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Lebenslinien: Lohmeyer & Manz - und täglich grüßt der Widerspruch - Mo. 10.02. - BR: 22.00 Uhr

Zwei Komödianten, die sich aneinander reiben

Gemeinsam sind sie unschlagbar: Seit über 40 Jahren streitet sich das Ehepaar Gerd Lohmeyer und Monika Manz schöpferisch, Reibungen führen zu neuem Zusammenbleiben und zu künstlerischem Erfolg. Im "Lebenslinien"-Doppelporträt erzählen die so unterschiedlichen Temperamente anschaulich von sich selbst.

  • Gerd Lohmeyer und Monika Manz nach der Vorstellung von "Mutter Sprache" des Oberpfälzers Werner Fritsch, in dem Lohmeyer die im Koma liegende Mutter spielt. Monika Manz als Tochter. Foto: BR / Christoph castor
  • Gerd Lohmeyer wird am 10. Februar 75, er ist von vielen Film- und Theaterauftritten her bekannt. Seit Längerem ist er als Kioskbetreiber Gerstl in der BR-Dauerserie "Dahoam is Dahoam" zu sehen. Foto: BR / Ulrich Schramm
  • Die Niederbayerin Monika Manz studierte zunächst auf der Münchner Kunstakademie, bevor sie sich vom La MaMa-Theater begeistern ließ und nach New York zog. Foto: BR / Ulrich Schramm
  • Der 1945 geborene Würzburger Gerd Lohmeyer wollte zunächst Musiker werden, bevor er die Schauspielerei für sich entdeckte. Dass er nur 1,57 Meter maß, schien zunächst ein Handicap. Foto: BR / Ulrich Schramm
  • Gerd Lohmeyer und Monika Manz - hier zu Hause in München - sind seit 40 Jahren ein Paar und offensichtlich mit Humor gesegnet. Foto: BR / Ulrich Schramm
  • Gerd Lohmeyer und Monika Manz im Theaterstück "Mutter Sprache" von Werner Fritsch. Lohmeyer spielt die Mutter, im Stück sagt er nur ein einziges Wort. Foto: BR / Christoph Castor

Jeder, der sich schon mal gefragt hat: Wer ist dieser kleinwüchsige Theatermann mit der festen warmen Stimme und dem Riesen-Komödientalent, der kann nun fündig werden in diesem "Lebenslinien"-Doppelporträt des BR. Der Staats-, Stadt- und Straßentheaterschauspieler Gerd Lohmeyer, der am 10. Februar 75 Jahre alt wird, und Monika Manz, seine Frau seit 40 Jahren, bilden auch in künstlerischer Hinsicht ein kongeniales Gespann.

Beide sind sie Schauspieler, sie aus der Off-Szene kommend und vom New Yorker La MaMa-Theater infiziert, er ein gestandener Staatsschauspieler (Hannover, Münchner Residenztheater, Kammerspiele), befruchteten sich gegenseitig, nach ihrem plötzlichen Aufeinandertreffen an einem "schönen Tag" in Schwabing, 1977. Lohmeyers Freund und Schauspielkollege Hans-Jörg Tarantik hätte damals beinahe die Radfahrerin Monika zusammengefahren, wie nun im Film geschildert wird - ein Glück für sie und Lohmeyer, dass es anders kam.

Es begann nach erster Verknalltheit eine immerwährende Zeit gegenseitiger schöpferischer Befruchtung, Streit und Auseinanderetzungen inbegriffen. Wer's nicht glaubt, wie gut so was möglich ist, muss sich ein wenig gedulden im neuen "Lebenslinien"-Film des BR. Da machen sie es vor, diese beiden alten Theaterhasen, wie das geht: sich auf die Sekunde genau zu streiten - sei es, um den Auftritt, den Vorhang, die Gänge. "Jetzt überfahr' mich nicht so!", ruft er, als sie gleich wieder nach vorne prescht, und stöhnt verletzt: "Jetzt muss ich Pause machen."

Bis dahin ist es ein farbiges Lebensbild zweier noch immer weithin Unbekannter, trotz Lohmeyers Dauerrolle in "Dahoam is Dahoam" oder wunderbaren Klamauks im bayerischen Erfolgsfilm "Das große Hobeditzn". Der "Lebenslinien"-Titel "Und täglich grüßt der Widerspruch" mag allerdings insofern etwas irreführend sein, als hinter allen Reibungen spürbar ein 40 Jahre währendes großes Einverständnis steckt, ohne das dieses Leben zu zweit sicher nicht gegangen wäre.

Wilfried Geldner

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