MyMz

ARD-Moderatorin Anja Reschke

"Ohne Rücksichten auf Karriere oder finanzielle Vorteile": Journalistenpreis für Anja Reschke

Die Journalistin und Moderatorin Anja Reschke zeigt seit Jahren Haltung im Sinne der freiheitlich-demokratischen Grundordnung - und wird dafür mit viel Hass von Rechts bombardiert. Nun wird sie einmal mehr für ihr Engagement mit einem Preis gewürdigt.

  • Bereits vor einiger Zeit machte Anja Reschke bei einer Foto-Kampagne zum Thema demokratische Werte mit. Auch hier vertrat sie schon die Position: Im Journalismus und ganz allgemein sollte man immer Haltung zeigen. Foto: Steffi Henn
  • "Klarsichtig, tolerant und weltoffen": Anja Reschke wurde in der Vergangenheit bereits mit dem "Hildegard-von-Bingen-Preis für Publizistik" ausgezeichnet. Nun erhält sie den "Phillipp Jakob Siebenpfeiffer"-Preis. Foto: NDR/Thomas Pritsche

Die "Panorama"-Moderatorin Anja Reschke wird mit einer der renommiertesten Auszeichnungen der Medienlandschaft gewürdigt. Die 46-Jährige erhält den Siebenpfeiffer-Preis 2019 insbesondere für ihr Engagement gegen Hatespeech im Internet. Auch ihr aufsehenerregender "Tagesthemen"-Kommentar "Hetze gegen Flüchtlinge" vom August 2015 scheint die Jury unter Vorsitz des SR-Intendanten Professor Thomas Kleist dabei nachahltig beeindruckt zu haben. Darin bezog Reschke ganz klar Position gegen rechte Hetze und pro Willkommenskultur. Dafür erntete die Journalistin viel Online-Hass aus dem rechts-konservativen Spektrum.

Ende des vergangenen Jahres veröffentlichte Reschke dann ihr Buch "Haltung zeigen", das als Plädoyer für einen Journalismus im Sinne der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu verstehen ist. Auch Journalisten sollen bei gesellschaftspoltischen Themen Haltung zeigen und klare Positionen beziehen, so die Aussage der NDR-Abteilungsleiterin im Bereich Innenpolitik. Auch dies schien der Jury zu imponieren. Sie begründet ihre Wahl wie folgt: "Anja Reschke zeigt seit Jahren durch ihre journalistische Arbeit Rückgrat. Ihre Haltung beinhaltet Mut und Stärke und fordert uns dazu auf, uns auf unser Grundgesetz zu besinnen, das in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag feiert."

Der Siebenpfeiffer-Preis würdigt "journalistisches Engagement ohne Rücksichten auf Karriere oder finanzielle Vorteile". Das gehe bei Reschke sogar so weit, dass sie sich durch ihre Aussagen ganz klar zur Zielscheibe von rechter Hetze macht - und dafür sogar Morddrohungen erhält. "Siebenpfeiffers Bekenntnis lebt sie, erinnert an etwas, was viel zu viele von uns vergessen haben: für etwas stehen, zu etwas stehen und überhaupt eine Meinung haben", erklärt die Jury. Reschke wird den Preis am Sonntag, 10. November, entgegennehmen.

Der Namensgeber des Preises, der Jurist und Politjournalist Philipp Jakob Siebenpfeiffer, lebte von 1789 bis 1845. Er war einer der Initiatoren des Hambacher Festes von 1832, das den Lauf der deutschen Geschichte maßgeblich prägte und der deutschen Revolution von 1848/1849 den Weg ebnete.

teleschau

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht