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"Catherine The Great"

So gut ist Helen Mirren als Katharina die Große

Adelige Rollen scheinen Helen Mirren zu liegen. 13 Jahre nach ihrem Oscar für "The Queen" legt die Schauspielerin erneut die Königsgewänder an. Ob sie auch als Katharina die Große überzeugen kann?

  • Mit strenger Hand führt Katharina II. (Helen Mirren) im 18. Jahrhundert das russische Zarenreich. Foto: Sky Uk Ltd
  • Grigory Orlov (Richard Roxburgh) ist der Mann an Katharinas (Helen Mirren) Seite. Denn erhofften öffentlichen Liebesbeweis verweigert ihm die Monarchin jedoch. Foto: Sky Uk Ltd
  • An Leutnant Grigory Potemkin (Jason Clarke) findet Katharina II. (Helen Mirren) schnell Gefallen. Foto: Sky Uk Ltd
  • Macht nicht nur auf dem Pferd eine glänzende Figur: Helen Mirren gibt die Ambivalenz Katharinas II. eindrucksvoll wieder. Foto: Sky Uk Ltd
  • Was die beiden wohl aushecken? Nikita Iwanowitsch Panin (Rory Kinnear, links) und Paul (Joseph Quinn) führen etwas im Schilde. Foto: Sky Uk Ltd
  • Mit seinem forschem Auftreten macht sich Leutnant Grigory Potemkin (Jason Clarke, links) nicht nur Freunde. Foto: Sky Uk Ltd

Ehre, wem Ehre gebührt: Zur Premiere ihrer neuen Serie "Catherine The Great" begnügte sich Hauptdarstellerin Helen Mirren nicht mit einem würdevollen Gang über den roten Teppich. Stattdessen ließ sich die 74-Jährige vor dem Londoner Filmtheater Curzon stilecht von vier Männern an den Fotografen und Schaulustigen vorbeitragen - in einer Sänfte. In der Historienserie, einer Zusammenarbeit zwischen Sky und HBO, verkörpert sie die einstige russische Zarenkönigin Katharina II. Nach ihrer oscargekrönten Darbietung in "Die Queen" (2006) und der Rolle als Königin Charlotte in "King George - Ein Königreich für mehr Verstand" (1994) übernimmt Mirren damit einmal mehr die Herrschaft. Ab 24. Oktober gibt es die vierteilige Miniserie bei Sky Atlantic HD (immer donnerstags in Doppelfolgen ab 20.15 Uhr), sowie via Sky Ticket und Sky Go zu sehen.

Die Handlung setzt kurz nach dem Machtantritt Katharinas II. 1762 ein. Mit der Hilfe des Militärs und einiger treuer Gefolgsleute hat sie gerade ihren ungeliebten Vorgänger Peter III. aus dem Amt geputscht. Im Zarenschloss aber muss sich die gestrenge Herrscherin mit ihrem engen Berater Nikita Iwanowitsch Panin (Rory Kinnear) noch den bedingungslosen Rückhalt erarbeiten. Außerdem wird ihr bewusst, dass ihre angedachten und sehr progressiven Reformvorschläge bei ihren Untertanen auf - gelinde gesagt - wenig Begeisterung stoßen.

Neben ihren Pflichten als Regentin birgt auch das Privatleben der deutschstämmigen Monarchin den ein oder anderen Stolperstein. Ihr langjähriger Liebhaber Grigory Orlov (Richard Roxburgh) verlangt nach einer öffentlicher Liebesbekundung und Anerkennung für seine Hilfe beim Regierungsumsturz. Doch Katharina, die bis heute auch für ihren hohen Männerverschleiß bekannt ist, hat schon längst ein neues Objekt der Begierde in den Blick genommen: Leutnant Grigory Potemkin (Jason Clarke).

Bemerkenswerte Helen Mirren

Mit tollen Kulissen und opulenten Kostümen ist es schon alleine der optische Schauwert, der "Catherine The Great" sehenswert macht. Dazu zeigt Helen Mirren mit dem ambivalenten Charakter von Katharina der Großen einmal mehr ihr facettenreiches Spiel. Während der rigorosen Regentin am Zarenhof nur selten eine Emotion über das Gesicht huscht, offenbart sie in privaten Situationen ein ganz anderes Wesen. Als sich Potemkin mehr und mehr in ihr Leben schleicht, wandelt sich Katharina II. von der herrischen Befehlshaberin zur liebestrunkenen Verehrerin. Dieser Spagat gelingt Mirren scheinbar spielerisch leicht und mit einem jugendlichen Elan, der angesichts ihres Alters von 74 Jahren verblüffend ist.

Bei allen Lobeshymnen auf die Hauptdarstellerin: Das Drehbuch von Nigel Williams kann da nicht ganz mithalten. Die Intrigen, die sich um die Zarin entspinnen, fallen bei weitem braver aus, als es etwa im zynischen Drama "The Favourite - Intrigen und Irrsinn" der Fall war. Besser gelingt dagegen die langsame Entfaltung der Beziehung zwischen Katharina II. und ihrem langjährigen Liebhaber Potemkin. Ans Herz gelegt sei zudem ein kurzer Blick in die Historienbücher. Ansonsten fällt es zum Auftakt der Sky-Serie schwer, die für westliche Ohren ungewohnt klingenden Namen und deren Funktion im Handlungsgeflecht korrekt zuzuordnen und immer auf der Höhe des Geschehens zu bleiben. Aber ein wenig historische Vertiefung nebenbei kann ja gewiss nicht schaden.

Julian Weinberger

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