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Aschermittwoch

AfD will Strauß‘ Erbe sein

Parteichef Jörg Meuthen sagt der CSU den Kampf an. Der Bayern-Chef ist für die scharfen Töne zuständig.
Von Sebastian Heinrich

Jörg Meuthen, Bundesvorstandssprecher der AfD, spricht beim politischen Aschermittwoch. Foto: Armin Weigel/dpa
Jörg Meuthen, Bundesvorstandssprecher der AfD, spricht beim politischen Aschermittwoch. Foto: Armin Weigel/dpa

Osterhofen.Für einen CSU-Politiker klatschen sie dann doch, beim Aschermittwoch der AfD im Donau-Center in Osterhofen. Erst klatschen nur ein paar, doch Jörg Meuthen, der Bundesvorsitzende der Rechtsalternativen, der gerade auf der Bühne steht und seine Rede abschließt, spornt die Zuhörer sogar an. „Für Strauß kann man immer klatschen“, sagt er. Und dann breitet sich der Applaus im ganzen Saal auf, den etwa 1000 Gäste gefüllt haben, die meisten davon AfD-Anhänger. Ja, Franz Josef Strauß, das sei noch ein echter Konservativer, ein echter Patriot gewesen, sagt Meuthen – anders als Horst Seehofer, Markus Söder und Angela Merkel, das heutige Spitzenpersonal von CSU und CDU. Meuthens Kernbotschaft: Die wahren Konservativen und Patrioten, die seien heute in der AfD. Und im Herbst, bei der Landtagswahl, da wollen sie zweitstärkste Partei in Bayern werden, der CSU die absolute Mehrheit wegnehmen.

Bei „Merkel muss weg“ gibt es kein Halten mehr

Deswegen arbeitet sich Meuthen fast 20 Minuten lang an der Union ab. Er frage sich, warum man Kanzlerin Angela Merkel, die AfD-Lieblingsfeindin, eigentlich „Mutti“ nenne, fragt Meuthen an einer Stelle ins Publikum. „Für mich hat sie eher was von einer Domina“, sagt er, die „sadistische Praktiken“ am eigenen Volk praktiziere. CDU und CSU seien heute „durch und durch sozialdemokratische Parteien. Er sagt: „Das C steht bei CDU und CSU längst für die Halbmond-Sichel des Islam!“ Und überhaupt, die CSU: Die sei doch nur noch ein „Abnick-Dackel“ für Angela Merkel, „der ab und zu knurrt – aber dann tut, was Frauchen sagt!“ Meuthens Rede gefällt den Zuhörern, immer wieder lachen sie laut, klatschen. Einmal werden sie gar euphorisch. Meuthen sagt den AfD-Satz schlechthin: „Merkel muss weg.“ Er sagt ih, dann ruft ihn einer aus dem Publikum nach, dann Dutzende, Hunderte, dann stehen die meisten auf und klatschen rhythmisch. Am Ende seiner Rede klatschen die Zuhörer 40 Sekunden lang.

Meuthen gilt als Gemäßigter – wie eins Bernd Lucke und Frauke Petry

Meuthen gilt als Gemäßigter in der AfD, als Mitglied des wirtschaftsliberalen Flügels. Der Flügel, zu dem auch zwei gehörten, die der AfD angeblich daher den Rücken gekehrt haben, weil sie ihnen zu weit nach rechts gerückt war: Bernd Lucke (der 2015 in Osterhofen sprach) und Frauke Petry (die 2017 hier auftrat).

Später spricht Martin Sichert, AfD-Landeschef. Er verwendet eine andere Sprache als Meuthen. Er spricht von „Rassismus gegen die eigene Bevölkerung“, der in Deutschland herrsche. Er lobt die Menschen, die in Regensburg Kreuze mit den Namen der Terror-Opfer von Brüssel dort in den Boden gerammt haben, wo künftig eine Moschee stehen soll. Nachdem er das gesagt hat, ruft einer im Publikum: „Schweineblut, Schweineblut!“

Am Ende singen Sie dann alle die Bayernhymne und das Deutschlandlied, auf der Bühne und im Publikum.

Mehr Eindrücke vom politischen Aschermittwoch der AfD können Sie in unserem Newsblog nachlesen

Eine Zusammenfassung zum politischen Aschermittwoch lesen Sie hier!

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