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37°: In den Fängen von Scharlatanen - Di. 19.11. - ZDF: 22.15 Uhr

Mit völkischem Liedgut gegen einen Tumor?

Die Gesundheit ist ein wertvolles Gut. Deshalb setzen immer mehr Menschen in Deutschland auf alternative Heilmethoden. Einige jedoch geraten dabei auch an Scharlatane. Deren falsche Versprechen können mitunter tödlich enden.

  • Jacqueline Klaus, hier mit Ehemann Oliver, ist noch immer auf der Suche nach Antworten. Ihr Vater verstarb 2014, nachdem er Heilern glaubte und seinen Krebs nicht von der Schulmedizin behandeln ließ. Foto: ZDF / L. Kühl
  • Alternative Heiler verschreiben oft sogenannte Naturprodukte. Ob die allerdings gesund oder gar wirksam sind, darüber wird in der Medizin gestritten. Foto: ZDF / L. Kühl
  • Schon einige Male wurden harte Drogen bei Razzien von der Polizei sichergestellt, als scheinbar harmlose Therapiesitzungen stattfanden. Foto: ZDF / L. Kühl
  • Globuli und viele rezeptfreie Heilmittel wie Schüßler Salze oder Natur-Öle sind gefragt. Fraglich jedoch ist, wo die Einsatzgebiete enden. Foto: ZDF / L. Kühl
  • Weiterhin überzeugt trotz einiger dubioser Fälle: 120 wütende Anhänger der Germanischen Neuen Medizin protestieren gegen die Schulmedizin. Foto: ZDF / L. Kühl

Die Esoterik-Branche boomt. Umfragen unter anderem des Markt- und Meinungsforschungsinstituts YouGov belegen das. Demnach haben bereits 46 Prozent der Deutschen schon einmal alternative Behandlungsmethoden beziehungsweise Naturheilverfahren ausprobiert. Vor allem bei eher harmloseren Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Rückenleiden mögen Ausflüge fern der Schulmedizin kaum weitere Folgen haben, natürlich haben sich auch Schüßler Salze, Tees, Öle und viele andere Naturheilmittel bewährt. Doch es gilt, zu differenzieren. Bei ernsthaften Erkrankungen sind die Risiken oft unabsehbar, mithin können die Versprechen sogenannter Heiler sogar tödlich enden. In ihrem Film "In den Fängen von Scharlatanen", der nun im Rahmen von "37°" zu sehen ist, beleuchten die Autoren Harriet Kloss und Markus Thöß einen solchen Fall, der tödlich endete, näher.

Erzählt wird die Geschichte des Vaters der Managerin Jacqueline Klaus, dessen Krebsleiden eigentlich hätte geheilt werden können. Er hatte lediglich einen kleinen Tumor hinter dem Ohr. Die Schulmedizin räumte ihm eine Heilungschance von 90 Prozent ein.

Doch der Vater verfiel auf Anraten eines Heilers der Germanischen Neuen Medizin. Jahrelang versuchte seine Tochter, ihn davon abzubringen. "Doch er verweigerte jegliche schulmedizinische Therapie, sein Zustand verschlechterte sich zusehends", erinnert sich Klaus. Dennoch glaubte er weiterhin an die Versprechungen eines vermeintlichen Gurus, der auf völkisches Liedgut und Gymnastik setzte, aber nicht auf erfolgreich erprobte Behandlungsmethoden.

Jacqueline Klaus' Vater überlebte seinen Irrglauben nicht. Trotz eines gewonnenen Gerichtsverfahrens leidet seine Tochter noch heute darunter, dass sie seinen für sie vermeidbaren Tod nicht verhindern konnte.

Andreas Schoettl

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