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Donnerstag, 21. Juni 2018 29° 8

Neue TV-Doku zeigt: So grausam und perfide waren die Methoden der Inquisition

  • Im Hochmittelalter lebten die Menschen in ständiger Furcht vor religiösen Verfolgungen. Die vierteilige Doku-Reihe "Die Inquisition" am 31. Mai thematisiert nun die Verfolgungen in den verschiedenen Ländern. Foto: ZDF / TCB Media Rights Ltd
  • "Templer und Katharer" sind Glaubensrichtungen, deren Macht dem König zu groß war: Er ließ sie verfolgen, foltern und umbringen. Foto: ZDF / TCB Media Rights Ltd
  • Die dritte Folge "Häretiker in England" zeigt, dass unter verschiedenen Regenten sowohl Katholiken, als auch Protestanten hingerichtet wurden. Foto: ZDF / TCB Media Rights Ltd
  • Bei einer "Hexenjagd", wie sie in Folge vier thematisiert wird, werden vermeintliche Hexen verfolgt und gefoltert. Hexerei galt damals als ein schreckliches Verbrechen. Der berühmteste Hexenjäger war Matthew Hopkins. Foto: ZDF / TCB Media Rights Ltd

"Die Welt lebte über 500 Jahre im Schatten der Inquisition und Verfolgung", heißt es in der vierteiligen Dokumentation "Die Inquisition". Die britische Produktion, die am Donnerstag, 31. Mai, auf ZDFinfo zu sehen ist, rollt dieses finsterste Kapitel einer düsteren Ära nun in einer beispiellosen Gründlichkeit auf.

Sicherlich nicht zu Unrecht bezeichnet der Sender die Inquisitoren als "eine der brutalsten Terrororganisationen der Geschichte". In dem aufwendigen Beitrag, der mit zahlreichen Reenactment-Sequenzen aufwartet, geht es um Taten, Beweggründe und Methoden der religiösen Fanatiker, die jahrhundertelang unter der Kirche, dem Kaiser und dem König folterten und mordeten. Mithin bildete sich eine perfide Schreckensherrschaft heraus, ein Klima der Angst, in dem beinahe jeder fürchten musste, beschuldigt, angeklagt und verurteilt zu werden. Die Vorwürfe waren schnell ausgesprochen, und es brauchte nicht viel, um als Abtrünniger, Häretiker und Ketzer im Kerker zu landen.

Es kam insbesondere zu den Hochzeiten der Inquisition zu unsagbaren seelischen und körperlichen Grausamkeiten, die den Historikern noch heute Rätsel aufgeben. So wird in dem sehenswerten Vierteiler nicht nur en detail erklärt, mit welchen Instrumenten und Verfahren gefoltert und gemordet wurde, es wird auch die Frage ausgelotet, wie Menschen zu solchen Untaten überhaupt fähig sein konnten. Auch die Angst der religiös Verfolgten wird thematisiert. Anhand von Original-Protokollen aus Prozessen und Verhören werden einzelne Fälle herausgegriffen, Täter- und Opfer-Psychogramme erstellt und mit großer emotionaler Wucht nacherzählt. Wohl nie zuvor wurde in einem TV-Beitrag über die Inquisition im Mittelalter derart tief geschürft.

Die vierteilige Dokumentation steigt um 22.15 Uhr mit einer Folge über die "Templer und Katharer" ein. Einflussreiche und mächtige Glaubensrichtungen lenken schnell die Aufmerksamkeit auf sich und werden vom französischen König und den Inquisitoren verfolgt. Ein Opfer darunter war auch Jeanne d'Arc. Um 23.00 Uhr startet die zweite Folge "Ketzerverfolgung in Spanien", die sich mit der spanischen Inquisition unter König Ferdinand II. von Aragón und Königin Isabella I. beschäftigt.

Mit der Folge "Häretiker in England" um 23.45 Uhr werden die blutigen religiösen Verfolgungen in Großbritannien und unter Heinrich VIII., der sich von der katholischen Kirche lossagte, verdeutlicht. Unter seiner Tochter Mary I. werden Protestanten hingerichtet, unter Elizabeth I. wieder Katholiken. Der vierte und letzte Teil der historischen Doku-Reihe "Hexenjagd" (0.30 Uhr) nimmt sich das Verbrechen der Hexenjagd und die damit zusammenhängenden Praktiken zur Folter im 17. Jahrhundert zum Thema.

Die Dokumentation "Die Inquisition" stammt ursprünglich aus Großbritannien und wurde 2014 produziert. Nun wird die kleine Reihe als Free-TV-Erstausstrahlung auf ZDFinfo ausgestrahlt. Am Mittwoch, 6. Juni, werden alle vier Teile ab 2.45 Uhr wiederholt.

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