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"Terra X: Wildes Wetter - auf den Spuren der Klimaforschung"

Mit der "Polarstern" ins Zentrum des Klimawandels

Ist das Wetter wirklich verrückt geworden? Eine Dokumentation im Rahmen von "Terra X" versucht sich an Aufklärung.

  • Forschungsexpedition der "Polarstern" in die Arktis: Mit hochmoderner Technik arbeiten Wissenschaftler in abgelegenen Regionen der Welt. Foto: ZDF / Stefan Hendricks
  • Eingefroren im "ewigen" Eis erhoffen sich Wissenschaftler auf der "Polarstern" neue Erkenntnisse zu Klimaveränderungen. Vor allem im Winter ist die zentrale Arktis noch nahezu unbekannt. Foto: ZDF / Stefan Hendricks
  • Eingefroren in der Arktis: Ein Jahr lang soll der Forschungseisbrecher "Polarstern" im Eis durchs Nordpolarmeer driften. Foto: ZDF / Stefan Hendricks
  • Schockierende Bilder: Im brasilianischen Amazonasgebiet brannte in diesem Jahr der Regenwald an vielen Stellen - nicht nur in Altamira, im nördlichen Bundesstaat Pará. Foto: ZDF/ afp / laet, joao; gettyimages
  • Wetter extrem! Wissenschaftler wollen herausfinden, wie Wirbelstürme entstehen und warum. Foto: ZDF / Mike Olbinski
  • Als hätte jemand den Stöpsel gezogen: Die Trockenheit im Sommer 2018 verwandelte einige Seen mitunter in Mondlandschaften. Foto: ZDF / Robert Seitz, Imagebroker
  • Im Südwesten der USA kommt es immer wieder zu Sandstürmen. Einer von ihnen verschluckt im August 2018 die Mill Avenue Bridges in Tempe, im US-Bundesstaat Arizona. Foto: ZDF/Mike Olbinski

Es ist eine derzeit häufig diskutierte Frage: Wie hängen Hitzerekorde in Deutschland, Waldbrände in der Arktis und schmelzendes Packeis zusammen? Wie es immer wieder heißt, sei der sogenannte Klimawandel verantwortlich für die irrsten Wetterkapriolen, und eben diesen Klimawandel habe ursächlich im Wesentlichen der Mensch zu verantworten. Doch ist dem wirklich so? Schließlich gibt es auch genügend sogenannte "Klima-Skeptiker". Die gesellschaftliche Debatte rund um die Erderwärmung wird jedenfalls sehr überhitzt geführt. Und das nicht erst seit der "Fridays for Future"-Bewegung. Die ZDF-Reihe "Terra X" bemüht sich nun mit einem durchaus spektakulären Ansatz um Aufklärung.

Betont sachlich, ohne besonderen Alarmismus geht Autorin Luise Wagner in ihrem Film "Wildes Wetter - auf den Spuren der Klimaforschung" am Sonntag, 20. Oktober, 19.30 Uhr, vor. Erklär-Grafiken und anschauliche Experimente sollen einen Überblick über die aktuelle Forschungssituation geben. Und es geht auf eine sehr große Reise. Erst im September ist der deutsche Forschungseisbrecher "Polarstern" des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts vom norwegischen Tromsø aus auf die erste ganzjährige Expedition in die zentrale Arktis gestartet. Ein Kamerateam ist mit an Bord. Ziel des Projekts "Mosaik", an dem mehr als 70 wissenschaftliche Institute aus fast 20 Ländern und Hunderte Forscherinnen und Forscher beteiligt sind, ist es, einzigartige Klimadaten im Nordpolarmeer zu sammeln. Dafür ließ die "Polarstern" sich sogar einfrieren. Angedockt an einer Eisscholle wird das Schiff mit einem geschlossenen Panzer aus Meereis driften.

Der Expeditionsleiter und Atmosphärenphysiker Prof. Markus Rex sagt über das einmalige Experiment: "Ich bin sicher, damit werden wir einen Durchbruch in der Klimaforschung erreichen." Denn die Arktis sei das Epizentrum des globalen Klimawandels. Nirgendwo schreite die Erderwärmung schneller voran. "Gleichzeitig ist die Arktis aber auch die Region unseres Planeten, in der wir das Klimasystem am allerschlechtesten verstehen", so Rex.

Wissenschaftliche Schuldfrage

Die Dokumentation bleibt aber nicht nur an Bord der "Polarstern". Vorgestellt wird hier auch die deutsche Klimawissenschaftlerin Prof. Friederike Otto in Oxford. Sie habe laut ZDF eine Methode entwickelt, mit der sie in kurzer Zeit berechnen könne, "wie viel Klimawandel in einem konkreten Wetterereignis steckt - und wer daran schuld ist". Die Direktorin des Environmental Change Institute erklärt nicht nur, wie Wetterphänomene entstehen, sondern nach ZDF-Angaben auch wie die Verursacher dafür in Zukunft möglicherweise haftbar gemacht werden können.

Andreas Schoettl

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