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Grillen

Ist das schon durch?

Grillen kann mehr sein, als einen Schweinehals auf den Rost werfen. Amelie Breitenhuber und Benjamin Burkhardt lernen, ein Gourmet-Menü zu zaubern.
Von Amelie Breitenhuber und Benjamin Burkhardt

  • Amelie Breitenhuber und Benjamin Burkhardt haben sich an den Grill gewagt. Foto: Breitenhuber/Burkhardt
  • Sternekoch Thomas Kellermann Foto: Breitenhuber/Burkhardt

Passau.Dichter Rauch hängt über dem Garten und beißt in den Augen. Alles Wedeln hat nichts geholfen, nur ein einsames Kohlenstück glimmt spärlich. Die Gäste fangen an zu nörgeln.

Grillabende bedeuteten für uns bis jetzt mehr Abenteuer als Genuss. Doch ist es wirklich so schwer, ein annehmliches Grillmenü zuzubereiten? Dem wollten wir endlich einmal auf den Grund gehen.

Der Blick ins Internet zeigt, dass wir mit unserem Problem nicht alleine sind. Ob Grundlagen- oder Profiseminar: alles ist ausgebucht. Bis auf den Kurs für Vegetarier. Wir konnten trotzdem einen Platz ergattern. Damit unser Menü auch Feinschmecker-Ansprüchen genügt, schauten wir Sternekoch Thomas Kellermann über die Schulter.

Unser Experiment: Wir stellen uns einem Drei-Gänge-Menü und setzen die Experten-Tipps in die Praxis um. Auf dem Plan stehen Avocado mit Litschidip, Entenbrustspießchen mit Pflaumen und Ananas mit Waldbeeren-Granitée. Schon beim Einkauf tun sich Schwierigkeiten auf. Erst im dritten Supermarkt können wir eine Entenbrust ergattern, bei den Litschis müssen wir uns mit der Dosenvariante begnügen.

In der Küche herrscht ein Klima der Überforderung. Avocado schneiden gelingt uns noch ganz gut, mit der Entenbrust haben wir ein bisschen zu kämpfen. Mehr mit Gewalt als mit Geschick durchbohren wir die Scheiben mit den Schaschlikspießen.

Ein Erfolgserlebnis erwartet uns beim Entfachen des Feuers. Der neu erstandene Anzündkamin ist ein wahres Wunderwerk. Ganz entspannt können wir den Briketts dabei zusehen, wie sie gleichmäßig durchglühen. Doch die Avocados lagen wohl zu lange in der Marinade, jedenfalls kommen sie eher breiig vom Grill. Die Entenbrust dagegen schmeckt wirklich gut.

Die Ananas hat ein Grundsatzproblem: Leider war sie beim Kauf noch nicht ganz reif. Da hilft es auch nicht, dass sie vor dem Grillen schon eine Stunde lang im Ofen gegart wurde. Richtig weich wird sie auch auf dem Rost nicht. Immerhin bekommt sie eine etwas ansprechendere Farbe.

Der Deckel unseres Kugelgrills verfehlt bei uns seinen Zweck. Alle paar Minuten lüften wir ihn, um zu sehen, ob unser Grillgut schon verbrannt ist. „Wer kein Fleischthermometer hat, kanns ich auch ganz auf sein Gefühl verlassen“, erklärt Thomas Kellermann. Ganz talentfrei sind wir wohl doch nicht: Die Entenspieße sind immerhin durch. Auch wenn wir erst nach mehrmaligem Anschneiden wissen, wann wir sie vom Grill nehmen müssen. Ananas und Avocado sind leider zu hart beziehungsweise zu weich.

Wir sind dennoch zufrieden. Immerhin brannte der Grill sehr vorbildlich. Unsere Gäste aber mussten auch diesmal lange auf ihr Essen warten. Geschmeckt aber hat es trotzdem. Für uns war es perfekt, auch wenn es beim Sternekoch natürlich besser geschmeckt hat.

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