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Zwei Wolfsbabys im Lohberger Tierpark

Die Nachkömmlinge von Alphawölfin Osira und Alphawolf Helios sind schon gechipt. Sie sind wohlgenährt und kräftig.
Von Maria Frisch

Wolfsnachwuchs im Bayerwaldtierpark in Lohberg: die Kleinen an der „Milchtankstelle“ Fotos: Maria Frisch
Wolfsnachwuchs im Bayerwaldtierpark in Lohberg: die Kleinen an der „Milchtankstelle“ Fotos: Maria Frisch

Lohberg.Bei der Geburt waren sie nicht viel größer als ein Meerschweinchen – gemeint sind die zwei Wolfswelpen im Bayerwald-Tierpark. Mittlerweile zaubert der diesjährige Nachwuchs des Rüden „Helios“ und der Fähe „Osira“ so manchem Besucher ein Lächeln auf die Lippen, wenn sie durch das Gehege „wuseln“. Das Muttertier zog sich Anfang Mai in die Höhle zurück, wo sie die anfangs winzigen Wolfsbabys gebar.

„Erst nach zwei Wochen öffnen die Kleinen ihre Augen und tapsen zum ersten Mal umher“, informiert die fachliche Leiterin, Claudia Schuh, über den jüngsten Nachwuchs. Auch die Zähne der Welpen brechen nach dieser Zeitspanne durch – aus den niedlichen Wolfsbabys werden schließlich einmal Raubtiere. „Ab Ende Mai nahm der Nachwuchs zunehmend seine Umwelt wahr und verließ zum ersten Mal die geschützte Geburtshöhle“, berichtete die Veterinärin. Doch beim Spielen und Umhertollen bleiben die Jungtiere immer in der Nähe ihrer Artgenossen.

„Alle Wölfe besitzen einen festen Lebensraum, den sie sowohl gegen ihre Artgenossen als auch gegen eindringende Feinde verteidigen“, informiert Schuh. Wie Hunde markieren sie alle paar Meter an Bäumen, Sträuchern und Steinen. Typisch ist auch das hierfür markante Heulen der Wölfe. Es hat mehrere Funktionen – auch ein Warnsignal an Eindringlinge.

Ihr Hunger wird immer größer

Der diesjährige Wurf umfasste zwei Wolfswelpen.
Der diesjährige Wurf umfasste zwei Wolfswelpen.

„Bis zum Alter von zwei Monaten werden die Wolfsjungen von der Mutter mit reichhaltiger Milch gesäugt“, ist Schuh ganz happy, wenn sie beobachtet, wie die zwei Kleinen an der „Milchbar“ hängen – ein Anblick, bei dem wohl jedem das Herz aufgeht. Doch ihr Hunger wird immer größer, und schon bald versuchen sie, die Rindfleischstücke aus der Schnauze der Rudelmitglieder zu stibitzen. So werden die Jungen zu Fleischfressern.

Das Lohberger Wolfsrudel

  • Namen

    Sie heißen Helios, Osira, Asco, Athos (2016 geboren), Porthos und Aramis (2017 geboren – Namen der drei Musketiere)

  • Nachzucht 2018

    Die zwei Welpen sind bereits in andere Tierparks vermittelt worden.

  • Gehege

    Der Bayerwaldtierpark ist seit 26 Jahren Wolfsland. Das Wolfshaus wurde generalsaniert.

In den Lohberger Gehegeanlagen lebt ein Rudel europäischer Grauwölfe, das sich miteinander um die „Kindererziehung“ kümmert. Wenn die zwei drolligen Jungtiere in dem ungefähr 5500 Quadratmeter Hangareal miteinander balgen, schlägt das Herz jedes Tierfreundes höher. Claudia Schuh hat die fitten Nachkömmlinge von Alphawölfin Osira und Alphawolf Helios bereits kontrolliert und gechipt. Das Wolfsrudel ist immer ein Familienverband. Die Eltern sind die Leittiere, die die Jungen zeugen und austragen. Das gesamte Rudel ist buchstäblich vernarrt in die Welpen. Die Männchen sind äußerst besorgte Väter, die „Tanten“ kümmern sich ebenso um die kleinen Racker. Ein solcher Verbund europäischer Grauwölfe bestehe maximal aus 15 Tieren. Wenn einer der Tierpfleger mit einem Eimer Rindfleischstücke anrückt, bleiben die Gehegebewohner beim Abholen der Brocken äußerst vorsichtig. Als erster traut sich der Rangniedrigste an die Futterausgabestelle. Nach und nach schleichen sich die Artgenossen an.

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An drei Stellen freie Sicht

An drei Stellen gibt es sogar freie Sicht ohne Zaun, beschreibt die Veterinärin. Wenn Claudia Schuh ihren Rundgang macht, betrachtet sie eine Zeitlang das Rudel. „Ich sehe nach, ob alle o.k. sind und ob in der Rudelstruktur alles passt“, erläutert sie.

Damit der Besucher im Bayerwald-Tierpark, der seit 26 Jahren „Wolfsland“ ist, möglichst viel über den Canis lupus erfährt, errichtete der Träger seiner Zeit ein Wolfshaus, das mittlerweile von den Tierpflegern generalsaniert wurde. Über ein Fernsehgerät werden Schnappschüsse eingeblendet. Im Außenbereich ersetzten die Tierpfleger den Sicherheitszaun. Der langlebige Metallzaun verhindert ein Entweichen von Rudeltieren über das Dach.

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