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Donnerstag, 24. Mai 2018 23° 4

Astronomie

Wenn die Perseiden die Erde küssen

Pro Stunde können bis zu 60 Sternschnuppen zu sehen sein. Das Spektakel wird auch von der Donausternwarte aus beobachtet.
Von Heike Haala, MZ

Bis zu 60 Sternschnuppen wird es in den kommenden beiden Nächten zu sehen geben. Foto: dpa

Ihrlerstein. Wer in der Nacht auf Sonntag und in der auf Montag bis zur letzten Sternschnuppe durchhält, der kann pro Stunde bis zu 60 Wünsche auf seinem Konto verbuchen. Denn die Perseiden kreuzen in diesen Nächten sichtbar die Erdatmosphäre.

Damit ist die Reise für so manchen Kometen beendet. Dringt er nämlich in die Erdatmosphäre ein, wird er zur Sternschnuppe. Während das für die Menschen, die ihn dabei beobachten dürfen, einen Moment der Verzauberung bedeutet, stirbt der Sternenstaub dabei einen glitzernden Tod.

Die Perseiden, das sind Kometen, die unser Sonnensystem stets in der ersten Augusthälfte durchqueren, so sachlich erklärt Bernhard Deufel, der Vorsitzende der Sternfreunde Kelheim, das Spektakel, das sich momentan auf dem Nachthimmel abspielt. In den kommenden beiden Nächten werden wieder besonders viele davon zu sehen sein.

Keine Angst vor Sternenstaub

Es braucht jedoch niemand Angst davor zu haben. Die Perseiden können weder eine Epoche irdischen Lebens auslöschen, noch ein einzelnes Exemplar dieser Population. Es handelt sich dabei um Materie, die höchstens einen Zentimeter Durchmesser hat. Mit dem Eintritt in die Erdatmosphäre ist sie es in der Regel auch dann gewesen. Sie verglüht, sobald sie in 80 bis 100 Kilometern Höhe in die irdische Sphäre eintritt. Wenn überhaupt Material bis zur Erdoberfläche durchhält, dann sind das staubpartikel-große Gebilde, die niemand mehr bemerkt.

Deswegen dürfen diese Erscheinungen auch einfach nur genossen werden. Sofern der geneigte Beobachter mit dem Herz voller geheimer Wünsche überhaupt so lange durchhält. Die meisten Sternschnuppen verglühen nämlich erst im Morgengrauen. Der Abendhimmel steht in unseren Breitengraden nämlich auf der perseiden-abgewandten Seite des Himmelszelts.

Das heißt jedoch nicht, dass es am Abend deswegen gar nichts zu sehen gäbe. Wer dem Nachwuchs das Spektakel am Himmel zeigen will, kann sich in Beobachterposition bringen, sobald es vollständig dunkel ist.

Ein Highlight am Himmel

„Für mich ist das jedesmal wieder ein Highlight“, sagt Deufel. So viele Sternschnuppen gibt es eben nur einmal im Jahr zu sehen. Er rät den Beobachtern, sich in einem Liegestuhl in Position zu bringen und einfach mal eine Stunde abzuwarten.

Alternativ lädt er alle Interessierten zum Saisonauftakt auch in die Donausternwarte bei Ihrlerstein in Sausthal ein, die den Besuchern ab 21 Uhr offen steht. Ab 22.30 Uhr, so hofft Deufel, werden dann Sternschnuppen zu beobachten sein. Am Samstag starten die Sternfreunde Kelheim um 21 Uhr mit einer Sternführung auf der Donausternwarte in die neue Beobachtungssaison.

Die Sternwarte ist dann wieder jeden Freitag ab 21 Uhr bei gutem Wetter zur Sternbeobachtung für Interessierte geöffnet.

Alle Highlights der Saison finden potenzielle Sternenfreunde gibt es auf der Homepage des Vereins Sternfreunde Kelheim.

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