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Dokumentarfilm im Ersten: Die Familie Brasch - Mi. 09.10. - ARD: 22.45 Uhr

Wenn der Vater den eigenen Sohn verrät

Regisseurin Annekatrin Hendel zieht das Mehr-Generationen-Porträt des Intellektuellen-Clans wie einen Art "Buddenbrooks der DDR"-Roman auf.

  • Die Familie Brasch versucht lange, in der aufstrebenden DDR Fuß zu fassen (von links): Klaus, Peter, Marion, Gerda und Thomas Brasch. Foto: rbb/Edition Salzgeber/It Works!
  • Der Schriftsteller Christoph Hein blickt auf eine typische deutsche Dynastie zurück. Foto: rbb/Edition Salzgeber/It Works!
  • Marion Brasch ist das einzig noch lebende Familienmitglied des einstigen Clans. Foto: rbb/Edition Salzgeber/It Works!
  • Die Schauspielerin Katharina Thalbach war mit der Familie gut bekannt. Foto: rbb/Edition Salzgeber/It Works!

Horst Brasch war einer der Köpfe, der die DDR nach dem Krieg einst tatkräftig mit aufbaute. Der leidenschaftliche Antifaschist und seine Frau Gerda fühlten sich in der sowjetisch besetzten Zone zwar selbst nie richtig wohl, leisteten aber viel Unterstützung, um das System vom "real existierenden Sozialismus" auf deutschem Boden mit ins Leben zu rufen. Seine drei Söhne Thomas, der später zu einem gefeierten Literatur-Star wurde, sowie die jüngeren Brüder Peter und Klaus stehen dem Staat zunehmend kritisch gegenüber. Als Vater Brasch später mit seinem rebellierenden Sohn Thomas in heftigen Streit gerät, liefert er den Autor selbst den Behörden aus - und leitete damit nicht nur dessen, sondern auch sein eigenes Karriereende ein.

Regisseurin Annekatrin Hendel gelang mit "Der Dokumentarfilm im Ersten: Familie Brasch" eine spannende Aufarbeitung von Zeitgeschichte im Privaten - fast wie in Thomas Manns "Buddenbrooks"-Roman. Dokumentarisch erzählt sie, wie Geschichtsthemen die Spannungen in einer Familie unerträglich machen. Dafür sprach Hendel mit Marion Brasch, der letzten Lebenden des Familien-Clans, aber auch mit der Schauspielerin Katharina Thalbach, dem Dichter Christoph Hein, der Liedermacherin Bettina Wegner und dem Künstler Florian Havemann.

Rupert Sommer

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