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Was Deutschland bewegt: Beuteland - Die Millionengeschäfte krimineller Clans - Mo. 25.11. - ARD: 20.15 Uhr

Wie alte und neue Clans kriminell Geld machen

Clankriminalität ist in deutschen Großstädten seit Jahren ein Problem. Eine Doku deckt nun auf, wie die Clans agieren - und dass sie neuen Zuwachs erhalten. Doch auch der Staat reagiert.

  • Schwerbewaffnete Polizisten wagen den Einsatz gegen eine Clan-Familie, die in mehreren Spielhallen rund 48 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben soll. Foto: WDR / RBB
  • Beschlagnahme von Luxusautos hilft im Kampf gegen die Clans nur wenig. Foto: WDR / RBB
  • Die Polizei geht inzwischen schärfer gegen die Clans vor. Foto: WDR / RBB

Spätestens seit der Erfolgsserie "4 Blocks" (aktuell auf TNT Serie) ist auch außerhalb der Großstädte bekannt, dass in Deutschlands Untergrund bisweilen weit verzweigte Clan-Strukturen herrschen. Doch was im fiktiven Krimiformat unterhaltsam daherkommt, kann in der Realität zur echten Bedrohung für Leben und Existenzen werden. Im Rahmen der Reihe "Was Deutschland bewegt" legt die ARD-Dokumentation "Beuteland" nun die "Millionengeschäfte krimineller Clans" offen.

Kompromisslos zeigt der Film von Renè Althammer und Olaf Sundermeyer, dass vor allem die arabischen Clans hierzulande wie Wirtschaftsunternehmen funktionieren und dabei auch international agieren. Das illegal erwirtschaftete Geld wird sicher innerhalb der legalen Ökonomie angelegt, in der Hoffnung auf Gewinne. Hohe Chancen dafür bestehen auf dem Immobilienmarkt. Die Mieteinnahmen sichern die Existenz der Clans. Etwa in Berlin, wo die Oberstaatsanwältin Petra Leister, die seit Jahren gegen kriminelle Clans ermittelt, zahlreiche "Firmengründungen" beobachtet. Als Hochburg gilt auch Nordrhein-Westfalen.

Einschüchterung hat Wirkung

An Beispielen zeigt die Doku auf, wie das Vorgehen der Clans auch andere Stadtbewohner beeinflusst: So zerstörte eine Clan-Angehörige in einer deutschen Großstadt die Träume von Kleingärtnern, die ihre Pachtgrundstücke kaufen wollten - von der Libanesin aber überboten wurden. Ermittlungen, Razzien in Shisha-Bars oder Beschlagnahmungen von Luxusautos bringen dabei nur wenig, so macht der Film deutlich. Gerade auch, weil nach den Alt-Clans, die in den 70er-Jahren aus dem Libanon kamen, aktuell anscheinend auch syrische Zuwanderer derlei Strukturen aufbauen. Ihr Fokus liegt insbesondere auf dem Drogenhandel, auf Schleuserkriminalität sowie Zoll- und Steuerdelikten.

Aufgezeigt wird in dem hochinformativen und akribisch recherchierten Film, wie die kriminellen Clans, ob alt oder neu, vorgehen. Wie die Lücken im Gesetz ausgenutzt werden, wie Behörden und Banken kriminelle Machenschaften wie Geldwäsche und Steuerhinterziehung nicht konsequent anzeigen. Nicht selten fehlt es auch an Zeugen, oft zeigen zudem Einschüchterungsversuche ihre Wirkung. Aber: Der Staat greift langsam durch - nicht nur mit Hilfe der Landeskriminalämter, sondern auch mit Unterstützung des Bundeskriminalamts.

Maximilian Haase

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