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Jerks - Di. 27.08. - ProSieben: 22.30 Uhr

Fremdscham und Fettnäppfchen: Diese Serie zwingt zum Wegschauen

Christian Ulmen und Fahri Yardim lassen in ihrer Impro-Comedy-Serie "Jerks" kein inkorrektes Fremdscham-Fettnäpfchen aus. Und zeigen dabei, wie guter Humor auch in Deutschland funktionieren kann.

  • In "Jerks" spielen Fahri Yardim (links) und Christian Ulmen sich selbst - mittlerweile in drei Staffeln. Foto: Maxdome / ProSieben
  • Christian Ulmen (links) und Fahri Yardim bringen sich in "Jerks" abermals in unerträglich peinliche Situationen. Foto: maxdome/ProSieben/André Kowalski

Menschenfleisch-Dinner, Behindertenwitze oder Flirts mit Minderjährigen: Nach zwei Staffeln der wunderbaren Comedy-Serie "Jerks" war man in Sachen schlimmer Fremdscham und politischer Inkorrektheit bereits einiges gewohnt. Dass da noch einiges geht, beweist die dritte Staffel, die aktuell bei bei den Streamingdiensten Maxdome und joyn abrufbar ist. Bevor die neue Staffel auch auf ProSieben ausgestrahlt wird, wiederholt der Sender die bisherigen Episoden immer dienstags in Doppelfolgen,

Christian Ulmen und Fahri Yardim, die sich schon aus Hamburger Kindertagen kennen, spielen darin unerträglich peinliche Versionen ihrer selbst. Klug arrangierte Plots, grandios improvisierte Dialoge und zahlreiche Gaststars sorgen dafür, dass "Jerks" zweifellos als feinsinnigste und zugleich dunkelste hiesige Comedy gelten darf. All das potenzielle soziale Grauen, das im echten Alltag unter einer dürftigen Kruste aus Moral und Anstand versteckt bleibt, bricht in der ProSieben/Maxdome-Produktion gnadenlos hervor. Ulmen und Yardim, die brillant miteinander harmonieren, sagen und tun, was viele aus Scham nicht mal zu denken wagen - und laden sich dabei von Nora Tschirner über Jasmin Wagner bis Andreas Bourani einige Gaststars ein:

Als Zuschauer muss beim Schauen der neuen Episoden, die wieder auf einer dänischen TV-Serie basieren und konzeptuell auch an Larry Davids "Curb your Enthusiasm" erinnern, sehr stark sein: "Es ist eine große Freude, sein Leid zu teilen. Auch mit dem Publikum", bringt es Yardim auf den Punkt. Es ist ein so düsteres und zugleich so lustig inszeniertes Leid, dass man es angesichts der sonstigen deutschen Comedy-Dürre gern in Kauf zu nehmen bereit ist. Auch wenn bisweilen nur Wegschauen hilft.

Maximilian Haase

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