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Wirtschaft

Gewinner und Verlierer 2011

Berg- und Talfahrten an den Börsen, Auf- und Abstufungen durch Ratingagenturen, Horrorpleiteszenarien: Es war ein turbulentes Wirtschaftsjahr. Auch für einige Menschen ging es rund.

Ganz oben: 2011 war ein gutes Jahr für Facebook-Gründer Marc Zuckerberg.

Berlin. GEWINNER:

Mark Zuckerberg: Während in großen Teilen der Wirtschaftswelt gedrückte Stimmung herrscht, geht es für Facebook und den 27-jährigen Firmengründer nur nach oben. Mehr als 800 Millionen Mitglieder, Milliardenumsätze - selbst die ständigen Attacken von Datenschützern scheinen am weltgrößten Online-Netzwerk abzuprallen. Im kommenden Jahr dürfte der Studienabbrecher unter die reichsten Menschen der Welt kommen. Wenn die Gerüchte über den angestrebten Börsenwert stimmen, wird er mehr als 24 Milliarden Dollar auf die Waage bringen.

Christine Lagarde: Mit dem Fall von Dominique Strauss-Kahn schlug die Stunde der 55-Jährigen Finanzexpertin. Sie wurde zur ersten Frau an der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF) - so wie sie zuvor als erste Anwältin die Führung einer der größten US-Kanzleien übernahm und die erste Finanz- und Wirtschaftsministerin Frankreichs war. Als Anwältin sammelte sie bereits internationale Erfahrung, wertvolle Kontakte und Verhandlungsgeschick. Zudem spricht sie makelloses Englisch.

Hartmut Mehdorn: Als Bahnchef zählte er zu den unbeliebtesten deutschen Unternehmenslenkern, mit 69 Jahren erlebte der einstige Airbus-Manager ein überraschendes Comeback. Im September 2011 übernahm Mehdorn die Führung der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Air Berlin nach dem Abgang von Gründer Joachim Hunold. Manche werfen Mehdorn vor, er habe die Bahn regiert wie ein „absolutistischer Herrscher“. Doch den wirtschaftlichen Erfolg beim letzten großen Staatskonzern erkannten selbst Kritiker an.

Sergio Marchionne: Als der hemdsärmelige Manager 2004 an die Spitze von Fiat vorrückte, sah es nach einem Himmelfahrtskommando aus: Sinkende Verkäufe, Qualitätsprobleme, Ärger mit Gewerkschaften. Der 59-Jährige schaffte es aber nicht nur, mit harter Hand den italienischen Traditionskonzern aus der Krise zu führen, sondern sanierte nebenbei auch noch den amerikanischen Pleite-Konzern Chrysler, den Schwächsten der drei großen der US-Autobauer. Das machte ihn zu einem Hoffnungsträger der schwächelnden Autobranche.

VERLIERER:

Rupert Murdoch: Jahrzehntelang baute der Australier ein beispielloses Medienimperium auf, jetzt muss der 80-Jährige weitgehend hilflos zusehen, wie der Abhörskandal um britische Boulevardzeitungen sein Lebenswerk in Gefahr bringt. Die Übernahme des Fernsehanbieters BSkyB musste Murdoch bereits abblasen, sein Sohn James scheint als Kandidat für die Spitze der News Corp. irreparabel beschädigt, der Skandal geht immer tiefer.

Dominique Strauss-Kahn: Als Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) zählte der Franzose zu den mächtigsten Männern der Welt. Reich, elegant, respektiert - und vielleicht Frankreichs nächster Präsident. Doch all das war auf einen Schlag Vergangenheit als ein Zimmermädchen aus einem New Yorker Hotel ihn der Vergewaltigung bezichtigte. Später wurde sie als unglaubwürdig eingestuft, die US-Justiz ließ die Anklage fallen, Spekulationen über ein Komplott machten die Runde - doch die Karriere des 62-Jährigen ist schwer beschädigt.

Leo Apotheker: Fulminant bei zwei Weltunternehmen zu scheitern, ist ein hartes Los. Sowohl beim deutschen Software-Riesen SAP als auch beim weltgrößten PC-Hersteller Hewlett Packard war Léo Apotheker als Reformer angetreten. Und stets ging der 58-Jährige im Streit. Bei SAP soll er Mitarbeiter und Kunden mit einer rauen Art verärgert haben. Bei HP riss er den mit einem Konzernumbau den Aktienkurs in die Tiefe. Apothekers Plan, das PC-Geschäft wieder abzustoßen, wurde von Nachfolgerin Meg Whitman nur kurz darauf wieder rückgängig gemacht.

Rajat Gupta: Der Mann aus Indien hatte es ganz nach oben geschafft. Zehn Jahre lang war er Chef der einflussreichen Unternehmensberatung McKinsey, er saß im Verwaltungsrat des Wall-Street-Juwels Goldman Sachs und des Konsumgüterriesen Procter & Gamble. Rajat Gupta hatte alles - doch offenbar nicht genug. Der Leben des 62-Jährigen als angesehener Wirtschafts-Fachmann endete abrupt, nachdem sein Name im Insiderhandels-Skandal um den Hedgefonds Galleon fiel. Gupta soll Galleon-Gründer Raj Rajaratnam Firmengeheimnisse verraten haben.

Wirtschaft, Rückblick 2011, Zuckerberg, Gewinner, Verlierer

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