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Musik

Salomonisches Urteil im Sängerstreit

Schlappe für Schlagerstar Michael Wendler: Er darf nicht länger als „Der Wendler“ auftreten. Aber auch Frank Wendler muss Einschränkungen hinnehmen.

Weder Frank (l.) noch Michael Wendler dürfen künftig als „Der Wendler“ auftreten, entscheidet das Düsseldorfer Oberlandesgericht. Foto: dpa

Düsseldorf. Schlagerstar Michael Wendler („Sie liebt den DJ“) darf nicht länger als „Der Wendler“ auftreten. Das hat das Düsseldorfer Oberlandesgericht am Dienstag im jahrelangen Sängerstreit „Wendler gegen Wendler“ überraschend zu Gunsten seines deutlich weniger bekannten Namensvetters Frank Wendler entschieden. Keiner der beiden Sänger dürfe den Nachnamen „Wendler“ ohne Zusatz für sich allein beanspruchen. Beide seien „zur wechselseitigen Rücksichtnahme verpflichtet“.

Im Gegenzug muss Frank Wendler (54) seine Wortmarke „Der Wendler“ löschen. Der Mann aus Velbert in Nordrhein-Westfalen, in der ersten Instanz noch unterlegen, war zufrieden und triumphierte: Schlagerstar Michael Wendler habe seinen Namen lange genug „beschmutzt“. „Schönen Gruß an Michael Wendler. Ich habe ihm oft genug angeboten: Lass uns reden.“

Schadensersatzforderungen möglich

Der Sänger und Gashändler Frank Wendler hatte sich „Der Wendler“ 2008 als Wortmarke gesichert. Beim Namen Wendler handele es sich um seinen richtigen Nachnamen, unter dem er schon weit länger als Sänger auftrete als Michael Wendler, hatte er argumentiert. Der sei als Skowronek geboren worden, heiße nun Norberg und habe sich den „Wendler“ erst als Künstlernamen zugelegt.

Michael Wendlers Anwalt hatte schon die Anmeldung der Marke „Der Wendler“ als „vermutlich böswillig“ eingestuft. Bereits 2008 habe die Öffentlichkeit den Namen „Wendler“ ganz überwiegend mit Michael Wendler verbunden, nicht mit dem außerhalb Velberts weitgehend unbekannten Frank Wendler.

Der Vorsitzende Richter Wilhelm Berneke hatte vergeblich für einen Vergleich geworben. Nun kann Frank Wendler sogar Schadenersatz geltend machen: Das Oberlandesgericht verpflichtete Michael Wendler zur Auskunft darüber, welche Gewinne und Umsätze er als „Der Wendler“ gemacht habe.

Das Gericht ließ die Revision zum Bundesgerichtshof nicht zu. Die Entscheidung ist dennoch nicht rechtskräftig. Michael Wendler könnte sie noch mit einer Beschwerde anfechten. (dpa)

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