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37°: Der unsichtbare Feind - Di. 26.11. - ZDF: 22.15 Uhr

Fatale Folgen eines Routineeingriffs

Bis zu 600.000 Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Infektionen durch multiresistente Keime. Die "37°"-Reportage begleitet zwei betroffene Frauen.

  • Es begann mit einem Routineeingriff nach einem Knöchelbruch. Martina fing sich einen multiresistenten Keim ein. Dieser wurde lange nicht erkannt. Der Keim zerstörte Martinas Bein. Foto: ZDF / Yoliswa von Dallwitz
  • Martinas Leben zerbrach infolge der lange nicht erkannten Infektion. Sie wurde depressiv. Foto: ZDF / Yoliswa von Dallwitz
  • Jahrzehnte voller Schmerz: 16 Jahre lang musste Manuela an Krücken gehen. Foto: ZDF / Yoliswa von Dallwitz
  • Ein gesundes Immunsystem hilft im Kampf gegen den Keim. Martinas Mann Peter zieht deshalb selbst das Gemüse. Foto: ZDF / Yoliswa von Dallwitz
  • Die Situation von Irmtraut Günther ist kritisch. Ihre Keime sind fast gegen alle Antibiotika resistent. Ihr droht eine Amputation. Foto: ZDF / Yoliswa von Dallwitz
  • Und noch ein Eingriff bei Irmtraut Günther: Ärzte versuchen, das Bein der 83-Jährigen zu retten. Foto: ZDF / Yoliswa von Dallwitz

Das Leben von Manuela K. änderte sich mit einem einfachen Routineeingriff. Sie wurde am Knöchel operiert. Zur Stabilisierung setzten die Ärzte ihr eine kleine Metallplatte ein. Doch Wochen nach der Operation entzündete sich die Wunde. Manuela war damals 24 Jahre alt. Martina ist heute Anfang 50. Länger als ihr halbes Leben kämpft sie mit diesem sogenannten Routineeingriff und dessen fatalen Folgen! Was sehr lange und nach unzähligen Eingriffen noch immer niemand wusste: Martina hat sich einen multiresistenten Keim eingefangen. Damit ist sie in Deutschland längst kein Einzelfall. Im Film "Der unsichtbare Feind" von Mechthild Gassner, der nun im Rahmen von "37°" im Zweiten zu sehen ist, heißt es, dass bis zu 600.000 Menschen jedes Jahr innerhalb der Republik an Infektionen durch multiresistente Keime erkranken. Rund 15.000 Menschen sterben daran. Erschreckend zudem: Die Tendenz ist steigend.

Das Privatleben von Martina zerbrach unter der Last der so lange nicht erkannten Krankheit. Sogar Freunde wandten sich von ihr ab - aus Angst vor Ansteckung. Dass sie heute wenigstens einigermaßen "Ruhe vor dem Keim" habe, wie sie es formuliert, ist nur möglich mithilfe von Morphinpflastern und einer Handvoll Tabletten, die sie täglich nehmen muss.

Wie bei Martina war es auch bei Irmtraut Günther eine Operation, die mehr schadete als nutzte. Die 83-Jährige lag in Folge einer Infektion nach einem Eingriff am Hüftgelenk sieben Monate im Krankenhaus. Sie wird in der Berliner Charité heute mit Phagen, bakterienfressende Viren, behandelt. Doch in Deutschland ist diese Therapie noch nicht zugelassen. Phagen dürfen zurzeit nur eingesetzt werden, wenn es keine alternativen Antibiotika mehr gibt und wenn eine Amputation droht.

Andreas Schoettl

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