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Tanzen

Und immer schön bei der Stange bleiben

Pole Dance hat ein schlechtes Image: völlig zu unrecht, wie Katarina Cavar und Elfi Heinke beim Training mit Coach Kathi Werner lernen.
Von Katarina Cavar und Elfi Heinke

Elfi (oben) und Kati an der Stange. Foto: Kathi Werner

Passau.38 blaue Flecken, Muskelschmerzen von den Fingern bis in die Waden und ein Drehwurm: Das ist das Ergebnis unseres dreistündigen Pole-Dance-Trainings mit Trainerin Kathi Werner. Wir brauchten dazu viel Mut, knappe Shorts, sehr viel weißes Pulver und natürlich eine Stange. Bei dem Pulver handelte es sich aber nicht etwa um Drogen, sondern um Haftpulver und wir waren trotz unserer knappen Kleidung nicht etwa in einem Stripclub, sondern in einem Fitnessstudio. Was viele nämlich gar nicht wissen: Pole Dance ist mittlerweile eine immer beliebter werdende und effektive Sportart, mit der sich jedermann und jedefrau super fit halten kann. Doch wie viel Fitness steckt wirklich im Pole Dance? Das wollten wir unbedingt herausfinden.

Aber fangen wir doch von vorne an. Unser Training beginnt mit dem Aufwärmen. Zusammen mit Kathi springen wir auf unseren Matten, joggen auf der Stelle, kreuzen die Beine und lassen stets die Arme mitschwingen. Warm ist uns jetzt zumindest. Nach einigen Dehnübungen dürfen wir dann auch endlich an die Pole. Was kann dem Hochklettern an der Stange jetzt noch im Wege stehen? Technisch gesehen vielleicht nichts, muskulär aber schon, denn mit großen Muskeln können wir nicht wirklich punkten. Wir nehmen trotzdem all unsere Kraft zusammen und ziehen uns immer und immer wieder mit unserem ganzen Gewicht an der Stange hoch, um für die unterschiedlichen Übungen an Höhe zu gewinnen. Wir müssen uns stets neu überwinden, den sicheren Boden zu verlassen, aus Angst, ihn wieder unsanft zu berühren. Matten liegen nämlich keine auf dem Boden. Nach drei Stunden geht schließlich nichts mehr: Unsere Arme sind nur noch Pudding und wir werfen schließlich das Handtuch.

Dennoch haben wir uns gar nicht so dumm angestellt. Figuren wie die Titanic, bei der man beide Arme à la Kate Winslet vor der Stange seitlich ausstreckt und sich nur mit den Beinen an der Stange festhält, beherrschten wir zum Schluss ganz gut. Auch Schwan und Feuerwehrmann waren irgendwann kein Problem mehr. Vor allem mit einer drehenden Stange sieht das ganze schon sehr cool aus – Drehwurm inklusive. Bei den Figuren wurde uns dann auch klar, warum Pole Dancer immer so wenig anhaben. Nicht etwa, damit alles möglichst sexy aussieht, sondern um durch den direkten Hautkontakt einen besseren Halt an der Stange zu bekommen.

Unser Fazit: Wer Pole Dance lernen möchte, muss anfangs nicht trainiert sein. Auch ein Anfänger ohne große Muckis kann schon erste Figuren üben. Bis man richtig gut ist, braucht es aber mehr als drei Stunden Training. Die Schmerzen am Tag danach und die blauen Flecken haben wir aber gerne in Kauf genommen. Pole Dance macht nämlich nicht nur unheimlichen Spaß macht, sondern trainiert auch wirklich jeden noch so unbekannten Muskel im Körper.

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