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Madame empfiehlt sich - Mi. 18.03. - ARTE: 20.15 Uhr

Viel Rauch um Catherine Deneuve

Catherine Deneuve gelingt es in dem französischen Roadmovie "Madame empfiehlt sich", die Suche ihrer Filmfigur nach Zigaretten in die Sehnsucht des Zuschauers nach dem unergründlichen Geheimnis der Ausnahmeschauspielerin zu verwandeln.

  • Und wieder einmal beweist die sphinxhafte Catherine Deneuve (mit Nemo Schiffman), dass sie einen ganzen Film zu tragen vermag - selbst wenn der seine Schwächen hat. Foto: ARTE / Wild Side Film
  • Fährt ihren nervigen Enkel Charly (Nemo Schiffman) durch die Gegend: die Altersschönheit Bettie (Catherine Deneuve). Foto: ARTE / Wild Side Film
  • Die Restaurantbesitzerin Bettie wurde von der damals 70-jährigen Grande Dame des französischen Kinos, Catherine Deneuve, gespielt. Ihren Enkel Charly verkörperte Nemo Schiffman. Foto: ARTE / Wild Side Film
  • Verdreht den Männern immer noch den Kopf: Die ehemalige Schönheitskönigin Bettie (Catherine Deneuve). Foto: ARTE / Wild Side Film
  • Macht das Paffen wieder salonfähig: Bettie (Catherine Deneuve) in dem Pro-Raucher-Film "Madame empfiehlt sich". Foto: ARTE / Wild Side Film

Dem Mythos nach sind es ja immer die Männer, die die Schnauze voll von ihrem beengten Leben haben, sodass sie irgendwann losfahren ... Zigaretten holen. Hier ist es die Restaurantbesitzerin Bettie, gespielt von der damals 70-jährigen Grande Dame des französischen Kinos, Catherine Deneuve. Sie geht - und kehrt nicht mehr zurück. Dabei liegt das zunächst nur daran, dass es sich in der bretonischen Provinz, in der die Ex-Schönheitskönigin und Kettenraucherin hängengeblieben ist, als äußerst schwierig erweist, an einem Sonntag Fluppen aufzutreiben. Regisseurin Emmanuelle Bercot verfasste zusammen mit Jérôme Tonnerre das Drehbuch zu ihrer vierten Regiearbeit. Nun zeigt ARTE den Film "Madame empfiehlt sich" (2013) erstmals im Free-TV.

Betties Weg führt sie immer weiter weg von zu Hause, von ihrem mies laufenden Restaurant "Auberge" samt Hummeraquarium, ihrer dominanten Mutter und ihrem verheirateten Langzeitliebhaber, der sie just für eine 25-Jährige verlassen hat. Fortan scheint die Kamera förmlich an Catherine Deneuve zu kleben. Ebenso wie die französische Regisseurin Bercot und Kameramann Guillaume Schiffman wird der Zuschauer nicht müde zu enträtseln, was sich bloß hinter diesen verträumten Augen abspielt. Offensichtlich ist dieses tragikomische Roadmovie nicht mehr, aber auch nicht weniger als eine offensichtliche Hommage an eine Ausnahmedarstellerin, die in über 100 Filmen ihre unnachahmliche Sphinxhaftigkeit kultiviert hat.

Oberflächlicher Kitsch

Bercot hat sich als Co-Autorin des in Cannes 2011 ausgezeichneten, ungewöhnlichen Dramas "Polisse" bereits einen Namen gemacht. Um so überraschender sind hier nun das oberflächliche Drehbuch und nicht ausreichend entwickelte Figuren. Betties von ihrer Mutter zutiefst enttäuschte Tochter Muriel (dargestellt von Sängerin Camille) und ihr Enkel Charly (Nemo Schiffman), den sie bislang nicht kennengelernt hat, werden zur Nebensache. So fährt die kühle Schönheit immer weiter durch die malerische Landschaft, gönnt sich einen One-Night-Stand mit einem aufdringlichen jungen Mann mit Mutterkomplex, verfrachtet ihren elfjährigen Enkel, der ihre Geduld überstrapaziert, zu seinem Großvater und schaut vorher noch bei einem Treffen früherer Schönheitsköniginnen vorbei.

Leider führt ihr Selbstfindungstrip letztlich in die Sackgasse einer filmischen Auflösung, die an klischeehaft französischem Kitsch nur schwer zu überbieten ist. Doch während die Filmfigur Bettie bereits nach dem Abspann rapide zu verblassen beginnt, geistert die rätselhafte Diva Deneuve wieder einmal noch Wochen danach durch die Tagträumereien des Zuschauers.

Zuletzt war die mittlerweile 76-jährige Deneuve in dem französisch-japanischen Spielfilm "La verité" zu sehen, der im Januar in den französischen Kinos startete.

Gabriele Summen

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