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Wolfsland - Das heilige Grab - Do. 28.11. - ARD: 20.15 Uhr

In den Händen eines Psychopathen

Der Görlitzer Kommissar Burkhard "Butsch" Schulz (Götz Schubert) erwartet voller Vorfreude seine Tochter, die mit ihrer Freundin auf einer Wanderung durch die Oberlausitz ist. Da kommt die Nachricht, dass zwei Mädchen verschwunden sind.

  • Viola Delbrück (Yvonne Catterfeld) und Burkhard "Butsch" Schulz (Götz Schubert) suchen vergeblich nach den verschwundenen Mädchen. Foto: MDR / Molina Film / Steffen Junghans
  • Der Görlitzer Kommissar Burkhard "Butsch" Schulz (Götz Schubert) stellt den Psychopathen Lutz Büttner (Peter Schneider). Doch der gibt nicht preis wo er die Tochter Emmy versteckt hat. Foto: MDR / Molina Film / Steffen Junghans
  • Clara (Luise Befort) will der Entführer ablenken. Er hat es auf Claras Freundin Emmy abgesehen. Foto: MDR / Molina Film / Steffen Junghans
  • Die Freundinnen Emmy (Anna Bachmann, links) und Clara (Luise Befort) planen einen Fluchtversuch. Foto: MDR / Molina Film / Steffen Junghans
  • Emmy (Anna Bachmann, rechts) hat sich beim Wandern verletzt. Ihre Freundin Clara (Luise Befort) versucht zu helfen. Foto: MDR / Molina Film / Steffen Junghans
  • Butsch (Götz Schubert) erklärt die auskunftsfreudige Klosterschwester Helma (Ramona Kunze-Libnow) ab sofort zur "Schweigemönchin". Foto: MDR / Molina Film / Steffen Junghans

"Gelobt sei der Herr - Lasset die Kindlein zu mir kommen!" - Zweifellos ist einer durchgeknallt, in "Wolfsland - Das heilige Grab", dem fünften Fall der Görlitzer Kommissare Burkhard "Butsch" Schulz (Götz Schubert) und Viola Delbrück (Yvonne Catterfeld). Gut, dass uns ein knapper Dialog der Kommissare wieder zurück auf die Erde holt. Schulz' Tochter kommt zu Besuch, sie ist mit einer Freundin wandern in der Oberlausitz und will nach langer Zeit endlich einmal wieder ihren Vater besuchen. Aber im nahen Wiesengrund liegt schon ein Toter- wer hat den Mann erschlagen? Als sich eine Klosterschwester vom nahen Marienkloster unter die Zeugen gesellt, wird Butsch nervös. Die Klosterfrau berichtet von einem Schuh, den man gefunden hat - und von zwei Mädchen, die gestern noch im Kloster waren, seitdem aber verschwunden sind. Könnte die Tochter des Kommissars eines der verschwundenen Mädchen sein?

Da hat die Kollegin Delbrück alle Hände voll zu tun, um Butsch zu beschwichtigen, doch so recht mag das nicht gelingen. Der Zuschauer wird denn auch nicht lange im Zweifel darüber gelassen, dass ein bibelfester Täter, der sich als Gärtner immer wieder im Kloster nützlich machte, um in sich zu kehren, tatsächlich Emmy, die Tochter des Kommissars, und deren Freundin Clara (Anna Bachmann, Luise Befort) verschleppte und gefangen nahm. Ein nunmehr toter Nachbar entdeckte ihn offensichtlich bei seinem Tun.

Trotz der frühen Offenbarung verstehen es Sven Poser ( Drehbuch) und der Regisseur Francis Meletzky, im Folgenden die Spannung hochzuhalten. Dass sich die Regie dabei geradezu in die Großaufnahmen der Gesichter verliebt, bekommt mit zunehmender Fortdauer durchaus Sinn. Der Wahnsinn eines Psychopathen begegnet der immer weiter wachsenden Sorge eines Vaters um sein Kind. Am Ende, als es zum Showdown zwischen Täter und Vater in der Klosterkirche kommt, werden die beiden Charaktere geradezu austauschbar.

Geschenkt, dass die Handlung Thriller-Klischees bis hin zu Hitchcocks Mutterkomplex aus "Psycho" bedient. Schwamm auch über die eilfertige Rekapitulation der Handlung und die stereotypen Beschwichtigungen der Kommissarskollegin. Nach der Motivation des Täters sollte man nicht allzu lange schürfen. Ein Unglück im Steinbruch und der Tod eines Kindes werden ins Feld geführt. Fast schon zu viel Schicksal, das da gewaltet hat. Doch die Gegenwart ist durchaus packend inszeniert. Mit Katzenmiau und flackerndem Feuerschein aus dem Bullerofen werden die Thriller-Erwartungen gekonnt bedient.

Zwei Nebenfiguren schieben sich arabesk in den Vordergrund: Stephan Grossmann ist endlich mal ein Polizeichef, der keine großen Worte macht. Mit seinem geliebten "Formicarium" (Ameisen-Terrarium) stellt er den wackeren Spurensicherer Jakob Böhme (wunderbar sächselnd: Jan Dose) vor große Probleme. Böhme hat die Ameisen im Büro aufs Fensterbrett in die Tod bringende Sonne gestellt. Der Chef aber verzeiht. Es sei die Natur gewesen, von Schuld könne da keine Rede sein. Derlei gilt sicher auch für den so verzweifelten Kommissar und sein so gerne wanderndes Töchterlein.

Wilfried Geldner

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