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The Great Wall - Mo. 30.03. - ZDF: 22.15 Uhr

Monster-Hollywood made in China

Die Traumfabrik wird immer chinesischer. In "The Great Wall" lässt Regisseur Zhang Yimou Hollywood-Star Matt Damon gegen Monster kämpfen.

  • Hollywood-Blockbuster made in China: "The Great Wall" wurde im Reich der Mitte gedreht, die Hauptrolle übernahm mit Matt Damon aber ein Amerikaner. Dies sorgte im Vorfeld für Kritik. Foto: ZDF / Jasin Boland
  • An vorderster Front kämpft William Garin (Matt Damon) gegen die unheimlichen Angreifer. Foto: ZDF / Jasin Boland
  • Song-zeitliche Actionhelden: William Garin (Matt Damon, Mitte) muss der Truppe um Generalin Lin (Jing Tian) und Stratege Wang (Andy Lau, zweiter von rechts) helfen, das Reich der Mitte zu verteidigen. Foto: ZDF / Jasin Boland
  • Um den Angreifern Herr zu werden, fahren die chinesischen Soldaten schwere Geschütze auf. Foto: ZDF / Jasin Boland
  • Generalin Lin (Jing Tian) leitet den Widerstand gegen die Monster, die alle 60 Jahre in China einfallen. Foto: ZDF / Jasin Boland
  • Pero Tovar (Pedro Pascal, links) ist der Begleiter William Garins (Matt Damon, rechts) und flieht gemeinsam mit ihm vor den Reiternomaden ins Reich der Mitte. Foto: ZDF / Jasin Boland
  • Pedro Pascal ist unter anderem durch seine Rollen in "Narcos" sowie "Game of Thrones" unter Serien-Fans wohlbekannt. Foto: ZDF / Jasin Boland
  • Eddie Peng spielt Wu, der sich als Kommandant der Artillerie den Monstern in den Weg stellt. Foto: ZDF / Jasin Boland

In der Weltpolitik gibt es aktuell immer wieder Spannungen zwischen dem Reich der Mitte und den USA. In der Filmbranche scheint es jedoch, als seien China und Hollywood mittlerweile beste Freunde. Dieser Freundschaft wurde im Jahr 2016 ganz besonders Ausdruck verliehen: In amerikanischen Blockbustern wie "Rogue One - A Star Wars Story" oder "Independence Day: Wiederkehr" spielten reihenweise chinesische Stars. Mitunter werden Filme gar nachträglich für den chinesischen Markt bearbeitet. Dass China sich in amerikanische Studios einkauft, schien nur der Anfang gewesen zu sein. Auch Hollywood hat längst erkannt, dass ein Stück vom großen chinesischen Kuchen besonders gut schmeckt. Da war eine Produktion wie "The Great Wall", die in China spielte, aber mit einem waschechten Hollywood-Star in der Hauptrolle lockte, nur eine Frage der Zeit. Diese schien 2016 gekommen.

Mit "Le Mans 66: Gegen jede Chance", gelang Hauptdarsteller Matt Damon vor kurzem wieder ein echter Hit, der mit zwei Oscars ausgezeichnet wurde. Seine Rolle in der chinesisch-amerikanischen Co-Produktion wurde hingegen kritisch bewertet. Nicht aufgrund seiner Schauspiel-Fähigkeiten, sondern aufgrund seiner Herkunft.

Alle 60 Jahre gibt's Monster-Besuch

Rund 150 Millionen US-Dollar soll das Spektakel gekostet haben. Bei solchen Summen will man sich nicht mit Kleinigkeiten aufhalten, nein, das immerhin größte Bauwerk der Menschheitsgeschichte hat sich der Film zum Thema genommen. "Hast du jemals etwas Vergleichbares gesehen", darf dann auch William Garin (Matt Damon) nach wenigen Filmminuten staunen, als er zusammen mit seinem Begleiter Pero Tovar ("Narcos"-Star Pedro Pascal) erstmals vor der durchaus imposanten Chinesischen Mauer steht.

Die beiden Händler aus dem fernen Europa sind irgendwo im trostlosen Norden Chinas mit Mühe und Not kämpferischen Reiternomaden entkommen. Regisseur Zhang Yimou lässt die Chinesische Mauer jedoch nicht nur von "Barbaren" attackieren. Bei ihm sind es Monster, die den Grenzsoldaten das Leben schwer machen. Alle 60 Jahre greifen die Ungeheuer das Reich der Mitte an, jetzt ist es wieder so weit.

Matt Damon sorgte für einen Shitstorm

Garin und Tovar flüchten sich vor den Bestien in eine Garnison an der chinesischen Mauer. Hier bereiten sich die Soldaten unter Führung von Generalin Lin (Jing Tian) und Stratege Wang (Andy Lau) auf den bevorstehenden Angriff vor. Während Tovar zunächst nur zurück in die Heimat möchte, schließt sich Garin, nach gründlicher Rasur endlich auch als Matt Damon zu erkennen, dem Kampf an.

Dass ausgerechnet ein Weißer die Chinesische Mauer vor der Monsterattacke retten muss, löste einen kleinen Shitstorm aus, noch bevor "The Great Wall" überhaupt in den Kinos startete. Wobei man Damon kaum um diese Rolle beneidet. Er muss einige der plattesten Dialogzeilen seiner Karriere aufsagen, wenn ihm das Drehbuch zwischen lauter Monster-Schlachten überhaupt mal eine kurze Verschnaufpause gönnt. Wäre nicht immer wieder die Große Mauer oder ein chinesisches Gesicht auf der Leinwand zu sehen, dieselbe Story könnte auch im alten Griechenland, im Weltall oder sonst wo spielen. "The Great Wall" ist der Beweis, für den Annäherungs-Prozess zwischen China und Hollywood - im Guten wie im Schlechten.

Sven Hauberg

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