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Die Toten Hosen - Alles ohne Strom - Do. 21.11. - ARD: 00.15 Uhr

"Du kommst dir nackt vor"

In der Düsseldorfer Tonhalle zeichneten die Toten Hosen ihr Akustik-Album "Alles ohne Strom" auf. Das Erste zeigt eine einstündige Zusammenfassung des bemerkenswerten Gigs zu später Stunde.

  • Mit 16 Musikern standen die Toten Hosen in Düsseldorf auf der Bühne. Foto: NDR / Carla Meurer
  • Ungewohnt für Campino und Band: Das Publikum hatte Sitzplätze. Foto: NDR / Enno Kapitza
  • Die Tonhalle in Düsseldorf bot den würdigen Rahmen für zwei Konzertabende. Das Gebäude entstand 1926 und war so konzipiert, dass es als Planetarium genutzt werden konnte. Foto: NDR / Enno Kapitza
  • "Alles Ohne Strom" wurde an zwei Abenden in der Düsseldorfer Tonhalle aufgezeichnet. Die CD-Version enthält 21 Songs. Am 22. November erscheint die Blu-ray. Foto: Warner
  • "Eine akustische Achterbahnfahrt voller Lebens- und Spielfreude" versprechen die Toten Hosen. Foto: Gabo

Keine Flaggen, keine Bengalos, kein Flitterregen. Keine große Show auf der Bühne und auch keine im Zuschauerraum. Es waren die etwas anderen Konzerte der Toten Hosen. "Klar ist das ungewohnt", sagt Campino. "Du kommst dir nackt vor, wenn du vor sitzendem Publikum stehst. Wann sonst sehen die Leute schon mal meine Beine, meine Füße? Und selten erkenne ich sonst von meinem Platz aus tatsächlich so viele Gesichter. Das war schon besonders - eine Art Wohnzimmerveranstaltung eben."

An zwei Abenden nahmen die Hosen in der Düsseldorfer Tonhalle ihr neues Akustikalbum auf, das vor einigen Wochen zwar wenig überraschend die Charts stürmte, bei den Fans aber zwiespältige Reaktionen hervorrief. Jetzt zeigt das Erste zu später Stunde eine einstündige Zusammenfassung des Auftritts, der von dem erfahrenen Regisseur und Band-Kenner Paul Dugdale in Szene gesetzt wurde.

Tour im kommenden Jahr

Die "MTV Unplugged"-Konzerte im Burgtheater in Wien (2005) waren den Toten Hosen in bester Erinnerung geblieben. Zuletzt gefolgt von der ungewöhnlichen Kurztour mit Gerhard Polt und den Biermösl Blosn, als - wie Campino sagt - "echte Musiker gegen Krachmacher" antraten. Die Hosen haben Geschmack daran gefunden, ihre Musik, wenn man so will, zu veredeln. 16 Künstler wurden verpflichtet. Zunächst arrangierte die Band alleine eine Vielzahl ihrer Songs neu, prüfte sie auf deren Eignung, dann kamen Streicher, Bläser, Klavier hinzu. Das Ergebnis nennt sich "Alles ohne Strom". Campino: "Es hat einfach seinen Reiz, scheinbar widersprüchliche Instrumente auf einer Bühne zu vereinigen und die Stärken rauszuholen."

Der Konzert-Film, der am 22. November auf DVD und Blu-ray erscheint, zeigt eindrucksvoll die außergewöhnliche Atmosphäre dieser beiden Abende. Die Zusammenfassung im Ersten gibt zu später Stunde ebenfalls einen interessanten Einblick. Im kommenden Jahr gehen die Toten Hosen mit diesem Set darüber hinaus auf Tour durch Deutschland. Längst sind die meisten Konzerte ausverkauft. Ganz so zivilisiert wie in der Tonhalle soll es dann aber nicht mehr zugehen. "Dann soll auch getanzt und richtig gefeiert werden", kündigt Campino an. "Ein bisschen so wie bei einer Balkanband, die man für Hochzeiten und Beerdigungen mieten kann."

Kai-Oliver Derks

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