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Immer noch eine unbequeme Wahrheit - Unsere Zeit läuft - Di. 10.12. - 3sat: 22.25 Uhr

Mit Einfluss gegen Ignoranz

Al Gore kämpft weiter gegen die Klimaerwärmung, die "Immer noch eine unbequeme Wahrheit" ist. "Unsere Zeit läuft" warnt der Ex-US-Vizepräsident in der Fortsetzung zu seiner Doku von 2006.

  • Charismatiker Al Gore liefert eine One-Man-Show. Foto: ZDF / Jensen Walker.
  • Al Gore überzeugt sich persönlich vor Ort vom Schmelzen der Gletscher. Foto: ZDF /Paramount Pictures /Participa.
  • Unterwegs durch die Welt: Al Gore (rechts) spricht unter anderem mit Klimaforschern. Foto: ZDF /Paramount Pictures /Participa
  • Im Mittelpunkt des Films stehen Ex-Vizepräsident Al Gore und sein Kampf gegen den Klimawandel. Foto: ZDF / Jensen Walker.
  • Al Gore (links) geht es auch um die Ehrung der Opfer globaler Erderwärmung. Foto: ZDF /Paramount Pictures /Participa

Von einer Erfolgsgeschichte wagt man angesichts gegenwärtiger Entwicklungen kaum zu sprechen. Und doch: Al Gore, Vizepräsident unter Clinton und Wahlverlierer gegen Bush, erreichte mit seiner Warnung vor den Folgen des Klimawandels eine weitreichende Sensibilisierung. Vor 13 Jahren klärte der Ex-Politiker mit einer gefeierten Doku über jene "Unbequeme Wahrheit" auf. Was sich seither getan hat, zeigt die eindrucksvolle Fortsetzung "Immer noch eine unbequeme Wahrheit - Unsere Zeit läuft" (2017), die auf 3sat nun als Free-TV-Premiere zu sehen ist. Als filmische One-Man-Show begleitet der Film Oscar- und Friedensnobelpreisträger Gore weiter auf seiner Mission, weltweit Menschen und Unternehmen vom Umdenken zu überzeugen.

Selten passiert es, dass ein fertiger Film den realen Begebenheiten angepasst werden muss. Im Fall von Gores aktuellem Klimaschutz-Plädoyer war dieser Schritt unvermeidlich: Der leicht optimistische Tonfall der Dokumentation musste der düsteren Realität weichen. Donald Trumps Ankündigung, aus dem Pariser Klimaabkommen auszusteigen, machte nicht nur viele Bemühungen von Gore und seinen Mitstreitern, sondern auch die Dramaturgie des Films zunichte.

Denn "Immer noch eine unbequeme Wahrheit" folgt dem Ex-Vizepräsidenten in erster Linie bei seinem jahrelangen Kampf für einen solchen Vertrag. Der Weg nach Paris ist für Gore auch vor Trump schon ein steiniger: Statistiken, Illustrationen und wissenschaftliche Erläuterungen zum Klimawandel sind diesmal im Vergleich zum Vorgänger eher rar gesät; die grundsätzliche Aufklärung über Erderwärmung und deren Folgen steht nicht mehr im Zentrum. Wichtiger ist im mitreißenderen Sequel der Kampf gegen Starrsinn und Ignoranz jener, die sich den Fakten verweigern.

Im Mittelpunkt steht dabei immer: Al Gore. Nachdem sich der Friedensnobelpreisträger mit dem ersten Film seinen Status als Klimakämpfer Nr. 1 erarbeitete, gerät er im Nachfolger zum One-Man-Show-Protagonisten. Selbst die informativen Abschnitte zur Wissenschaft zeigen Gore bei Vorträgen, die das wohlgesonnene Publikum gern goutiert.

Ansonsten gilt: Gore vor schmelzenden Gletschern, Gore in der US-Provinz, Gore in den Hinterzimmern der Macht. Besonders jene Treffen mit den Staatsoberhäuptern dieser Welt gestalten sich eindrücklich: Wenn sich der einflussreiche Charismatiker vor laufender Kamera mit den mächtigen Entscheidern der Welt triff, ahnt der Zuschauer: Keinem anderen wäre das gestattet worden, schon gar nicht mit Filmteam.

Maximilian Haase

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