MyMz

Terra X: Tatort Steinzeit - So. 15.09. - ZDF: 19.30 Uhr

Hingerichtet vor 7.000 Jahren

Eine Zeitreise innerhalb der ZDF-Reihe "Terra X" führt zurück in die Jungsteinzeit. Es wurden Massengräber, ausgehoben in Deutschland, gefunden. Was ist geschehen, damals von 7.000 Jahren?

  • Als der Mensch den Krieg erfand? Auffällig viele Massengräber, Spuren von Gewalt, Mord und Totschlag aus der Zeit des Neolithikums vor 7.000 Jahren stellen die Archäologen heute noch vor Rätsel. Foto: ZDF / Namche Okon
  • Kulthandlung, Menschenopfer oder Kannibalismus? In einer jungsteinzeitlichen Siedlung bei Herxheim in Rheinland-Pfalz fanden Forscher massenhaft Skelette. Die meisten Knochen weisen Schnittspuren auf, die auf ein grausames Opferritual hindeuten. Foto: ZDF / Namche Okon
  • Feindliche Krieger auf Raubzug: Wilde Jäger und Sammler sollen bei Halberstadt eine frühe Ansiedlung ihnen unbekannter Menschen angegriffen haben. Foto: ZDF / Namche Okon
  • Mit Beginn der Neolithischen Revolution vor 7.000 Jahren wurden umherziehende Jäger und Sammler zu sesshaften Bauern mit Eigentum und Grundbesitz - um den es sich auch zu kämpfen lohnte. Foto: ZDF / Namche Okon
  • In der Jungsteinzeit bestatteten die Menschen ihre Toten in der sogenannten Hockerstellung. Je nach Status der Toten gaben ihnen die Hinterbliebenen wertvolle Grabbeigaben mit auf den Weg. Foto: ZDF / Hans Jakobi
  • Autarke Dorfgemeinschaften. Neben den typischen Landhäusern für zwölf bis 20 Clan-Mitglieder legten die Bauern auch kleine Felder und Gärten an und bauten dort Emmer, Einkorn und Gerste an. Foto: ZDF / Holger Neuhäuser

Als Forscher 2013 bei Halberstadt in Sachsen-Anhalt ein Massengrab entdeckten, war der Schrecken zunächst groß. In einer Grube fanden sie die sterblichen Überreste scheinbar wahllos verscharrter Menschen. Elf Skelette konnten später zusammengesetzt werden. Sie allesamt stammten aus der Jungsteinzeit. Was war nur passiert vor rund 7.000 Jahren?

Angelegt als kriminalistische Spurensuche begibt sich der Film, der nun im Rahmen von "Terra X" im ZDF zu sehen ist, auf eine spannende Zeitreise. Er führt zurück in eine sehr frühe Vergangenheit, als das Gebiet des heutigen Deutschland noch unter einem mächtigen Urwald lag. Durch das dichte Gestrüpp zogen vor allem Jäger und Sammler. Die Männer waren zum eigenen Überleben und das ihres kleinen Clans spezialisiert auf das Töten wilder Tiere. Irgendwann müssen sie auf eine Ansiedlung gestoßen sein. Von Menschen, die sie nicht kannten.

Im Zuge der "neolitithischen Revolution" waren Fremde aus dem Gebiet des heutigen Anatoliens auch bis nach Halberstadt gekommen. Sie brachten ein völlig neues Wissen mit. Anders als die Jäger und Sammler, die sich noch am Vorrat der Natur bedienten, bauten die Neuankömmlinge Hütten, sie kultivierten Getreide und züchteten Tiere. Ihre anfangs noch einfachen Ansiedlungen wuchsen rasch an.

"Für die Jäger und Sammler muss das Bauerntum eigentlich schockierend gewesen sein. Plötzlich gibt es Besitz auf etwas, das sie nicht kennen. Nämlich auf Land. Plötzlich gibt es Zäune. Plötzlich gibt es Begrenzungen", erklärt Professor Harald Meller, Direktor Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Halle. Das Aufeinanderprallen zweier völlig unterschiedlicher Kulturen habe sodann auch zu unfassbarer Grausamkeit geführt. Auch der frühe Mensch konnte wohl schon nicht besonders gut mit dem ihm Fremden umgehen. Über das Massengrab in Halberstadt etwa sagt der Anthropologe Christian Mayer: "Man könnte annehmen, dass die Menschen auf der Flucht von hinter erschlagen worden sind. Es könnte sich aber auch um regelrechte Hinrichtungen gehandelt haben."

Andreas Schoettl

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht