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Josefine Preuß im Interview

Die Kleinste und die Lauteste

"Ich bin die Kleinste und die Lauteste im Stadion", sagt die mit großer Fußball-Leidenschaft gesegnete Schauspielerin Josefine Preuß. Für welchen Bundesligaverein ihr Herz wohl schlägt?

  • Schubladen sind nichts für Josefine Preuß: "Ich bin einfach froh und extrem dankbar, dass ich so viele verschiedene Rollen bekomme", betont die Schauspielerin. Foto: Hannes Magerstaedt/Getty Images
  • Taffes Ermittlerduo: Sabine Nemez (Josefine Preuß) und Maarten S. Sneijder (Raymond Thiry) haben es mit brutalen Gegnern zu tun. Foto: SAT.1 / Petro Domenigg
  • Eine der beliebesten Schauspielerinnen ihrer Generation: Mit gerade mal 33 Jahren hat es Josefine Preuß (beim Bambi 2015) auf eine beeindruckende Filmografie geschafft. Foto: Clemens Bilan/Getty Images for BABOR
  • In der neuen "Todesfrist"-rimireihe von SAT.1 wird Josefine Preuß zur Kommissarin Sabine Nemez und ermittelt neben dem holländischen Star Raymond Thiry als Kommissar Maarten S. Sneijder in besonders brutalen Mordfällen. Foto: SAT.1 / Petro Domenigg
  • Will auch im Krimi-Geschäft eine feste Größe werden: Josefine Preuß (beim "Verpiss Dich, Schneewittchen!"-Screening 2018 in Köln) ist am 7.Oktober im taffen SAT.1-Film "Todesfrist - Nemez und Sneijder ermitteln" in einer weiteren Hauptrolle zu sehen. Foto: Florian Ebener/Getty Images for Constantin Film
  • Schauderhafte Szenen gibt es in "Todesfrist" en masse, doch es hätte für die Zuschauer noch drastischer werden können, wie Josefine Preuß (mit Raymond Thiry) erklärt: "Wir zeigen sogar nur die Softversion von dem, was wir gedreht haben. Wir hatten Szenen, die sich einfach nicht mit der FSK und der Sendezeit, also 20.15 Uhr, vereinbaren ließen." Foto: SAT.1 / Petro Domenigg
  • Lena Schneider (Josefine Preuß) und Cem Öztürk (Elyas M'Barek): die legendäre Protagonisten aus "Türkisch für Anfägner". Foto: ARD / Degeto / Rat Pack / Constantin Film
  • Auch auf den roten Teppichen gern gesehen: Schauspielerin Josefine Preuss (bei der Premiere des Films "Verpiss Dich, Schneewittchen" 2018 in Mannheim). Foto: Thomas Lohnes/Getty Images for Constantin Film

Josefine Preuß (33) kann Komödie, eh klar. Aber sie kann auch Krimi. In "Todesfrist - Nemez und Sneijder ermitteln" (Montag, 7. Oktober, 20.15 Uhr, SAT.1), dem ersten Film einer neuen Krimireihe, ermittelt sie in besonders brutalen Mordfällen.

Kupferfarbenes Haar, liebliche Kulleraugen, großzügige Grübchen bei jedem Lächeln: So kennt das Kino- und Fernsehpublikum Josefine Preuß. Was es von der 33-jährigen gebürtigen Potsdamerin nicht kennt: Eine Paraderolle. Sie wolle auf keinen Fall "mit einer Rolle omnipräsent sein" und sich stattdessen "den Mut zur Verwandlung bewahren". Und so sah man die zierliche 1,55-Meter-Frau schon in zig-Produktionen immer anders. Klar, wer an Preuß denkt, denkt automatisch an die süß-zickige Lena Schneider in "Türkisch für Anfänger", die Preuß bereits Mitte der Nullerjahre verkörperte. Zusammen mit Elyas M'Barek, der Lenas machohaften Patchwork-Bruder Cem gab, machte sie die ARD-Vorabendserie erst zum TV-, später auch zum Kino-Hit. Aber die Komödie, die Preuß als "die Königsklasse des Schauspiels" bezeichnet, ist nur eins von vielen Genres, die ihr zu liegen scheinen. Auch in historischen Stoffen konnte sie sich auszeichnen, etwa in der Familiensage "Das Adlon" (2013), in "Die Pilgerin" (2014), "Die Hebamme" (2014 und 2016), "Das Sacher" (2016). All dem Ernst folgte dann erneut etwas Witziges: In "Nix Festes" (2017) hielten Preuß und ihre Mitspieler der "Generation Beziehungsunfähig" den Spiegel vor. So viel ist sicher: Josefine Preuß landet in keiner Schublade - und weiß das sehr zu schätzen: "Ich bin einfach froh und extrem dankbar, dass ich so viele verschiedene Rollen bekomme", sagt sie im Interview.

