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Apple, Google und Facebook: Die Netzwelt 2011

Die IT-Unternehmen zogen im vergangenen Jahr mehr Aufmerksamkeit auf sich denn je.

Geldbörse im Handy: Google startet das digitale Portemonnaie „Google Wallet“.

Berlin. Es begann mit der Verhandlung von Julian Assange und endete mit einem regelrechten Streichkonzert bei Siemens Nokia Networks: Ein Überblick über die Netzwelt im Jahr 2011.

Jänner bis April

Julian Assange sitzt fest: Nach einer Verhandlung wird klar, dass der Wikileaks-Gründer noch länger in Großbritannien auf eine Entscheidung über die Auslieferung nach Schweden warten muss, wo ihm sexuelle Nötigung vorgeworfen wird. Ende 2011 kämpft er immer noch.

Nokia springt ins Microsoft-Boot: Der Handy-Weltmarktführer setzt auf eine Allianz mit dem Windows-Riesen, um den Rückstand im Smartphone-Geschäft aufzuholen. Im November erscheint das erste Nokia-Telefon mit dem Betriebssystem Windows Phone, das Lumia 800.

Telekom will US-Abenteuer beenden: Die Mobilfunk-Tochter T-Mobile USA soll für 39 Milliarden Dollar an den Platzhirsch AT&T gehen. Zum Jahresende macht massiver Widerstand der Wettbewerbshüter ein Scheitern des Deals jedoch immer wahrscheinlicher.

Google-Mitgründer Larry Page übernimmt nach rund zehn Jahren wieder die Führung des Internet-Konzerns. Sein zentrales Projekt ist das eigene Online-Netzwerk Google+, ein Rivale für Facebook. Es startet im Sommer und hat zum Herbst über 40 Millionen Mitglieder.

Konkurrenz für Google Street View: Microsoft kündigt seinen Online-Straßenatlas Bing Maps Streetside für Deutschland an. Nach einem Streit mit Datenschützern um einen Vorab-Widerspruch starten Ende Mai die Kamerafahrten.

Datenschutz-Debakel bei Sony: Unbekannte Angreifer verschaffen sich Zugang zu Informationen von bis zu 100 Millionen Kunden des Elektronik-Riesen. Sonys Online-Dienste müssen für Wochen vom Netz, immer neue Schwachstellen tauchen auf, der Schaden ist immens.

Mai bis August

„Tessas Facebook-Party“: Eine Hamburgerin macht die Einladung zu ihrem 16. Geburtstag aus Versehen öffentlich. Es kommen rund 1500 Jugendliche, Nachbarn klagen über Sachbeschädigung, die Polizei muss einschreiten. Weitere „Facebook-Partys“ folgen.

Digitale Spaß-Guerilla: Die Hacker-Gruppe LulzSec taucht auf und bohrt sich scheinbar mühelos durch Online-Präsenzen von Unternehmen und Behörden. Ende Juni erklärt sie genauso plötzlich die Auflösung. Behörden verkünden, sie hätten Mitglieder festgenommen.

Geldregen für die Skype-Besitzer: Bei seiner größten Übernahme kauft Microsoft den Internettelefonie-Dienst Skype für 8,5 Milliarden Dollar. Es ist deutlich mehr als zuvor für Skype bezahlt wurde. Microsoft wolle Skype mit seinen Produkten vernetzen, heißt es.

Die Aktie des größten beruflichen Online-Netzwerks geht am ersten Tag an der Börse ab wie eine Rakete. Aus dem Ausgabepreis von 45 Dollar wird schnell ein Kurs von 90, dann sogar gut 122 Dollar. Im Herbst kostet die Aktie immerhin noch mehr als 60 Dollar.

Nummer eins im Visier: Die US-Wettbewerbshüter nehmen sich den Suchmaschinen-Primus Google vor. Mehrere Wettbewerber hatten sich über Benachteiligungen beklagt. Bei den Untersuchungen geht es auch um das Kerngeschäft von Google: Werbung im Umfeld der Internet-Suche.

Apple wird zeitweise erstmals zum teuersten börsennotierten Unternehmen der Welt. Der iPhone-Anbieter liefert sich danach ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Mineralöl-Riesen ExxonMobil. Zum Jahresende hat der Ölkonzern wieder die Nase vorn.

Schutzschild für Android: Um sein mobiles Betriebssystem für Patent-Attacken der Konkurrenz zu schützen, beschließt Google den Kauf des Mobilfunk-Pioniers Motorola Mobility für 12,5 Milliarden Dollar. Zuvor verlor Google in der Auktion um die Patente von Nortel.

Bittere Medizin für HP: Der deutsche Chef Léo Apotheker will Hewlett-Packard umkrempeln. Der PC-Geschäft – immerhin das weltgrößte – soll weg. Die Aktie fällt, die Pläne kosten Apotheker im September den Job, im Oktober behält die neue Chefin Meg Whitman die PC-Sparte.

Datenschützer gegen Facebook: Thilo Weichert aus Schleswig- Holstein fordert Webseiten-Betreiber auf, den „Gefällt mir“-Knopf von Facebook zu entfernen, weil er gegen deutsche Regelungen verstoße. Der Erfolg bleibt zunächst gering.

September bis Dezember

Internet-Pionier am Scheideweg: Yahoo feuert Chefin Carol Bartz und prüft einen Verkauf. Der einstige führende Portalbetreiber kann im Wettbewerb um Werbedollar nicht mit Rivalen wie Google und Facebook mithalten. Finanzinvestoren und Microsoft prüfen Gebote.

Erfolg für Apple im Tablet-Streit mit Samsung in Deutschland: Das Düsseldorfer Landgericht bestätigt das Verkaufsverbot gegen den iPad-Konkurrenten Galaxy Tab. Apple wirft Samsung die Verletzung geschützter Design-Muster vor. Samsungs geht in Berufung.

Geldbörse im Handy: Google will zum Pionier beim mobilen Bezahlen werden und startet das digitale Portemonnaie Google Wallet. Den Dienst gibt es zunächst allerdings nur auf wenigen Geräten in einigen Regionen in den USA.

Feuer frei für den Kindle Fire: Amazon kündigt einen eigenen Tablet-Computer an. Das Gerät mit dem Namen Kindle Fire soll weniger als halb so teuer sein wie Apples Marktführer iPad. Es ist vor allem auf die Nutzung mit Amazon-Diensten ausgelgt worden.

Hallo, Siri! Statt des von vielen erwarteten runderneuerten iPhone 5 stellt Apple das iPhone 4S vor, das aber etwas neues hat: Den „persönlichen Assistenten“ Siri, mit dem man sich unterhalten kann. Angeblich könnte Apple die Technik sogar in Fernseher einbauen.

Steve Jobs ist tot: Der Technik-Visionär und Apple-Gründer stirbt mit 56 Jahren an den Folgen eines langwierigen Krebsleidens. Mit Innovationen vom Mac-Computer bis zum iPhone und iPad-Tablet hat Jobs den Alltag geprägt wie kaum ein anderer Unternehmer.

Sony ohne Ericsson: Die japanisch-schwedische Handy-Ehe wird nach zehn Jahren geschieden. Sony zahlt gut eine Milliarde Euro für den Ericsson-Anteil an dem Joint-Venture. Sony will die volle Kontrolle, um die Handys besser mit anderen Geräten zu vernetzen.

Vom Börsenstar zum Schnäppchen: Der Rabattcoupon-Spezialist Groupon geht nach monatelangem Zögern an die Börse. Erst schießt die Aktie um bis zu 50 Prozent hoch. Zweieinhalb Wochen später setzt ein überraschender Kurssturz ein. In wenigen Tagen verpuffen 40 Prozent.

Streichkonzert bei NSN: Der Netzwerkausrüster Nokia Siemens Networks will 17 000 Arbeitsplätze kappen – nahezu jeden vierten Job. Der Gemeinschaftsfirma von Nokia und Siemens setzen günstigere Rivalen aus China zu. Der Fokus auf mobiles Internet soll es richten.

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