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Montag, 20. August 2018 30° 1

Internet

Alternativen zu Facebook

Wer einen aktiven Fediverse-Account hat, macht es damit anderen leichter, Facebook und Twitter den Rücken zu kehren.
Leena Simon

Leena Simon ist Netzphilosophin bei Digitalcourage e.V.Foto: Alexander Altmann
Leena Simon ist Netzphilosophin bei Digitalcourage e.V.Foto: Alexander Altmann

Berlin.Ein Soziales Netzwerk ist so attraktiv wie seine Inhalte. Alternativen zu Facebook können nur dann gedeihen, wenn sie rege genutzt werden. Digitalcourage e.V. ruft deshalb die sogenannten „Influencer“ dazu auf, einen Account im „Fediverse“ anzulegen und damit die Alternativen attraktiver zu machen.

Das Fediverse ist ein Verbund von verschiedenen Plattformen, die dank offener Schnittstellen auch untereinander kommunizieren können. Dank Freier Software besteht viel Wachstumspotenzial.

Der augenblickliche Datenskandal von Facebook hat erneut deutlich gemacht, warum überwachte Menschen manipulierbar werden. Wenn ich weiß, wer ihre Freunde und Freundinnen sind und welche Themen Sie interessieren, weiß ich auch, wie ich Ihnen gekonnt eine Meinung unterschieben kann, ohne dass Sie das mitbekommen. Außerdem ist Facebook so angelegt, dass ‚witzige‘ und kontroverse Nachrichten bevorzugt behandelt werden.

Das Ergebnis: Sie sehen vor allem Katzenbilder und (Falsch-)Informationen, die viel (empörte oder korrigierende) Reaktionen hervorrufen. Wissenschaftlich fundierte Texte oder journalistisch ausgewogene Berichte dagegen haben kaum eine Chance. Als Folge können wir einer Rückentwicklung der Aufklärung zusehen, in der Vernunft und Erkenntnis eine immer geringere Rolle spielen.

Es ist löblich, wenn einzelne Medienvertreter, Politikerinnen und Organisationen jetzt ihre Facebook-Accounts löschen. Viel wichtiger ist es aber, die Alternativen attraktiver zu machen. Das geschieht, indem man sie nutzt. Wer zum Beispiel einen aktiven Fediverse-Account hat, macht es damit anderen leichter, Facebook und Twitter den Rücken zu kehren.

Besonders Journalisten, Firmen, Organisationen und Politikerinnen sind aufgerufen, das Fediverse zu nutzen. Wer dabei weiterhin an seinem Facebook- und Twitter-Account festhalten will, kann die Accounts durch Weiterleitungen ohne großen Aufwand parallel pflegen. Digitalcourage gibt Tipps dazu und für den generellen Einstieg ins Fediverse.

Digitalcourage selbst geht mit einem guten Beispiel voran: Ab sofort ist es nicht mehr nur auf Twitter, sondern auch im Fediverse vertreten, und zwar auf einem Mastodon-Server: https://chaos.social/@Digitalcourage.

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