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Promis
Sonntag, 25. Februar 2018 -3° 1

"Fußball war super, aber Schauspiel war eine Katastrophe!"

Martin Klempnow - hat mit "Geheimniskrämer" (sonntags, ab 18. Februar, 22.15 Uhr, WDR) seine erste eigene TV-Show
von Erik Brandt-Höge

  • Kleine Spritztour gefällig? Andrea Sawatzki und Moderator Martin Klempnow in einer Folge von "Geheimniskrämer". Foto: WDR / Ben Knabe
  • Ein Mann mit Humor: Martin Klempnow wäre fast Rechtsanwalt geworden ... Foto: WDR / Ben Knabe
  • Martin Klempnow führt ab Sonntag, 18. Februar, durch seine erste kleine Comedyshow. Foto: Ben Knabe / WDR
  • Martin Klempnow war als Schauspieler und Comedian bereits in mehreren Formaten zu sehen. Mit "Geheimniskrämer" spendiert ihm der WDR nun seine eigene Show. Foto: Ben Knabe / WDR
  • Das ist die Runde am 4. März (von links): Richy Müller, Sarah Wiener, Maren Kroymann und Enie van de Meiklokjes. Foto: WDR / Ben Knabe
  • Tanz den Gernot Hassknecht: Am Sonntag 11 März kommt es zum spontanen Schwof mit Fußballlegende Bodo Ilgner (links) und Hans-Joachim Heist. Foto: WDR / Ben Knabe
  • Martin Klempnow (44) gehört zu den Aufsteigern der Comedyszene der letzten Jahre. Jetzt hat er seine eigene WDR-Show. Foto: Florian Ebener/Getty Images
  • "Der Dennis aus Hürth": So wurde der ehemalige Jura-Student Martin Klempnow bekannt. Foto: Andreas Rentz/Getty Images
  • Mit Martina Hill (Aufnahme von 2011) hat es Martin Klempnow heute auch wieder in der "heute-show" zu tun. Foto: Getty Images/Getty Images
  • "Mord mit Ansage" heißt eine neu erdachte Impro-Comedy bei SAT.1. In Folge eins agieren (von links): Kaya Yanar, Wigald Boning, Erzähler Bill Mockridge, Sascha Korf, Panagiota Petridou, Martin Klempnow und Bernhard Hoëcker. Die Sendung die ab Freitag, 2. März, 22.15 Uhr, regelmäßig im Programm auftauchen soll, ist eine neuartige Mixtur aus Impro-Comedy-Show und Mitratekrimi. Foto: SAT.1 / Willi Weber
  • Martin Klempnow (links) darf in der neuen Show "Geheimniskrämer" (sonntags, ab 18. Februar, 22.15 Uhr, WDR) auch den Komponisten Harold Faltermeyer als Gast begrüßen. Letztgenannter landete Mitte der 80er-Jahre einen musikalischen Welthit mit seinem Instrumentalthema zum Eddie-Murphy-Erfolgsfilm "Beverly Hills Cop". Der Titel trug den Namen "Axel F" und verwies auf die gleichnamige Hauptfigur Axel Foley. Foto: Ben Knabe / WDR
  • Nanu, was hat Marijke Amado denn da auf dem Kopf? Auch Martin Klempnow amüsiert sich über die lustige Kopfbedeckung der niederländischen Moderatorin. Foto: Ben Knabe / WDR
  • Bunte Truppe (von links): welche spaßigen Anekdoten Harold Faltermeyer, Ruth Moschner, Frank Plasberg und Marijke Amado in Martin Klempnows Fernsehshow zum Besten geben, erfährt man gleich in Folge eins. Foto: Ben Knabe / WDR
  • Huhu vom Uhu? Martin Klempnow begutachtet fachmännisch einen ausgestopften Vogel, Marijke Amado weiß noch nicht so recht, was sie davon halten soll. Foto: Ben Knabe / WDR
  • Gleich in Folge eins darf Martin Klempnow (Mitte) vier Urgesteine der Fernseh- und Unterhaltungsbranche begrüßen (von links): Musiker Harold Faltermeyer sowie die Moderatoren Marijke Amado, Ruth Moschner und Frank Plasberg sind zu Gast. Foto: Ben Knabe / WDR
  • In den 90-ern war Marijke Amado aus dem RTL-Abendprogramm nicht wegzudenken. Von 1990 bis 1998 moderierte sie die "Mini Playback Show". Foto: Ben Knabe / WDR
  • Ob Frank Plasberg die erste Folge der "Geheimniskrämer" hart, aber fair findet, muss sich noch zeigen. Foto: Ben Knabe / WDR
  • Ruth Moschner "gewann" einst einen sogenannten Anti-Preis. "Der Preis der beleidigten Zuschauer" wurde ihr mit der Begründung verliehen, dass sie ihren Beitrag zu den immer schlechteren Umgangsformen im Fernsehen leistet. Ob die charmante und beliebte Münchnerin den Preis wirklich verdient hatte? Foto: Ben Knabe / WDR
  • Als Moderatorin (unter anderem von Kochshows), Comedienne, Buchautorin und Schauspielerin ist Ruth Moschner deutschlandweit erfolgreich. Foto: Ben Knabe / WDR
  • Musikalisches Duo? Harold Faltermeyer lieferte mit "Axel F" einst einen Musikhit für einen Hollywoodblockbuster ab, Marijke Amado moderierte acht Jahre lang die "Mini Playback Show". Foto: Ben Knabe / WDR
  • Legendäres aus "switch reloaded": Zwischen eingelegten Embryos und abgedeckten Leichen richtet sich Kommissar Thiel (Martin Klempnow, rechts) ein neues Zuhause ein. Sein Vermieter Boerne (Max Giermann) hat ihm wegen Eigenbedarf gekündigt. Foto: ProSieben / Kai Schulz

"Schillerstraße", "switch reloaded", "heute-show", "Die Bergretter": Schauspieler und Comedian Martin Klempnow war schon in zahlreichen großen Unterhaltungsformaten zu sehen. Unter dem Titel "Geheimniskrämer" (ab 18. Februar, immer sonntags, 22.15 Uhr, WDR) startet nun die erste eigene Fernsehshow des 44-Jährigen Multitalents. Das Konzept: Vier Prominente kennen ein Geheimnis und müssen herausfinden, in wessen Leben es sich zugetragen hat. Im Interview spricht Klempnow über seine Jura-Vergangenheit, Bühnenstärken und "diesen berühmten Zwerg, den man auf der Brust sitzen hat".

teleschau: Herr Klempnow, als "Gastgeber mit Entertainer-Qualitäten" kündigte der WDR Sie kürzlich an, als es um die Show "Geheimniskrämer" ging. Wann haben Sie eigentlich zum ersten Mal selbst gedacht: "Ich habe Entertainer-Qualitäten"?

Martin Klempnow: Och, darüber habe ich eigentlich noch nie nachgedacht. Ich bin da ganz beim Kölner Motto: "Et kütt wie et kütt!" Ob Entertainer-Qualitäten oder nicht - das sind Dinge, die sowieso eher andere Leute entscheiden. Alles andere wäre auch peinlich, also wenn man selbst irgendwo hingehen und behaupten würde, man wäre ein super Entertainer. Kennt man ja, wenn ein Gast auf einer Hochzeit plötzlich meint: "Übrigens, ich kann auch singen!" (lacht) So was kann schnell nach hinten los gehen.

teleschau: Zum Beruf machen wollten Sie das Entertainment ja zunächst nicht. Zumindest haben Sie erst mal Jura studiert.

Klempnow: Richtig. Wobei man dazu sagen muss, dass so ein Jura-Studium auch sehr viel mit Entertainment zu tun hat. Man ist da ja mit sehr vielen Fällen und Gestalten konfrontiert. Nicht umsonst kommen viele Drehbuchautoren aus dem Bereich. Sicher, mein Ziel war es, Rechtsanwalt zu werden. Aber ich glaube, es ist für alle gut, dass es nicht so gekommen ist.

teleschau: Warum?

Klempnow: Weil sonst Gerichtsverhandlungen nicht mehr einstündig, sondern plötzlich vierstündig wären. Außerdem würden im Saal alle anfangen zu schunkeln, und ich würde an der ein oder anderen Stelle einen Witz machen, der da nicht hingehört. Wahrscheinlich wäre ich der erste Rechtsanwalt, der vor die Tür müsste (lacht).

teleschau: Sie hätten jedenfalls auch dort ein Publikum gehabt, und zu einem Publikum scheint es sie zu ziehen.

Klempnow: Auf jeden Fall, es gibt nichts Schöneres, als auf der Bühne zu stehen und vor Leuten aufzutreten. Wenn man das in irgendeiner Form beruflich machen darf, ist es das Größte - egal, wie viele Leute da sind.

teleschau: Würden Sie sich selbst als Rampensau bezeichnen?

Klempnow: Das wäre mir zu viel. Ich nehme es mir jedenfalls nicht vor, eine Rampensau zu sein. Ich habe generell keinen Schlachtplan, wenn ich auf die Bühne gehe, sondern bewahre mir eine gewisse Naivität und Offenheit. Wie damals bei der "Schillerstraße", gehe ich immer noch am liebsten in eine Situation rein und improvisiere, das liegt mir am meisten. Wenn dann hinterher einer sagt, ich wäre eine Rampensau gewesen, dann ist das okay.

teleschau: Also ist die Improvisation Ihre schärfste Waffe?

Klempnow: Das stimmt. Ich kann mich auf mich selbst verlassen, kann über mich selbst lachen und habe auch keine Angst davor, mal dazustehen und nichts zu wissen. Ist mir glücklicherweise noch nicht passiert, aber ich würde es nicht zu ernst nehmen, wenn es so weit käme. Es ist ja nur Spaß.

teleschau: Und wenn Sie sich später mal ein Aufzeichnung ansehen: Finden Sie sich selbst lustig? Oder sind Sie dafür zu selbstkritisch?

Klempnow: Beides. Ich kann über mich lachen, vor allem auch über meine Missgeschicke, wenn ich mich zum Beispiel mal verspreche. Und dann bin ich auch selbstkritisch und denke: Da hätte ich mal noch was sagen sollen, und da ist irgendwas nicht so rübergekommen, wie ich es gerne gehabt hätte.

teleschau: Kennen Sie Angst, wenn Sie auf die Bühne gehen?

Klempnow: Angst ist ein Antrieb. Diesen berühmten Zwerg, den man auf der Brust sitzen hat, also diese Anspannung vor einem Auftritt, hat sich das Publikum auch verdient. Und auch nach 180 Live-Auftritten geht es mir immer noch so. Aber: Der Zwerg ist ein guter Freund von mir geworden, macht mich zum Beispiel sehr wach.

teleschau: Nun sind die "Geheimniskrämer"-Promis ja voll von guten Geschichten, die man so nicht erwarten würde. Welche Geschichte könnten Sie in der Show erzählen?

Klempnow: Vor allem gibt es Geschichten, in denen ich versagt habe. Wir hatten etwa den Sohn von Peter Lohmeyer in der Sendung, Louis Klamroth. Und plötzlich ist mir eingefallen, dass ich beim Casting von "Das Wunder von Bern" war. Jeder Schauspieler und Fußballfan träumt davon, so einen Film mitzumachen. Ich habe damals sogar extra dafür abgenommen, und im Casting habe ich noch einen Fußballtrick gebracht. Allerdings sagte man mir hinterher: "Fußball war super, aber Schauspiel war eine eine Katastrophe!" (lacht) Solche Geheimnisse teile ich gerne mit dem Publikum.

teleschau: Können Sie auch schon Geheimnisse der teilnehmenden Promis verraten?

Klempnow: Zum Beispiel hat Steffen Hallaschka erzählt, dass er gerne Papierservietten faltet. Solche Überraschungen kommen immer wieder vor, und die Promis schätzen sich beim Raten auch immer wieder falsch ein, was das Ganze sehr unterhaltsam macht. Ernste Themen haben wir zwischendurch aber auch. Was ich gut finde an dem Format: Es geht nicht nur um Promo für die Promis, sondern wir unterhalten uns einfach.

teleschau: Die Show an sich ist wiederum beste Promo für Sie. Wäre das was für Sie auf Dauer, der Show-Host zu sein?

Klempnow: Ich wurde vom WDR gefragt, ob ich so was machen wollen würde, und ich komme super mit dem Team zurecht, es ist wie ein Kindergeburtstag. Vielleicht ist mein Vorteil, dass ich keine prominente Vergangenheit habe und dort einfach nur als Gastgeber sitze. Wenn Sie sagen, dass das etwas auf Dauer ist und Recht haben, sage ich: "Was wollen Sie trinken?" (lacht)

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