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Bayern

Kommissar Gockel ist der Star im LKA

Hahn Maxl ist blind und kann deshalb schlecht alleine bleiben. Sein Herrchen nimmt ihn mit zur Arbeit ins Landeskriminalamt.
Von Dagmar Unrecht

Unterstützung im Büro: Jürgen Drosten und sein „Schoß-Hahn“ Maxl im Landeskriminalamt in München. Foto:LKA/Raimund Blume
Unterstützung im Büro: Jürgen Drosten und sein „Schoß-Hahn“ Maxl im Landeskriminalamt in München. Foto:LKA/Raimund Blume

München.Maxl füllt seinen Platz am Schreibtisch souverän aus. Ernst blickt der stattliche Hahn in die Kamera. Mit seinem kräftigen Kamm wirkt er kerngesund. Wer es nicht weiß, würde nicht vermuten, dass der Gockel blind ist. Weil er deshalb schlecht allein bleiben kann, darf Maxl sein Herrchen gelegentlich an dessen Arbeitsplatz im bayerischen Landeskriminalamt (LKA) in München begleiten. „Da sitzt er dann auf dem Schoß des Kollegen und unterstützt auch mal bei der Sachbearbeitung“, schrieb das LKA am Mittwoch auf seiner Facebook-Seite.

Ende März war Maxl zum ersten Mal mit im Büro – und avancierte gleich zum Star. „Wenn er kräht, hört man das auch in den Stockwerken darüber und darunter“, erzählt sein Herrchen Jürgen Drosten, LKA-Sachbearbeiter in der Personalabteilung. „Das hat gleich die Neugier der Kollegen geweckt.“ Alle seien begeistert und der Hahn werde gern gestreichelt. Auch ohne Beamtenlaufbahn ist Maxl mit offenen Armen bei Bayerns obersten Kriminalern aufgenommen worden.

In der Nähe von Bad Tölz daheim

Sein Zuhause hat Maxl im oberbayerischen Reichersbeuern in der Nähe von Bad Tölz. Dort lebt der Gockel zusammen mit fünf Hühnern, drei Enten und einem Hasen. „Wir haben einen großen Garten“, erzählt Jürgen Drosten. Sein Ehemann, der viel von zu Hause aus arbeitet, kümmert sich hauptsächlich um die Tiere. Auch die Nachbarin springt bei Bedarf ein. Nur in absoluten Ausnahmefällen nimmt Jürgen Drosten seinen Gockel mit ins Büro. Dort benimmt sich Maxl absolut vorbildlich. „Am liebsten sitzt er auf dem Schoß und bewegt sich nicht. Er braucht eine sichere Umgebung“, erklärt sein Herrchen. Dann sei Maxl auch ganz ruhig. „Nur wenn ich das Büro verlasse, fängt er an zu krähen.“ Natürlich hat Maxl im Büro auch eine Brotzeit dabei: „Zwischendurch füttere ich ihn mit einer Körnermischung“, verrät Drosten.

„Nur wenn ich das Büro verlasse, fängt er an zu krähen.“

Jürgen Drosten

Zehn Monate ist der Gockel alt. Jürgen Drosten und sein Partner haben Maxl eigenhändig aus einem Ei herangezogen. „Nachdem er geschlüpft war, haben wir schnell gemerkt, dass mit ihm etwas nicht stimmt.“ Der kleine Hahn habe sich immer an der Wand entlang bewegt. Längst ist ihnen der Gockel ans Herz gewachsen und auch das Landeskriminalamt hat das stattliche Tier im Sturm erobert.

Maxl ist ein Prachtexemplar von einem Hahn. Foto:LKA/Raimund Blume
Maxl ist ein Prachtexemplar von einem Hahn. Foto:LKA/Raimund Blume

„Die Kollegen sind begeistert von ihm und freuen sich über seinen Besuch,“ bestätigt das LKA auf seiner Facebook-Seite. Dort wurde das Foto des „Vorzeigehahns“ am Mittwoch eifrig kommentiert. „Da lachen ja die Hühner“, schrieb eine Nutzerin. „Is des zeam“, meinte ein anderer. „Das sind Arbeitgeber, so wie sie sein sollen. Ich find’s klasse“,lautete ein weiterer Kommentar. „Darf man auch Hunde mitbringen?“, spannte ein anderer Nutzer den Bogen gleich weiter.

Von solchen Fragen lässt sich Maxl an seinem Arbeitsplatz im LKA aber nicht aus der Ruhe bringen. Hauptsache sein Platz auf dem Schoß von Jürgen Drosten ist ihm sicher.

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