Dass Preuß jetzt wieder switcht, war erwartbar. In der neuen Krimireihe von SAT.1 wird sie zur Kommissarin Sabine Nemez und ermittelt neben dem holländischen Star Raymond Thiry als Kommissar Maarten S. Sneijder in besonders taffen Mordfällen. In "Todesfrist", nach dem Roman des österreichischen Bestsellerautors Andreas Gruber, geht es um die Taten eines Serienkillers, der sich offensichtlich an den Geschichten von Heinrich Hoffmann à la "Struwwelpeter" orientiert. Schauderhafte Szenen gibt es en masse, und es hätte für die Zuschauer noch drastischer werden können, wie Preuß erklärt: "Wir zeigen sogar nur die Softversion von dem, was wir gedreht haben. Wir hatten Szenen, die sich einfach nicht mit der FSK und der Sendezeit, also 20.15 Uhr, vereinbaren ließen."

"Soft", das ist dann zum Beispiel ein abgetrennter Finger, der in einer Geschenkbox verschickt wird. Preuß sagt, sie habe Gefallen daran, den Zuschauern "durch einen guten Krimi ein bisschen Angst zu machen". Sie selbst würde sich vermutlich am Coachkissen festkrallen, wenn sie "Todesfrist" nur sehen würde und nicht selbst mitgewirkt hätte. Denn: "Ich bin superschreckhaft! Das merke ich schon, wenn ich nicht alleine zu Hause bin, also wenn noch jemand in der Wohnung ist, und mich kleinste Geräusche total aus der Fassung bringen - oder wenn ein Schatten im Bad erscheint, wenn ich dusche! Gruselig!"

Sonntags gerne vor dem "Tatort"

Trotzdem, so versichert Josefine Preuß, sei sie Krimi-Fan, sitze sonntagabends auch immer gerne vorm "Tatort". Allerdings beschränke sie sich bei dieser Traditionsreihe aufs Gucken. Angesprochen auf eine mögliche Ermittlerinnenrolle im Berliner "Tatort", reagiert sie so demütig wie kollegial: "Es gibt mit Meret Becker ja schon eine tolle Kommissarin." Außerdem sehe es so aus, dass es weitere Krimis nach den Romanen von Andreas Gruber geben werde - "und meine Rolle längerfristig angelegt ist. Das würde mich freuen und mir sehr viel Spaß machen." Liegt womöglich auch an einer untypischen Begebenheit in der Gruber-Verfilmung. Schon beim Lesen des Drehbuchs habe sich Preuß darüber gefreut, dass es "ein Krimi ohne irgendeinen Love Interest" ist: "Endlich mal!"

Und wenn Preuß nicht gerade dreht? Geht sie zum Beispiel zum Fußball. Was die Bundesliga betrifft, hat sie in ihrer Stadt freilich die Wahl: Hertha BSC und Union Berlin sind mittlerweile beide in Deutschlands fußballerischer Beletage angekommen. Preuß entschied sich für den Club aus Köpenick: Eisern Union. Im Stadion An der Alten Försterei besaß sie sogar mal eine Dauerkarte und schreit ihren Verein weiterhin und so oft es geht nach vorn: "Ich bin die Kleinste und die Lauteste im Stadion!" Kann sie mal nicht vor Ort dabei sein, ist bei ihr der Live-Ticker an: "Ich verpasse nichts."

Dass Union vom Aufsteiger zum Absteiger und womöglich klassischen Fahrstuhlverein werden könnte, fürchtet Josefine Preuß derzeit übrigens nicht: "Jetzt warten wir erst mal ab. Es ist noch früh in der Saison, und wenn auch schon viel passiert ist, heißt das noch gar nichts." Grundsätzlich gelte für sie im Millionengeschäft Fußball, in dem auch der eine oder andere Krimi passiert, ein altes Unioner Credo: "Wir halten es nach wie vor mit den Zeilen aus unserer Vereinshymne: 'Wer lässt sich nicht vom Westen kaufen? Eisern Union, Eisern Union."

Erik Brandt-Höge

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