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Skaten

Vom Trittbrettfahrer zum Asphalt-Surfer

Sicher mit dem Longboard durch die Straßen cruisen, das ist gar nicht so leicht. Miriam Witsch und Leonie Sanke machen den Selbstversuch.
Von Miriam Witsch und Leonie Sanke

Miriam nach ihrem ersten Skateversuch Foto: Leonie Sanke

Passau.Klar könnt ihr das Longboard von meinem Kumpel ausleihen, der hat sich letzte Woche so damit hingelegt, dass er das selber erst mal nicht mehr braucht.“

Was hatten wir uns da nur eingebrockt. Als wir unseren Freunden von unserem Vorhaben, Longboard fahren zu lernen, erzählten, bekamen wir eine Horrorgeschichte nach der anderen aufgetischt. Das war nicht gerade ermutigend, doch unsere Lust auf den Adrenalinkick und das lässige Fahrgefühl war größer als unsere Angst. Oft genug haben wir Longboardfahrern neidisch hinterhergeschaut, während sie über den Asphalt der Innenstädte surften. Jetzt würden wir dieses Gefühl von Freiheit endlich selbst erleben. Der Entschluss stand fest: Wir wollten rauf auf’s Board!

Unsere Ziele waren, die Grundlagen zu lernen und am Ende sicher über den Asphalt zu cruisen. Mit der nötigen Vorsicht kann ja nichts passieren - dachten wir. Auf einem geliehenen Longboard wagten wir unsere ersten Versuche in der Fußgängerzone. Wir hielten uns auf dem Brett und konnten gleichzeitig Schwung holen und wackelig um die Kurve fahren – für den Anfang nicht schlecht. Doch es kam wie es kommen musste. Leonie verlor ihr Gleichgewicht, fiel rückwärts vom Board und verstauchte sich den Fuß. Gezwungenermaßen beendeten wir Trainingseinheit Nummer eins – Leonie humpelnd, Miriam hochmotiviert – und machten uns auf die Suche nach jemandem mit Ahnung.

In einem kleinen Skatershop lernten wir Skate-Urgestein Markus kennen. Der Ladenbesitzer skatet seit über 26 Jahren und organisiert einen wöchentlichen Longboard-Treff, genau das Richtige für unser Vorhaben. Gleich beim nächsten Mal fuhren wir mit. In einem Gewerbegebiet voller kurvenreicher, perfekt asphaltierter Abhänge trafen wir vom Arztsohn bis zum VW-Bus-Hippie die verschiedensten Persönlichkeiten. Sie alle verbindet die Leidenschaft zum Skaten und sogar wir Laien wurden sofort kameradschaftlich aufgenommen.

Als erstes zeigte uns Markus den typischen Anfängerfehler, der auch Leonie zu Fall gebracht hatte. Da man am Anfang oft Angst davor hat vornüber zu fallen, lehnt man sich instinktiv zurück. Das führt jedoch dazu, dass man das Gleichgewicht verliert und stürzt. Richtig ist stattdessen sein Gewicht immer nach vorne zu verlagern und die Füße möglichst weit auseinander aufzustellen, da man so die meiste Kontrolle über das Brett hat.

Mit Hilfe dieser Grundlagen merkten wir schnell einen Unterschied zu unseren ersten Anläufen und konnten sogar schon mit der Gruppe mitfahren. Um mehr Sicherheit zu bekommen, werden wir nun regelmäßig üben. Vom Longboard-Fieber gepackt, will Miriam gar nicht mehr runter vom Board und Leonie, sobald es der verstauchte Knöchel zulässt, unbedingt wieder drauf. Schließlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen – vom Longboard schon.

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