mz_logo

Politik
Samstag, 26. Mai 2018 28° 2

Wirtschaft

A3-Chaos: Firmen rüsten sich

Die großen Arbeitgeber in der Region Regensburg befürchten den Dauerstau. Sie verlegen Schichten und werben für Jobtickets.
Von Marion Koller

Die A3 ist eine Hauptschlagader für den Verkehr in Ostbayern. Foto: Lex

Regensburg. Die Unternehmen in der Region sehen den A3-Ausbau, der Ende Februar startet, als „großes Risiko“. Sie befürchten Dauerstaus auf den ohnehin überlasteten Verkehrswegen rund um Regensburg. Das geht aus der Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) hervor, die am Dienstag vorgestellt wurde. 76 000 Einpendler rollen täglich nach Regensburg, viele auf der A3. „Sie ist ein Knotenpunkt für die Region“, sagte IHK-Präsident Gerhard Witzany. „Industriebau und Logistik rechnen mit großen Problemen.“ IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes betonte, Regensburg als „am stärksten wachsender Wirtschaftsstandort in Bayern und stark wachsende Stadt“ sei besonders auf funktionierende Verkehrswege angewiesen. „Für den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) ist es zu spät. Der Fahrradweg zu Ikea endet im Nirwana“, kritisierte er.

Die „Großen Sieben“ beraten

Zusammen mit den „Big 7“, den sieben Großunternehmen – BMW, Conti, Krones, Maschinenfabrik Reinhausen, Osram, Infineon und Siemens – haben IHK und Autobahndirektion Südbayern Maßnahmen besprochen, um ein Verkehrschaos in der Bauphase zu vermeiden. Lieferverkehr und Mitarbeiterströme sollen so reibungslos wie möglich fließen. Dr. Jürgen Helmes nannte geplante Vorhaben. Die Firmen werden die ÖPNV-Nutzung bewerben, den Lieferverkehr verdichten, mehr auf Nacht und Bahn verlegen und Schichtzeiten ändern. Diskutiert wird eine Vergrößerung der Lagerbestände.

„Wir tun eine Menge“, betont Andreas Sauer, Pressechef des BMW-Werks. Bei dem Autobauer nutzt mehr als die Hälfte der Beschäftigten den Werksbus. Das Jobticket wird Sauer intensiv propagieren. Für Mitarbeiter, die mit Auto kommen, wird BMW eine Echtzeitkommunikation anbieten, die Staus meldet – mit der App der Autobahndirektion oder über bayerninfo.de. Die Lieferzeiten für Stahl und Cockpits werden verschoben.

Zu schmal für Schwertransporte

Krones untersucht, ob die über fünf Meter breiten Schwertransporte auf Schiffe verlagert werden können. Wegen der Fahrbahnverengung auf der A3 haben sie dort keine Chance. Großer Vorteil: der eigene Gleisanschluss in Neutraubling, der hilft, Lkw-Fahrten einzusparen. Bei Osram können Angestellte an Stautagen daheim arbeiten oder dank Gleitzeit später losfahren, erklärt Sprecher Simon Thaler.

Für eine erste Erleichterung hat der Regensburger Verkehrsverbund schon vor einiger Zeit gesorgt: Nach einer Analyse der Pendlerströme kam die Linie 78, die den Bahnhof Burgweinting mit BMW und Krones verknüpft. (ko)

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht