MyMz

Energiekonzept

Gebäudesanierung: Hausbesitzer atmen auf

Die Regierung mildert ihre Pläne ab. Statt dem Sanierungszwang soll nun eine Abriss-Prämie als Anreiz für Neubauten kommen.

Hauseigentümer müssen nun nicht mehr zwangsweise dämmen – aber sie sollten, betonen Fachleute.

Berlin. Der von der Bundesregierung für alle Hausbesitzer geplante Zwang zur Gebäudesanierung ist vom Tisch. Das verlautete am Mittwoch aus Ministeriums- und Koalitionskreisen. „Wir wollen dabei Anreize setzen, aber keine Zwangssanierungen anordnen“, heißt es im neuen Entwurf für das Energiekonzept. Der Energieverbrauch in Gebäuden soll bis 2050 so verringert werden, dass in diesem Bereich 80 Prozent weniger klimaschädliches CO2 verursacht wird. Neu eingeführt wurde eine Art „Abrissprämie“, wenn Häuser nicht mehr vernünftig energetisch saniert werden können und ein Ersatzneubau billiger wäre.

„Wir haben uns bemüht, die größten Schnitzer herauszubekommen“, hieß es mit Blick auf Pläne von Umweltminister Norbert Röttgen (CDU), Verstöße gegen die Sanierungsverpflichtung mit Steuernachteilen zu belegen. Dieses ab dem Jahr 2020 geplante Bestrafungsmodell hat dem Vernehmen nach bei den Beratungen keine Mehrheit gefunden. Röttgens Pläne für mehr Energieeffizienz wurden teils deutlich abgeschwächt.

Wärmebedarf soll bis 2050 um 80 Prozent reduziert werden

Das Kabinett will das Energiekonzept mit den längeren Atomlaufzeiten und den Energieeinsparplänen bei Gebäuden nächsten Dienstag verabschieden. Der baupolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Sebastian Körber, sagte zu den Änderungen: „Das ist ein großer Erfolg, insbesondere dass es zu keinen Zwangsmaßnahmen kommt.“ Die Idee zum Sanierungszwang war im Bauministerium und vor allem bei der FDP-Fraktion auf Widerstand gestoßen.

Die Regierung fordert in ihrem Energiekonzept, bis 2050 alle Gebäude so zu sanieren, dass sie nur noch minimal Energie verbrauchen und die Versorgung über Öko-Energien erfolgt. So soll der Wärmebedarf bis 2050 um 80 Prozent reduziert werden.

Neu im Entwurf ist ein Anreiz für Neubauten, wenn Häuser nicht mehr den neuesten Energiestandards entsprechend gedämmt werden können. „Ersatz-Neubau soll im Gebäudesanierungsprogramm förderungsfähig werden“, heißt es. Der FDP-Bauexperte Körber sprach sich dafür aus, das Programm zum energetischen Sanieren mit einem Programm für altersgerechte Sanierungsarbeiten zu kombinieren. „Wir müssen beim Sanieren viel stärker als bisher auch den demografischen Wandel bedenken und mehr Gebäude so umbauen, dass sie barrierefrei sind.“

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht