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Weitere 14 Fälle entdeckt

Nach Manipulations-Skandal: RTL klärt Reporter-Betrug weiter auf

Nach der Aufdeckung eines Manipulations-Skandals im eigenen Haus hat RTL den Betrugsfall weiter aufgeklärt: Der mittlerweile entlassene Reporter habe zahlreiche Beiträge nach wiederkehrenden Mustern manipuliert.

  • Nach dem Skandal um die Manipulation von TV-Beiträgen hat RTL den Fall weiter aufgeklärt. Foto: RTL
  • Michael Wulf, RTL-Chefredakteur und Geschäftsführer infoNetwork, zeigte sich über den Manipulationsfall geschockt: "Wir sind erschrocken, dass trotz unserer umfangreichen Kontrollmechanismen ein Mitarbeiter über Jahre hinweg vorsätzlich täuschen und manipulieren konnte". Foto: MG RTL D / Guido Engels

Nach dem Manipulations-Skandal bei RTL hat der Sender die Vorgänge nun weiter aufgeklärt: Vor sechs Wochen war ein Reporter gefeuert worden, der mehrere Beiträge im RTL-Programm manipuliert und gefälscht hatte. Die entscheidende Information über eine etwaige Verletzung der journalistischen Sorgfaltspflicht war von einer Kollegin des 39-jährigen Mannes gekommen. Nach "umfangreichen Prüfungen" zieht der Sender nun eine "vorläufige Bilanz" einer Prüfung aller Beiträge des Reporters.

Nach Sichtung aller 104 Reportagen des Ex-Mitarbeiters sei ein sechsköpfiges Team neben den sieben bereits bekannten manipulierten Beiträgen auf 14 weitere Betrugsfälle gestoßen - vornehmlich für das Mittagsmagazin "Punkt 12". "Darüber hinaus gibt es weitere Verdachtsmomente, die noch nicht abschließend verifiziert werden konnten", heißt es in einer zweiten Mitteilung "in eigener Sache". "Über einen Zeitraum von knapp zehn Jahren hat der Reporter demnach sowohl die eigene Redaktion als auch die Zuschauer immer wieder systematisch und vorsätzlich getäuscht", teilt RTL mit.

Bei dem Skandal würden sich laut RTL drei wiederkehrende Muster der Manipulation ergeben: "Zum einen täuschte der Reporter bei Selbstversuchen mehrmals die angebliche Dauer seiner Experimente vor. Zum anderen hat der Reporter mehrfach Menschen dazu überredet, Dinge zu behaupten, die ihnen niemals widerfahren sind oder Geschichten nachzuerzählen, die ihm Protagonisten, die nicht gefilmt werden wollten, berichtet hatten." Meist sei dabei verdeckt gedreht worden. Oft habe der Reporter gegenüber den Protagonisten vorgegeben, Szenen nachzustellen, diese aber dann als echt gekennzeichnet. Zudem hätte er oft Archivbilder genutzt, um, so RTL weiter, "seine Thesen zu untermauern und seine Beiträge stärker zu machen. Doch anstatt dies kenntlich zu machen, suggerierte er mehrmals, dass er die Bilder frisch gedreht habe".

In der Mitteilung wird RTL-Chefredakteur Michael Wulf zitiert: "Wir sind erschrocken, dass trotz unserer umfangreichen Kontrollmechanismen ein Mitarbeiter über Jahre hinweg vorsätzlich täuschen und manipulieren konnte. Aus diesem Grund haben wir gemeinsam mit dem Qualitätsmanagement unserer Abnahmeverfahren deutlich ausgebaut und werden zusätzlich Beiträge von unseren Reportern stichprobenartig kontrollieren." Zu den Maßnahmen, die man bereits eingeleitet habe, gehörten eine "fortlaufende Überprüfung und ggf. Optimierung der Bestell- und Abnahmeprozesse". Zudem solle ein Team von wechselnden Mitarbeitern "künftig zusätzlich zu den sendungsverantwortlichen CvDs regelmäßig und stichprobenartig Beiträge überprüfen und dazu auch das Rohmaterial sichten". In einem Postfach könnten anonym Hinweise abgegeben werden.

teleschau

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