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Tödliche Flucht - Do. 23.01. - ARTE: 21.05 Uhr

Wenn Hoffnungen auf ein besseres Leben platzen

In unmittelbarer Nähe einer sogenannten Erstaufnahmeeinrichtung am Stadtrand Dublins wird eine Leiche gefunden. Die sechsteilige Miniserie "Tödliche Flucht" beleuchtet die verzweifelte Lage von Flüchtlingen auch in Irland.

  • Eine junge Geflüchtete aus Nigeria wurde ermordet: Inspector Jen Rooney (Lynn Rafferty) übernimmt die Ermittlungen. Foto: ARTE / Spiral Pictures
  • Ihre Hoffnungen auf ein besseres Leben sind zerplatzt. Die junge Mutter Abeni (Aïssa Maïga) strandet in einer heruntergekommenen Flüchtlingsunterkunft am Rande Dublins. Foto: ARTE / Spiral Pictures
  • Der junge Isaiah (Aaron Edo)hatte eine rätselhafte Beziehung mit der ermordeten Esme. Foto: ARTE / Spiral Pictures
  • Auch der Algerier Samir (Slimane Dazi) führt ein einsames Leben in einer heruntergekommenen Flüchtlingsunterkunft am Rande Dublins. Foto: ARTE / Spiral Pictures
  • Schnell kommt es zu einem angeblich rassistischen Übergriff: Der irische Polizist Fitzer (Sean Fox, rechts) verliert die Nerven und will den geflüchteten Samir (Slimane Dazi) verhaften. Foto: ARTE / Spiral Pictures

Die junge Mutter Abeni Bankole (Aïssa Maïga) hat es nach ihrer Flucht aus Nigeria an den Stadtrand Dublins verschlagen. Dort lebt sie mit ihren beiden Söhnen in einer "sogenannten Erstaufnahmeeinrichtung", wie ihr Betreuer das heruntergekommene Haus nennt. Direkt daneben blinken die Warnlichter an den Türmen einer Wasseraufbereitungsanlage. Acht Jahre später hat es Abeni noch immer nicht aus dem Schatten des Kraftwerks geschafft. Ihre Hoffnung auf ein besseres Leben in Irland ist längst geplatzt. Ihr Tag bleibt bestimmt von der Angst, womöglich doch noch abgeschoben zu werden. Mit dem gewaltsamen Ableben der minderjährigen Esme (Marlene Madenge), die erschlagen in unmittelbarer Nähe der Flüchtlingsunterkunft gefunden wird, beginnt vordergründig ein spannender Kriminalfall. Inspector Jen Rooney (Lynn Rafferty) und ihr Team ermitteln in der neuen Serie "Tödliche Flucht" im angespannten Umfeld der Unterkunft.

Von den "67 Menschen, mehr oder weniger", die dort leben, können die Beamten jedoch kaum Hilfe erwarten. Die Bewohner des Heimes wie der Algerier Samir (Slimane Dazi) gelten durch ihre schlimmen Erfahrungen in ihren Heimatländern allesamt traumatisiert. Menschen in Uniform begegnen sie skeptisch. Zudem herrschen Sprachbarrieren vor.

Bereits der Auftakt des Sechsteilers von Regisseur David Caffrey und Drehbuchautor Stuart Carolan, der in Zusammenarbeit mit dem Kriminalroman-Autor Jo Spain entstand, gibt vor, wohin die Reise wirklich führt. Kein Klischee, wie mies die Geflüchteten in Irland behandelt werden, bleibt aus. Abenis Zimmer ist von Schimmel befallen. Das Essen, mal wieder Lasagne und Pasta, schmeckt nicht. Dem gläubigen Samir wird durch einen minderbemittelten irisch-weißen Hausmeister auf den Gebetsteppich in voller Schuhmontur getrampelt. Im Heim gilt eine gemeine Ausgangssperre bis 22 Uhr. Und der gerne schnell aufbrausende Polizist Fitzer (Sean Fox) leistet sich sogleich einen rassistischen Übergriff gegen einen der Heimbewohner. Die tragen ihren Unmut nach außen - doch ausgerechnet Chef-Ermittlerin Rooney mahnt immer wieder zur Nachsicht. "Viele dieser Menschen sind traumatisiert", erklärt sie. "Deshalb sollten wir sehr einsichtig sein", so die Polizistin. Allerdings gehen die zwielichtigen Gestalten der Unterwelt Irlands mit anderen Bandagen zur Sache. Der Mordfall führt schließlich in die Hölle der Frauenausbeutung im Rotlichtmilieu.

ARTE zeigt zunächst drei Episoden aufeinanderfolgend. Die Folgen vier bis sechs sind zu sehen am Donnerstag, 30. Januar, 22.05 Uhr.

Andreas Schoettl

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