MyMz

"Goldene Kartoffel"-Auszeichnung für ARD- und ZDF-Talkshows

"Für uns kein Standpunkt wie jeder andere": "maybrit illner" wehrt sich gegen Rassismus-Vorwürfe

Zeichnen die Talkshows von ARD und ZDF "ein verzerrtes Bild vom Zusammenleben im Einwanderungsland Deutschland"? Die Initiative "Neue Deutsche Medienmacherinnen" ist dieser Meinung und verlieh den Sendungen "hart aber fair", "maischberger", "Anne Will" und "maybrit illner" die "Goldene Kartoffel". Jetzt wehrt sich die ZDF-Talkshow gegen die Vorwürfe.

Rassismus sei für sie kein Standpunkt wie jeder andere: ZDF-Moderatorin Maybrit Illner wehrt sich gegen Vorwürfe. Foto: ZDF / Christian Schoppe
Rassismus sei für sie kein Standpunkt wie jeder andere: ZDF-Moderatorin Maybrit Illner wehrt sich gegen Vorwürfe. Foto: ZDF / Christian Schoppe

Die Liste der Vorwürfe ist lang, die Kritik harsch: Die Talkshows von ARD und ZDF kämen mit reißerischen Sendungsankündigungen und plumpen Fragen ihrem Bildungsauftrag nicht nach, sie behandelten Rassismus wie jeden anderen Standpunkt auch und ließen nicht genügend Menschen mit Migrationshintergrund zu Wort kommen. So sieht es zumindest die Initiative "Neue Deutsche MedienmacherInnen", die die vier politischen Formate der öffentlich-rechtlichen Sender nun mit dem Negativpreis "Goldene Kartoffel" für "unterirdische Berichterstattung" auszeichnete.

Zu den Vorwürfen bezogen Maybrit Illner und ihr Team in einem offenen Brief an die Stifter des Preises Stellung: Darin weist die ZDF-Moderatorin auf zahlreiche Gäste mit Migrationshintergrund hin und erklärt, dass es für sie eine "Selbstverständlichkeit" sei, "Menschen mit internationaler Geschichte bzw. Migrationshintergrund zu aktuellen Themen einzuladen".

Vor allem aber wehrt sich die Talkshow gegen den Vorwurf, dass Rassismus und Antisemitismus wie jeder andere Standpunkt auch behandelt worden wären: "Dieser Vorwurf geht gegen unser Berufsethos, gegen alle persönlichen Überzeugungen, und wir weisen ihn entschieden zurück." Man wolle stets "perspektivenreich berichten" und versuche deshalb auch, "möglichst viele Frauen, junge Menschen, Menschen aus verschiedenen Schichten, Gäste aus Nachbarländern einzuladen".

Die Einladung zur Preisverleihung sagte Illner "wegen eines lange geplanten Termins im Ausland" ab, bot aber der Initiative an, gemeinsam mit ihrer Redaktion über das Thema zu diskutieren. Generell sei ihre Sendung aber ohnehin der falsche Adressat für die Auszeichnung, so die Moderatorin, man nehme "ganz grundsätzlich" nur Preise an, "die wir verdient haben".

teleschau

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht