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Kurz vor Beginn der Verhandlung

Anwälte toben: Harvey Weinstein darf nicht nach Europa reisen

Einem Antrag seiner Anwälte, Harvey Weinstein aus beruflichen Gründen ins Ausland reisen zu lassen, wurde nicht stattgegeben. Die Entscheidung veranlasste sie Juristen nun, das System infrage zu stellen.

Harvey Weinstein wird sich in Kürze vor Gericht wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung in zahlreichen Fällen verantworten müssen. Eine Reise nach Europa aus beruflichen Gründen wurde dem Produzenten nun untersagt. Foto: Andreas Rentz/Getty Images
Harvey Weinstein wird sich in Kürze vor Gericht wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung in zahlreichen Fällen verantworten müssen. Eine Reise nach Europa aus beruflichen Gründen wurde dem Produzenten nun untersagt. Foto: Andreas Rentz/Getty Images

In September wird Harvey Weinstein vor Gericht stehen, um sich den Vorwürfen, er habe zahlreiche Frauen sexuell belästigt oder vergewaltigt, zu stellen. Trotzdem hat der Filmproduzent nun einen Antrag gestellt, nach Spanien und Italien reisen zu dürfen.

Weinstein trägt aktuell eine Fußfessel, es ist ihm nicht erlaubt, ohne Genehmigung New York oder Connecticut zu verlassen. Der Anwalt des 67-Jährigen bat am Dienstag in einem Brief an Richter James Burke darum, seinem Mandanten die Erlaubnis zu erteilen, zunächst nach Rom und anschließend nach Spanien reisen zu dürfen. Das berichtet das US-Magazin "Variety". Weinstein wolle sich in Italien mit dem Regisseur Giuseppe Tornatore treffen, um eine Bühnenadaption des oscarprämierten Films "Cinema Paradiso" zu besprechen. Auch Komponist Ennio Morricone wolle er treffen, denn dieser wäre mit 90 Jahren nicht mehr in der Lage, ihn in den USA zu besuchen.

Ablehnung ohne Erklärung

Obwohl der Filmproduzent anbot, mit zwei Sicherheitsleuten zu reisen, die ihn zu jeder Zeit überwachten, und sich außerdem bereit erklärte, auf seiner Reise einer elektronischen Überwachung zuzustimmen, lehnte das Gericht den Antrag ab - ohne weitere Erklärung.

Weinsteins Anwälte sehen das nun als reine Schikane der Justiz an. "Hier ist eine Person, bei der angenommen wird, dass sie unschuldig ist, die sich an jede einzelne seiner Kautionsbedingungen gehalten hat, die nicht in der Lage war, in den letzten zwei Jahren zu arbeiten", wird Weinsteins Anwältin Donna Rotunno von "Variety" zitiert. Weinstein sei davon abgehalten worden, weiter in der Filmindustrie zu arbeiten. Und nun, da er versuche, ehrlicher Arbeit nachzugehen, werde das vom Gericht abgelehnt. Das zeige, "wie tief wir gesunken sind".

Vor zwei Jahren wurden in der "New York Times" und dem "New Yorker" Vorwürfe veröffentlicht, Harvey Weinstein habe Frauen über Jahre hinweg sexuell belästigt, sogar von Vergewaltigung war die Rede. Prominente Schauspielerinnen wie Eva Green, Angelina Jolie, Kate Beckinsale, Gwyneth Paltrow und Salma Hayek gaben an, von ihm belästigt worden zu sein.

teleschau

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