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Unterwegs nach Cold Mountain - Do. 31.10. - 3sat: 22.25 Uhr

Hoffnung in Zeiten des Krieges

Episch, menschlich und anrührend: Das Bürgerkriegsdrama zählt zum großen Vermächtnis des verstorbenen Regisseurs Anthony Minghella.

  • Inman (Jude Law) verliebt sich in die Pfarrerstochter Ada (Nicole Kidman). Foto: 3sat / ZDF / Phil Bray
  • Ada (Nicole Kidman) hat nach dem Tod ihres Vaters finanzielle Schwierigkeiten. Foto: 3sat / ZDF / Phil Bray
  • Inman (Jude Law) hält die Grausamkeiten des Bürgerkrieges nicht mehr aus. Er desertiert und flieht unter Lebensgefahr nach Hause, nach Cold Mountain. Foto: 3sat / ZDF / Phil Bray
  • Die patente Ruby (Renée Zellweger) steht Ada zur Seite. Foto: 3sat / ZDF / Phil Bray
  • Nach dem Tod ihres Vaters ist Ada (Nicole Kidman, rechts) verarmt. In ihrer Freundin Ruby (Renée Zellweger) findet sie Hilfe und Trost. Foto: 3sat / ZDF / Phil Bray

Dreimal arbeitete Jude Law mit dem preisgekrönten Regisseur Anthony Minghella, der im März 2008 im Alter von nur 54 Jahren verstarb, zusammen. Das erste gemeinsame Projekt "Der talentierte Mr. Ripley" (1999) machte den Schauspieler weltweit bekannt und brachte ihm eine Oscarnominierung. 2006 war "Einbruch & Diebstahl" in den Kinos zu sehen. In dem Drama "Unterwegs nach Cold Mountain" (2003), das zur Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs spielt, übernahm Law die Rolle der Hauptfigur Inman. Der konföderierte Soldat desertiert und macht sich auf den Weg zurück in seine Heimatstadt und zu seiner großen Liebe. Sowohl Law als auch Minghella wurden für diesen Film für den Oscar nominiert. 3sat zeigt das herausragende Kriegsdrama nun in einer Wiederholung.

In Cold Mountain sind nicht nur Inmans (Law) Wurzeln, dort lebt auch die schöne Pfarrerstochter Ada (Nicole Kidman), der er mit einem einzigen Kuss das Versprechen auf eine gemeinsame Zukunft gegeben hat. Doch zwischen ihnen liegen 300 Meilen, die der verletzte Inman nach seiner Fahnenflucht aus dem Lazarett zu Fuß zurücklegen muss. Und während Ada, die erst kürzlich ihren Vater verlor, nur mithilfe der resoluten Ruby (Renée Zellweger) die mageren Jahre überlebt, kämpft sich Inman durch ein marodes, von den Kriegswirren gezeichnetes Land - immer auf der Flucht vor feindlichen Soldaten und habgierigen Verrätern.

Zahlreiche Oscarnominierungen

Sieben Oscarnominierungen erhielt Anthony Minghellas tragisch-schönes Epos "Unterwegs nach Cold Mountain", das auf heroisierende Kriegsbilder weitgehend verzichtet und sich mehr auf das Elend der Menschen konzentriert. Prämiert wurde am Ende jedoch nur Renée Zellweger als beste Nebendarstellerin, die im Original mit einem finsteren Hillbilly-Akzent brillierte. Dabei leistet jeder einzelne Schauspieler Großes. Sei es nun Nicole Kidman oder eben Jude Law, der während seiner Odyssee vom schüchtern-einfältigen Dachdecker zum entschlossenen Helden avanciert.

In den sorgfältig ausgearbeiteten Nebenrollen überzeugen Stars wie Philip Seymour Hoffman als gefallener Gottesmann, der wie immer verlässliche Giovanni Ribisi als intriganter Kriegsgewinnler und Natalie Portman als vereinsamte Witwe. Jedoch liefern sich die Darsteller keineswegs ein eitles Schaulaufen, sondern bieten gemeinsam alle Kräfte auf, um Minghellas Verfilmung von Charles Fraziers Bestseller mit faszinierenden, vitalen und mitreißenden Individuen zu beleben.

Nicole Kidman wirkte in dem Drama "Der Distelfink" mit, das aktuell im Kino läuft. Jude Law wird bald neben John Malkovich als amerikanischer Papst in "The New Pope", der neuen HBO-Miniserie von Oscar-Preisträger Paolo Sorrentino, auf Sky zu sehen sein.

Jasmin Herzog

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