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Carla Gugino im Interview

"Wir Frauen haben uns gewehrt"

Mit Charme und jeder Menge Sexappeal: Carla Gugino (48) schlüpft in die Rolle der Meisterdiebin Daisy "Jett" Kowalski. Im Interview spricht sie über sexy Outfits und die Schwierigkeiten, eine Heldin zu verkörpern.

  • "Gott sei Dank habe ich gute Gene. Ich lasse nichts an meinem Gesicht machen. Das soll aber nicht bedeuten, dass ich Leute, die sich Schönheitsoperationen unterziehen, verurteilen möchte. Es ist einfach nicht mein Ding", verrät die 48-Jährige im Interview. Foto: 2009 Florian Seefried/Florian Seefried
  • "Ein paar der Kleidungsstücke, die ich am Set anhatte, stammten sogar aus meiner eigenen Garderobe": Carla Gugino spielt eine Mutter und Meisterdiebin in der neuen Sky-Serie "Jett" - und sie hat fraglos einen guten Geschmack. Foto: Home Box Office, Inc.
  • Mit Charme und jeder Menge Sexappeal: Carla Gugino (48) schlüpft in die Rolle der Meisterdiebin Daisy "Jett" Kowalski. Foto: Home Box Office, Inc.
  • In Carla Guginos neuester Rolle, spielt sie die Mutter und Meisterdiebin "Jett". Ab dem 6. Dezember gibt es "Jett" auf Sky Atlantic HD, Sky Ticket, Sky Go und über Sky Q auf Abruf zu sehen. Foto: 2011 Getty Images/Emma Peios
  • Ein Star im "San Andreas"-Beben: Carla Gugino auf dem Roten Teppich bei einer Premiere des Actionkrachers. Foto: 2015 Getty Images/Stuart C. Wilson
  • In jedem Fummel ein Hingucker: Carla Gugino spielt eine Mutter und Meisterdiebin in der neuen Sky-Serie "Jett" Foto: Home Box Office, Inc.
  • "In meinen Zwanzigern hatte ich nicht diese Ausstrahlung, diese Stärke, diesen Mut", gesteht Carla Gugino im Gespräch. Foto: 2009 Getty Images/Carlos Alvarez
  • Auch wenn Carla Gugino in dem Katastrophenfilm "San Andreas" als Emma ein Erdbeben geschockt wird, kann sie außerhalb ihrer Rollen schnell entspannen: "Ich mache zweimal täglich Transzendentale Meditation. Ich habe die Veranlagung, dass ich viel zu viel nachdenke und Meditation hilft mir dabei, wieder klare Gedanken fassen zu können." Foto: ProSieben / 2014 Warner Bros Entertainment Inc
  • Carla Gugino freut sich ungemein über ihre Verkörperung der Meisterdiebin Jett. "Trotzdem haben wir immer noch viel zu oft die traditionelle Rollenverteilung, bei der die Männer als Helden gefeiert werden, ohne dass sie beweisen müssen, wieso sie der Held sind. Sie sind es einfach", erklärt sie. Foto: 2009 Getty Images/Carlos Alvarez
  • Auch im Kultschocker "Sucker Punch" (das Bild enstand bei der Londoner Premiere) hatte Carla Gugino eine tragende Rolle. Foto: 2011 Getty Images/Emma Peios
  • Daisy "Jett" Kowalski (Carla Gugino) ist eine äußerst erfolgreiche Diebin. Doch irgendwie läuft der bombensichere Coup nicht nach Plan... Foto: Home Box Office
  • An der Seite von Jack Bruno (Dwayne Johnson, rechts) musste Dr. Friedman (Carla Gugino, links) in "Die Jagd zum magischen Berg" die Alien-Geschwister Seth (Alexander Ludwig) und Sara (AnnaSophia Robb) beschützen. Foto: SAT.1 / Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved
  • In "Jett" kann sich Carla Gugino von männlichen Helden, an ihrer Seite verabschieden. Für sie ist es unverständlich, warum Frauen immer hinterfragt werden: "Über eine Frau will man wissen: 'Wurde sie als Kind misshandelt? Hat sie eine Lernschwäche? Ist sie sozial unfähig? Was ist es?' Die einfache Antwort wäre: 'Sie ist einfach gut in ihrem Job." Foto: Walt Disney
  • "Das Coolste an Jetts Charakter fand ich, herauszufinden, wie sie eine gute Mutter und gleichzeitig eine Meisterdiebin sein kann. Beide Jobs sind für sich allein schon extrem schwer. Das Muttersein noch ein wenig mehr", lacht Carla Gugino. Foto: Home Box Office, Inc.
  • "Was viele nicht wissen ist, dass während der dunkelsten Szenen die besten Witze am Set gerissen werden", sagt Carla Gugino. Foto: Home Box Office, Inc.
  • Carla Guginos Partner ist auch der Regisseur der neuen Sky-Serie, in der sie die Hauptfigur verkörpert. "Er weiß ja wie das ist, denn wir haben dieselbe Leidenschaft: Filme machen. Viele andere Paare haben dieses Glück nicht. Ich kannte seine Arbeit und er meine, bevor wir uns kennenlernten", äußert die Amerikanerin. Foto: 2009 Getty Images/Claire Greenway
  • Premierenzeit - und Carla Gugino strahlt mal wieder in die Kameras. Foto: 2009 Getty Images/Tim P. Whitby
  • Carla Gugino spielt eine Mutter und Meisterdiebin in der neuen Sky-Serie "Jett". Foto: Home Box Office, Inc.

Daisy "Jett" Kowalski ist eine äußerst geschickte Diebin. Frisch aus dem Knast will sie sich eigentlich von kriminellen Machenschaften fernhalten und sich voll und ganz auf ihre Tochter konzentrieren. Doch als ihr ein letzter, angeblich bombensicherer und einfachen Coup angeboten wird, kommt alles anders ... - Die stylishe Rolle ist ein gefundenes Fressen für eine attraktive Charakterdarstellerin wie Carla Gugino. Die Amerikanerin, Tochter eines Italieners und einer Irin, schlüpfte in die Rolle der sexy Meisterdiebin. Im Interview in New York verrät die 48-Jährige, warum sie es nicht erwarten konnte, endlich 30 zu werden und warum sie nun stolz ist, eine Frau in 2019 zu sein. Die packende Thriller-Serie "Jett" ist ab 6. Dezember immer freitags, ab 20.15 Uhr, in Doppelfolgen auf Sky Atlantic HD zu sehen. Parallel dazu ist die Serie auch auf Sky Go, Sky Ticket in Deutschland und Sky X in Österreich sowie über Sky Q auf Abruf verfügbar.

"Ein paar Kleidungstücke stammen aus meiner eigenen Gaderobe"

teleschau: In der Serie zeigen Sie sich extrem sexy und stylish. Durften Sie von den heißen Outfits welche behalten?

Carla Gugino: (lacht) Ja, das durfte ich. Aber um ehrlich zu sein, hätte ich die Sachen auch nicht wieder hergegeben. Ein paar der Kleidungsstücke, die ich am Set anhatte, stammten sogar aus meiner eigenen Garderobe: zum Beispiel der Leo-Mantel, den ich anhabe, als ich aus dem Taxi steige. Ich habe ihn mir vor Jahren von Dolce & Gabbana gekauft. Das weiße, scharfe Kleid, das ich in der ersten Episode trage, ist von Vivienne Westwood und auch mein eigenes.

teleschau: Ihr Partner, Sebastian Gutierrez, führte Regie. Hatte er bei der Kleiderwahl Mitspracherecht?

Gugino: Die meisten Regisseure halten sich bei solchen Themen raus, aber Sebastian hatte eine gewisse Vorstellung davon, wie Look und Ton der Serie aussehen sollten. Er wuchs in einem Haus voller Frauen auf. Da hat er schnelle gelernt, dass Schuhe und Kleider im Leben einer Frau nun mal wichtig sind (lacht).

"Während der dunkelsten Szenen werden die besten Witze am Set gerissen"

teleschau: Wie ist es, wenn der Partner am Set der Chef ist?

Gugino: Gott sei Dank mag ich ihn, sonst wäre es schwer, 24 Stunden, sieben Tage die Woche miteinander zu verbringen (lacht). Bei uns ist es jedoch eine schöne Abwechslung, wenn wir zusammen einschlafen und nebeneinander aufwachen können. Ich bin sehr oft beruflich unterwegs, war gerade erst acht Monate in Atlanta für die Dreharbeiten zu "Spuk in Hill House". Aber er weiß ja, wie das ist, denn wir haben dieselbe Leidenschaft: Filme machen. Viele andere Paare haben dieses Glück nicht. Ich kannte seine Arbeit und er meine, bevor wir uns kennenlernten.

teleschau: Wie schaffen Sie es, die Dreharbeiten am Ende des Tages hinter sich zu lassen, vor allem wenn sie düster sind?

Gugino: Was viele nicht wissen ist, dass während der dunkelsten Szenen die besten Witze am Set gerissen werden, um die Stimmung aufzulockern. Das ist wichtig, um die Balance zu halten. Und ganz klar: unser Hund Melvin, ein Schnauzer. Er war unser Maskottchen am Set. Ich brauche ihn nur anzuschauen und schmelze dahin. Dann vergesse ich alles andere um mich herum. Das Beste ist, dass ich ihn mit nach Berlin nehme für meinen nächsten Dreh. Schließlich liegen ja seine Wurzeln in Deutschland.

teleschau: Wie schalten Sie denn generell am besten ab?

Gugino: Ich mache zweimal täglich Transzendentale Meditation. Das wurde 1957 von dem Inder Maharishi Mahesh Yogi entwickelt und dient zur geistigen Erneuerungsbewegung. Ich habe die Veranlagung, dass ich viel zu viel nachdenke und Meditation hilft mir dabei, wieder klare Gedanken fassen zu können.

"Haben immer noch viel zu oft die traditionelle Rollenverteilung"

teleschau: Ist es einfacher für einen Mann, einen Helden zu spielen?

Gugino: In meinen Augen, ja. Es gibt viele tolle Rollen für Frauen. Vor allem jetzt, wo TV- und Streaming-Serien so beliebt sind. Trotzdem haben wir immer noch viel zu oft die traditionelle Rollenverteilung, bei der die Männer als Helden gefeiert werden, ohne dass sie beweisen müssen, wieso sie der Held sind. Sie sind es einfach.

teleschau: Und Frauen werden hinterfragt?

Gugino: Genau. Über eine Frau will man wissen: "Wurde sie als Kind misshandelt? Hat sie eine Lernschwäche? Ist sie sozial unfähig? Was ist es?" Die einfache Antwort wäre: Sie ist einfach gut in ihrem Job. Sie ist weder eine weibliche Version von Robin Hood noch will sie die Welt retten. Das Coolste an Jetts Charakter fand ich, herauszufinden, wie sie eine gute Mutter und gleichzeitig eine Meisterdiebin sein kann. Beide Jobs sind für sich allein schon extrem schwer. Das Muttersein noch ein wenig mehr (lacht).

teleschau: Glauben Sie, Frauen müssen sich mehr beweisen?

Gugino: Vielleicht ja. Viele Frauen oder besser gesagt viele Menschen, entsprechen nicht der Norm. Aber was ist schon durchschnittlich? Vor allem in unserer Welt heute.

"In meinen Zwanzigern hatte ich nicht diese Ausstrahlung, diese Stärke, diesen Mut"

teleschau: Apropos Welt von heute: Sie haben auf Twitter verkündet, dass sie stolz darauf sind, eine Frau in 2019 zu sein. Sie sind seit über 30 Jahren in der Filmindustrie tätig ...

Gugino: In diesen 30 Jahren hat sich so einiges verändert. Damals gab es schon Probleme, aber heute - vor allem in den USA - ist es eigentlich fast so, dass wir uns rückwärts statt vorwärts bewegen. In den 50-ern hatten wir Bette Davis. Für sie stürmten die Zuschauer ins Kino. Dann hatten wir eine Phase, in der nur noch Männer in Hauptrollen zu sehen waren. Dann kam ein ganz anderes Problem: Keine Frau bekam dasselbe Gehalt wie ein Mann. Doch wir Frauen haben uns gewehrt und dagegen demonstriert. Fakt ist, dass wir jetzt viele Frauen in ihren 20-ern haben, die tollen Rollenangebote bekommen: ob Lena Dunham in "Girls" ist oder Phoebe-Waller-Bridge in "Fleabag" - sie sind alle unglaublich.

teleschau: Wie waren Sie, als Sie so jung waren?

Gugino: In meinen Zwanzigern hatte ich nicht diese Ausstrahlung, dieser Stärke, diesen Mut. Mein Patenkind ist in in diesem Alter, sie ist Autorin und Schauspielerin - sie schreibt ihre eigenen Rollen, und sie hat dieses Selbstbewusstsein, zu wissen, dass die Leute genau das hören wollen, was sie zu sagen hat. Wahrscheinlich wollten es die Leute damals, als ich in meinen Zwanzigern war, auch hören, aber ich konnte oder wollte es damals einfach nicht sehen.

teleschau: Also finden Sie es heute einfacher, den Beruf Schauspielerin auszuüben, wenn man jung ist?

Gugino: Auf jeden Fall. Aber ich möchte damit auch gleich unterstreichen, dass ich froh bin, 48 Jahre alt zu sein. Alle Rollen, die ich mir immer gewünscht habe, haben sich erst in den letzten Jahren erfüllt. Ich finde es sowieso seltsam, dass wir immer diese Zahlen in unserem Kopf haben, sobald wir über das Alter sprechen. Ein Dreißigjähriger kann genauso gut sein wie ein Sechzigjähriger und andersherum. Mein Vater ist 90 und fliegt nach Japan, um Vorträge zu halten. Ich weiß, es klingt verrückt, aber es ist so. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass wir eines Tages die Zahlen vergessen können und einfach der Mensch sind, der wir sein wollen. Ohne nach unserem Alter beurteilt zu werden. Aber wahrscheinlich wird das nie passieren.

"Das Lustige ist, dass ich mit Leichtigkeit jeden Mann unter den Tisch essen könnte"

teleschau: Machen Sie sich Gedanken darüber, was Leute über Sie denken?

Gugino: Heute nicht mehr, aber früher sehr. Wahrscheinlich weil ich jung war, als ich mit der Schauspielerei anfing. Ich wollte alles richtig machen, damit die Leute mich mögen. Ich habe viele Jahre gebraucht, um zu lernen, dass ich genau das tun sollte, woran ich glaube. Schließlich ist es das Einzige, was ich kontrollieren kann. Wir Schauspieler versetzen uns in Rollen und geben unser Bestes. Hinterher sind wir stolz auf unsere Arbeit. Alles andere, ob die Zuschauer zufrieden oder nicht zufrieden sind, liegt außerhalb unserer Kontrolle.

teleschau: Wie war es für Sie in Ihrer Anfangszeit?

Gugino: Als ich in meinen Zwanzigern war, sah ich aus wie ein unschuldiges Mädchen. Doch innerlich war ich alles andere als naiv. Das lustige war, dass ich eine sehr tiefe Stimme hatte, die überhaupt nicht zu meinem Aussehen passte. Viel später erst hat sich mein Äußeres an mein Inneres angepasst. Damals hatte ich mir nichts sehnlicher gewünscht, als endlich 30 zu werden. Ich dachte, dass man in seinen Dreißigern ernster genommen wird.

teleschau: Sie sehen, egal in welchem Alter Sie sind, immer toll aus. Was ist Ihr Geheimnis?

Gugino: Vielen Dank. Gott sei Dank habe ich gute Gene. Ich lasse nichts an meinem Gesicht machen. Das soll aber nicht bedeuten, dass ich Leute, die sich Schönheitsoperationen unterziehen, verurteilen möchte. Es ist einfach nicht mein Ding. Ich habe mich schon immer für eine gesunde Lebensweise interessiert und passe deshalb gut auf mich auf. Das Lustige daran ist, dass ich mit Leichtigkeit jeden Mann unter den Tisch essen könnte, und ich würde diese Herausforderung jederzeit annehmen. Was man isst, ist so wichtig für den Körper. Ich litt lange an starken Migräneanfällen, bis herausgefunden wurde, dass das die Folge einer Gluten-Unverträglichkeit ist. Damals war es der totale Horror für mich als Italienerin, dass ich kein Gluten mehr essen darf. Doch das Gute daran ist, wenn man sich schon glutenfrei ernähren muss, ist jetzt genau die Zeit dafür. Mittlerweile gibt es fast alles ohne Gluten, sogar ganze Restaurants, die ohne kochen.

"Ich nehme mir immer etwas vom Set mit nach Hause"

teleschau: Sie spielen in viele Serien mit, haben Sie selbst noch Zeit, um sich Serien anzuschauen?

Gugino: Ich habe kaum noch Zeit, um mir Serien anzuschauen, was mich sehr nervt, weil es so viele tolle Serien gibt. Die Serien, die ich gerade gesehen habe sind: "Escape at Dannemora". Hammer Serie, von der ich total besessen bin. Ich kenne Ben Stiller schon seit Ewigkeiten, und ich finde die Serie sieht aus wie ein Film von Sidney Lumet. Die Rollen von Patricia Arquette, Benicio Del Toro und Paul Dano haben mich vollkommen fasziniert. "Sex Education" finde ich auch super. Ich mag Asa Butterfield. Mit ihm habe ich auch schon zusammengearbeitet. Und ich freue mich extrem auf die neue Staffel von Fleabag. Connie Britton ist meine beste Freundin, deshalb schaue ich mir natürlich ihre Serie "Dirty John" an."

teleschau: Was haben Sie von Jetts Charakter mitgenommen?

Gugino: Ich nehme immer Dinge von den Charakteren mit, die ich darstelle. Und ich nehme mir immer etwas vom Set mit nach Hause. Natürlich klaue ich nichts, ich frage ganz nett, ob ich etwas haben kann (lacht). Ich war immer das Kind, das beim Verstecken sofort aus dem Versteck sprang und schrie: "Ich bin hier". Ich konnte die Spannung nicht aushalten.

Rachel Kasuch

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