jürgen (Ludwig Trepte, zweiter von links) erhalten ihr "Kopfgeld". Die Geschichte der D-Mark zwischen 1948 und 2002 ist jene Klammer, die Peter Pranges Roman "Unsere wunderbaren Jahre" zusammenhält. Der TV-Dreiteiler erzählt das erste Drittel davon. Riecht nach Fortsetzung! Foto: WDR / UFA Fiction / Willi Weber

Die deutsche Nachkriegssaga "Unsere wunderbaren Jahre" nach dem gleichnamigen Roman Peter Pranges ist mit ihrem zweiten Teil im April 1949 angekommen. Fabrikant Eduard (Thomas Sarbacher) sitzt in Haft. Der Familien-Patriarch aus Altena soll während der Nazi-Zeit Stacheldraht für das KZ Bergen-Belsen produziert haben. Seine Tochter Gundel (Vanessa Loibl) führt nun das Unternehmen, doch Geschäftspartner Walter Böcker (Hans-Jochen Wagner), ehemaliger Ortsgruppenleiter der NSDAP, will die alleinige Verantwortung. Derweil beackern Eduards andere Töchter, Ulla (Elisa Schlott) und Margot (Anna Maria Mühe) andere Felder: Ulla studiert endlich Medizin und trifft bei einer Recherche in Ostberlin, die ihren Vater entlasten soll, auf ihre alte "Flamme" Tommy Weidner (David Schütter), der nun hier studiert. Ulla sucht nach dem Apotheker Julius Rosen, den ihr Vater einst vor den Nazis gerettet haben soll. Kann er als Leumundszeuge aussagen?

Von jenem Rosen übernahm der Vater von Jürgen Vielhaber (Ludwig Trepte) einst die örtliche Apotheke. Bei dessen Nachforschungen stellt sich heraus - auch Familie Vielhaber hat Schuld auf sich geladen. Auch "Nazischwester" Margot (Ann Maria Mühe) verfolgt nach dem Tod ihres Mannes eigene Pläne - sie will nach Argentinien ausreisen. Kann ausgerechnet Walter Böcker ihr dabei helfen?

Ein wenig reißbretthaft und mit Soap-artiger Eventdichte erzählen auch die zweiten 90 Minuten des historischen ARD-Dreiteilers von Protagonisten in der westdeutschen Kleinstadt Altena. Deren Personal jagt neuen Lebensträumen im technicolorbunten Nachkriegs-Deutschland nach, wird dabei aber immer wieder von alter Schuld eingeholt. Dabei stößt die Bestseller-Verfilmung durchaus spannende, im Mainstream-TV bislang selten erzählte Themen an, die heute wieder hochaktuell erscheinen.

Teil drei von "Unsere wunderbaren Jahre" zeigt das Erste am Mittwoch, 25. März, ebenfalls um 20.15 Uhr.

Eric Leimann

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