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Wonder Woman - So. 09.02. - ProSieben: 20.15 Uhr

Frauenpower bringt den Befreiungsschlag

Fulminant schlägt "Wonder Woman" mit dem Zauberschwert eine Bresche für Menschlichkeit und Frieden, Emanzipation im Fernsehen und mehr Kreativität im Superhelden-Genre.

  • Die Amazonin "Wonder Woman" alias Diana Prince (Gal Gadot) greift mit Schwert, Schild und magischen Kräften in den Ersten Weltkrieg ein, um Kriegsgott Ares zu stoppen. Foto: ProSieben/Warner Bros.
  • Als Vorlage für die filmische Wonder Woman (Diana Prince) diente die gleichnamige Figur aus den DC Comics. Foto: ProSieben/Warner Bros.
  • Diana (Gal Gadot) ist unter Amazonen aufgewachsen. Foto: ProSieben/Warner Bros.
  • Als Wonder Woman verfügt Diana (Gal Gadot) über starke Kräfte. Foto: ProSieben/Warner Bros.
  • Wonder Woman (Gal Gadot) lässt sich von nichts aufhalten. Foto: ProSieben/Warner Bros.
  • Steve Trevor (Chris Pine) ist ein britischer Spion, der die Deutschen im Ersten Weltkrieg verfolgt. Foto: ProSieben/Warner Bros.
  • Nachdem er von Diana alias Wonder Woman (Gal Gadot, rechts) gerettet wurde, steht Steve Trevor (Chris Pine, links) in ihrer Schuld. Foto: ProSieben/Warner Bros.
  • Der deutsche General Ludendorff (Danny Huston) möchte eine Niederlage um jeden Preis verhindern. Foto: ProSieben/Warner Bros.
  • Diana alias Wonder Woman (Gal Gadot, rechts) möchte, dass Steve Trevor (Chris Pine, links) sie an die europäische Front bringt. Foto: ProSieben/Warner Bros.
  • Sir Patrick (David Thewlis) ist nicht der, der er vorgibt zu sein. Foto: ProSieben/Warner Bros.

Im Jahre 1918 tobt die Materialschlacht des Ersten Weltkriegs. Amazone Diana Prince (Gal Gadot) ist irritiert. "Was ist das für ein Kampf, bei dem ihr den Gegner nicht seht?", fragt sie im Schützengraben. Und sie will jenseits des Stacheldrahts eine kleine Stadt retten, die mitsamt ihren Bewohnern bedroht ist. "Du kannst da nicht raus", warnt Dianas amerikanischer Begleiter Steve Trevor (Chris Pine). Diana kann. In enganliegender Rüstung steigt sie aus dem Graben, wehrt Gewehrkugeln mit der Handfläche ab, schlägt mit dem Schwert Hindernisse beiseite, hält Maschinengewehrfeuer mit ihrem Schild stand, bis auch die englischen Soldaten und Steve ihr zu folgen wagen. Eine Superheldin, kampferprobt, aber sensibel, misst sich mit menschlicher Zerstörungskraft - um die Menschheit zu schützen. Es sind die Widersprüche, mit denen es "Wonder Woman" zu tun bekommt, die die Mission ihres ersten Solo-Filmauftritts so unwiderstehlich machen. ProSieben zeigt die Free-TV-Premiere als Teil der Oscar-Nacht, deren Höhepunkt die Verleihung der Academy Awards ab etwa 2.00 Uhr deutscher Zeit sein wird.

Taten einer göttlichen Heldin

Die Wunderfrau göttlichen Ursprungs ist unter archaischen Amazonen auf einer mythischen Insel herangewachsen, die Gottvater Zeus dem Zugriff des Kriegsgottes Ares entzogen hat. Eines Tages bricht durch die durchsichtige Kuppel über dem Eiland ein kleines Propellerflugzeug und stürzt ins Meer. Diana rettet den Piloten und sieht sich dem ersten Exemplar Mann ihres Lebens gegenüber. "Wow", sagt Steve Trevor, als er Dianas Gesicht über sich erblickt.

Steve ist Spion in britischen Diensten, den die Deutschen unerbittlich verfolgen. Von einem furchtbaren globalen Krieg berichtet er, der noch schlimmer zu werden droht: Ludendorff (Danny Huston), Oberbefehlshaber der deutschen Truppen, lässt von der bösartigen Wissenschaftlerin Dr. Maru (Elena Anaya) ein verheerendes Gift herstellen. Amazonen-Königin Hippolyta (Connie Nielsen) will sich raushalten, ihre Tochter Diana hingegen vermutet Ares hinter den Vernichtungsplänen und will ihn im Namen von Frieden und Nächstenliebe stoppen. Sie besteht darauf, dass Steve sie über London nach Belgien an die europäische Front bringt.

Frauen an die Macht

Die Frauenpower von "Wonder Woman" befreit das Superhelden-Genre vom eintönigen Gedröhne der letzten Blockbuster und begründet einen sehr kreativen Film. Gekonnt balanciert Regisseurin Patty Jenkins zwischen romantischer Komödie und aufwühlender Tragik, dem Pittoresken und Lakonischen der Comics und dem epischen Atem der Fantasy, der Action und der Melancholie. Versiert greift Drehbuchautor Allan Heinberg auf Spionageliteratur und das schwülstige Mata-Hari-Frauenbild des Ersten Weltkriegs zurück und dekonstruiert beides zugunsten einer integeren und faszinierenden Heldin.

Kritisch mustert die überzeitliche Wunderfrau die Kriegsführung alter Männer mit lichtem Haar und die Unterdrückung der Frau. Das ist so beschämend, dass ihr emanzipatorisches Selbstverständnis und ihre kämpferische Überlegenheit zur Beglückung werden. Vor allem aber gibt ihre Konfrontation mit Ares, der Konflikt zwischen aufbauenden und zerstörenden Kräften, "Wonder Woman" die metaphysische Substanz, die "Batman vs. Superman: Dawn of Justice" so gefehlt hat.

Dort hatte Gal Gadot bereits einen vielversprechenden Auftritt als Wonder Woman. Nun füllt sie die Rolle mit ihrer ganzen überragenden Präsenz aus. Sie verleiht der Verzweiflung über den Kleinmut der Menschen nicht nur einen allegorischen Körper, sondern auch eine Seele. In diesem Jahr wird die auch an den Kassen erfolgreiche Story fortgesetzt: Am 4. Juni kommt der Film "Wonder Woman 1984" ebenfalls unter der Regie von Patty Jenkins in die deutschen Kinos.

Andreas Günther

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